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Ein Schatz im Kästchen

Thomas Baake / 28.08.2017, 07:41 Uhr
Cammer (MZV) Bei Baumaßnahmen unter archäologischer Begleitung in Cammer, Gemeinde Planebruch, zeigte ein Anwohner dem Archäologen seine mehrere Jahre gesammelten Schätze. Neben typischen Keramikscherben aus der Zeit der Germanen war ein Steinbeil unter den Fundstücken. Der Finder, Mario Hoffmann, möchte diese Stücke gern dem Archäologischen Landesmuseum übergeben.

Das Steinbeil ist ein relativ großes Exemplar mit 20 cm Länge und 7 cm größter Breite.Wahrscheinlich ist es aus Amphibolit gefertigt, einem typischen Ausgangsmaterial für Felsgesteinbeile vor ca. 5000 Jahren. Die Klinge des Beils ist fein geschliffen, während die Oberfläche des Beils sehr rau ist. Die Oberfläche neolithischer Beile ist meist geglättet und so könnte es sich hier um ein unfertiges Beil, ein sogenanntes Halbfabrikat, handeln. Weil es ein größeres Fundstück ist, hat man das Beil nicht aus dem örtlich vorhandenen Geschiebe der Eiszeit, sondern aus bergfrischem Gestein gefertigt. Vorkommen von Amphibolit gibt es z.B. in Nord-Tschechien, dem Fichtelgebirge und dem Thüringer Wald, sodass der Stein bereits weite Wege zurückgelegt hat.

Ob das Steinbeil bewusst in Cammer abgelegt oder einfach verloren wurde, lässt sich nicht mehr ermitteln. Die Fundstelle liegt am Rand des Baruther Urstromtals, der nördlichen Begrenzung des Flämings. Durch die Nähe zur Planeniederung, ist bei Cammer ein für ur- und frühgeschichtliche Besiedlung günstiges Areal vorhanden, welches die Menschen seit der Bronzezeit bis ins Mittelalter gern bewohnten. Mit dem Fund dieses Steinbeils ist der Beweis erbracht, dass das Gebiet bereits 2000 Jahre früher durch Menschen genutzt wurde. Für wissenschaftliche Forschungen sind auch einzelne Fundstücke von Bedeutung.

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