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Rekordbeteiligung bei Tour de MOZ mit Fähr-Überfahrt

Begeisterung an beiden Oderufern

Historischer Moment: Zum ersten Mal seit Kriegsende verkehrte wieder eine Fähre von Kienitz nach Porzecze (Hälse). Wenn es auch nur für diesen einen Tag war - die Teilnehmer waren so begeistert, dass jetzt der Wunsch nach einer dauerhaften Verbindung noch
Historischer Moment: Zum ersten Mal seit Kriegsende verkehrte wieder eine Fähre von Kienitz nach Porzecze (Hälse). Wenn es auch nur für diesen einen Tag war - die Teilnehmer waren so begeistert, dass jetzt der Wunsch nach einer dauerhaften Verbindung noch © Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 28.08.2017, 07:14 Uhr
Kienitz (MOZ) Die Tour de MOZ und die darin eingebettete 4. Kleine Friedensfahrt hat am Sonnabend rund 200 deutsche und polnische Teilnehmer vereint. 165 Fahrer hatten sich in die Listen eingetragen. Hinzu kamen noch etliche "Mitfahrer". Das ist ein Rekord.

Bereits gegen 7 Uhr waren am Sonnabend die Ersten an die Kienietzer Fährbuhne gekommen. Manche konnten es gar nicht glauben, dass es tatsächlich wieder eine Fährverbindung zwischen Kienitz und Porzecze geben sollte, wenn auch nur für einen Tag. Doch gegen 8 Uhr legte die "Bez Granic", die sonst Gozdowice und Güstebieser Loose verbindet, tatsächlich an der historischen Stelle an. Am Freitag hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt die Fähre von dort stromaufwärts gezogen.

Der Ansturm auf die Überfahrt war groß. Insgesamt drei mal musste die "Bez Granic" allein für die Tour-de-MOZ-Teilnehmer fahren. Die vereinten sich mit den polnischen Fahrern am Anleger Porzecze. Dort freuten sich die drei Bürgermeister von Letschin, Mieszkowice und Boleszkowice, dass eine gute kommunale Abstimmung auch über Ländergrenzen hinweg funktionieren und "Wunder" bewirken kann.

Der Alt Tuchebander Volksmusikant Hans Andreas alias "Höschebure" spielte die Europahymne, bevor die Teilnehmer durch Jan Krzywicki (Boleszkowice), Andrzej Salwa (Mieszkowice) sowie Michael Böttcher (Letschin) begrüßt wurden.

Am Fähranleger präsentierten sich die Gemeinden. Rita Hoppe und Harald Engel vertraten den Info-Punkt Letschin. Das Interesse war groß. Doch die Zeit drängte. Tourführer Wolfgang Ulmen ließ es gemächlich angehen. Denn bis nach Neumühl/Namyslyn geht es leicht bergan. Problemlos passierten die Radler die Mysla-Mühle und kamen durch einen herrlich nach Pilzen duftenden Wald. Am Ortseingang von Kalensko/Kalenzig und Szumilowo (Schaumburg) wurden die Fahrer von Einwohnern begrüßt. Bunte Luftballons als Zeichen der Freude wurden von Kindern geschwenkt. Für den 69jährigen Hans Sakrzewski war das ein ganz besonderer Tourabschnitt. Denn seine Mutter stammt aus Fürstenfelde, heute Boleszkowice. Für diese Tour war er extra aus Jena angereist.

Begleitet von der Polizei, erreichten die Tourfahrer das erste Etappenziel: den Friedhof des einstigen Stammlagers (STALAG) IIIc . Er liegt inmitten eines großen Areals, indem von 1939 bis 1945 rund 70 000 Kriegsgefangene eingesperrt waren. In Erinnerung an die Opfer dieses Nazi-Terrors legten Michael Böttcher und Jan Krzywicki ein Blumengebinde nieder.

Dann ging es mitten durch die City der 24 000-Einwohnerstadt Kostrzyn, in der gerade das kreisliche Erntefest gefeiert wurde. Dank der Polizeibegleitung war das überhaupt kein Problem. Lediglich eine geschlossene Bahnschranke riss das Fahrerfeld auseinander. Doch am Berliner Tor trafen sich alle wieder. Das historische Kopfsteinpflaster der Festung Küstrin stellte dabei so manchen Radfahrer auf die harte Probe, wie zum Beispiel Klaus Schöntaube aus Wollenberg, der mit seinem Liegerad die Touren de MOZ mitfährt.

Die Stadt Kostrzyn empfing die Radler mit Getränken. Viele waren noch nie in der Festung und wollen bald wiederkommen, um sie sich genauer anzuschauen.

Über die Straßenbrücke, deren hölzerne Wegeplanken bedenklich klappern, ging es wieder auf die deutsche Seite. Einige Radler ließen es sich nicht nehmen, bei Fischer Schneider in Kuhbrücke noch ein Fischbrötchen zu "tanken", ehe es nach Nieschen und nach Sydowswiese ging. Am Von-Haerlem-Blick hatte der Deichverband Gedo zu seinem 300. Jubiläum viele Angebote vorbereitet. Zunächst aber wurden die kulinarischen Anbote vom Gieshofer Wirts-Ehepaar Fritz und Helga Ohnesorge "gestürmt".

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