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Wallach unter Quarantäne - Entwarnung aus der Reitschule

Geht es Tag für Tag besser: Der betroffene Wallach in Bötzow genest langsam. Laut Besitzerin Maren Brand habe er klare Augen und eine trockene Nase.
Geht es Tag für Tag besser: Der betroffene Wallach in Bötzow genest langsam. Laut Besitzerin Maren Brand habe er klare Augen und eine trockene Nase. © Foto: MZV
Marco Winkler / 28.08.2017, 18:35 Uhr
Bötzow (OGA) Vor einer Woche wurde bei einem Wallach in Bötzow die ansteckende Infektionskrankheit Druse festgestellt. Seit erst zwei Wochen lebt das Pferd auf dem Hof der Reitschule von Maren Brand. Das Tier wurde unter Quarantäne gestellt.

"Schon vor dem Kauf habe ich eine Ankaufsuntersuchung machen lassen", berichtet Maren Brand. Ergebnis: Der achtjährige Hannoveraner-Wallach zeigte keinerlei gesundheitliche Auffälligkeiten. "Er kam hier scheinbar fit an. Kein Fieber, keine geschwollenen Lymphknoten, kein eitriger Ausfluss aus der Nase", zählt die 57-Jährige die typischen Merkmale der Druse auf.

Erst wenige Tage später habe das Tier während des Reitens geschnoddert. Sprich: Ihm lief die Nase. Zur Sicherheit hat Maren Brand vor zehn Tagen einen Abstrich nehmen lassen. Vor einer Woche kam das Ergebnis: Druse wurde diagnostiziert. Seitdem ist die Hofbesitzerin in engem Kontakt mit den zwei Pferdeklinken im Havelland. "Wir haben das Tier gleich isoliert."

Druse ist eine ansteckende Infektionskrankheit. Sie befällt die oberen Luftwege des Pferdes, was unter anderem zu einem eitrigen Ausfluss führt. "Aus veterinärmedizinischer Sicht sollten erkrankte Tiere isoliert werden beziehungsweise den Kontakt zu gesunden Beständen grundsätzlich meiden, da die Übertragung des Erregers durch direkten und indirekten Kontakt erfolgt", so Kreissprecher Ronny Wappler. Die Erkrankung sei zwar nicht melde- oder anzeigepflichtig, aber der Fachbereich Veterinär- und Lebensmittelüberwachung habe aufgrund des aktuellen Falls schon mehrfach Fragen beantworten müssen.

Die Inkubationszeit von Druse beträgt bis zu 14 Tage. "Drei bis vier Wochen wird der Wallach noch in Quarantäne bleiben", so Maren Brand. Nachdem sich die Nachricht in den sozialen Netzwerken verbreitet hatte, herrschte Sorge im Ort. "Viele halten die Krankheit für schlimmer als sie ist." Maren Brand, die so transparent wie möglich mit dem Krankheitsfall umgehen möchte, will beruhigen und aufklären: "Der Wallach kam mit keinem Kundenpferd in Kontakt."

Er sei auf einer abgetrennten Wiese und erhole sich sehr gut. "Er nimmt zu, hat klare Auge und eine trockene Nase." Druse sei mit einer schlimmen Grippe vergleichbar. "Menschen können Träger sein, sich aber nicht anstecken." Sie verstehe die Bedenken im Ort, aber man solle nicht in unnötige Panik verfallen. "Wir sind auf dem Hof auf der sicheren Seite, halten Vorschriften und Empfehlungen ein." Die Quarantäne des Wallachs beinhaltet, dass kein Pferd derzeit den Hof betreten oder verlassen darf, heißt konkret: Auch Ausritte wird es vorläufig nicht geben. Reitlehrer haben nur eingeschränkten Zutritt. "Wir sind da übervorsichtig."

Die Pferdehalter, die ihre Tiere bei ihr untergebracht haben, reagieren laut Maren Brand ziemlich gelassen. Auch hier half ihre schnelle Informationspolitik und Aufklärungsarbeit. "Ich muss unsere Kunden wirklich loben, sie ziehen alle an einem Strang." Selbst junge Mädchen, die ihre Pferde nach ausgiebiger Desinfektion besuchen, würden wie selbstverständlich Fieber messen und ihre Tiere im Auge behalten. "Sie sind diszipliniert und tapfer, gerade bei diesem perfekten Wetter, wo sie nicht ausreiten dürfen." Bisher habe kein anderes Tier Anzeichen für eine Infektion gezeigt.

Entwarnung gibt es für das geplante Dressurturnier vom 2. bis 3. September auf der Bötzower Reitanlage Fiebich. Es findet, wie geplant, statt.

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