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175 Jahre Bahnhof Hangelsberg / Trägerverein präsentiert Pläne für historisches Haus / Politik sagt Hilfe zu

Zug um Zug zum Ziel

Voller Biergarten zum Sommerfest am historischen Bahnhof Hangelsberg: Auch Eva-Maria Matthes und ihre Tochter Claudia Matthes sind mit Jonas und Elias gekommen.
Voller Biergarten zum Sommerfest am historischen Bahnhof Hangelsberg: Auch Eva-Maria Matthes und ihre Tochter Claudia Matthes sind mit Jonas und Elias gekommen. © Foto: MOZ/Manja Wilde
Manja Wilde / 28.08.2017, 08:37 Uhr
Hangelsberg (MOZ) Rund 1,4 Millionen Euro sind nötig, um den Hangelsberger Bahnhof zu sanieren. Regioladen, Brauerei, Atelier und Veranstaltungsraum sollen darin entstehen. Zum 175. Geburtstag des Gemäuers stellte der Trägerverein das Projekt vor. Staatskanzleichef Thomas Kralinski würdigte es als "Demografie-Beispiel des Monats".

Sonnabend, 12 Uhr, Hangelsberg: Die Schranken schließen, der Regionalexpress hält. Thomas Kralinski, Chef der Brandenburger Staatskanzlei, steigt aus. Zum Jubiläum der Bahnstrecke reist er natürlich mit dem Zug an. Seit 175 Jahren fahren Bahnen zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Auch der Hangelsberger Bahnhof eröffnete 1842.

"Es war um 10.45 Uhr, als mit viel Getöse der Zug einfuhr, mit Dampflock und offenem Wagen mit Kapelle drauf", berichtet Kralinski. Gehalten habe dieser allererste Zug in Hangelsberg nicht. Nur in Köpenick und Fürstenwalde. Gleichwohl habe die Eröffnung der Linie etwas bewirkt, betonte der Staatskanzleichef. Für einen Wirtschaftsstandort sei die Bahn wichtig. "Und Bahnhöfe sind auch immer ein Aushängeschild für einen Ort."

Das beste Aushängeschild für Hangelsberg ist das 2003 stillgelegte Empfangsgebäude derzeit nicht. Die 47 Mitglieder des Vereins "Historischer Bahnhof Hangelsberg" wollen das ändern. 2015 kaufte der Verein das Haus mit Nebengebäude. Das Nutzungskonzept steht. "Nun hoffen wir auf Unterstützung aus der Politik", sagt Vereinschef Achim Hippel. "Ich könnte mir vorstellen, dass es an der einen oder anderen Stelle Lottomittel gibt", erklärte Kralinski. Das Erbe zu pflegen sei auch ihr ein Anliegen, betonte die Landtagsabgeordnete Elisabeth Alter (SPD). "Mein Vater war Eisenbahner. Mein Herz schlägt für die Eisenbahn", fügte sie an. "Sie haben uns neugierig gemacht. So weit wir können, werde wir uns einbringen", stellte der stellvertretende Landrat Michael Buhrke in Aussicht. Grünheides Bürgermeister erinnerte an Vereinsförderungsrichtlinie und Sonderzuweisungen, mit denen die Gemeinde helfen könne. "Ich ziehe den Hut, dass sich der Verein die Bürde auferlegt hat", sagte Ortsvorsteher Peter Komann.

Nach den Reden gab es Musik im Biergarten und Führungen durch das Haus. Architektin Gabriele Riesner erklärte die Umbaupläne. Unter anderem soll der Haupteingang auf die Rückseite des Gebäudes verlegt werden, ein Nebeneingang zur Straße entstehen. "Jetzt kann man sich auch vorstellen, wo das viele Geld bleiben soll", sagte Claudia Matthes, die zu den vielen Gästen gehörte. Einen konkreten Zeitplan für die Arbeiten gibt es aber noch nicht.

"Damals wurden alle Bahnhöfe auf der Strecke innerhalb von neun Monaten errichtet", blickte der ehemalige Ortschronist Dieter Lange nachmals in die Geschichte. Die Bahn habe Gewerke aus den jeweiligen Orten verpflichtet. Das Holz vom Freimachen der Trasse, nutzte sie zum Befeuern der Dampflocks.

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