Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Gut besuchte Benefizveranstaltung zugunsten der vor 180 Jahren geweihten Kirche Altmädewitz

Orgel erklingt erstmals nach Reparatur

Spielt erstmals die Altmädewitzer Orgel: Sergej Sazonov-Forbrig bringt das 1845 erbaute Instrument zum Klingen.
Spielt erstmals die Altmädewitzer Orgel: Sergej Sazonov-Forbrig bringt das 1845 erbaute Instrument zum Klingen. © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke / 29.08.2017, 06:00 Uhr
Altmädewitz (MOZ) Von außen mache die Kirche zwar einen passablen Eindruck, sagte die Ortsvorsteherin von Altmädewitz am Sonntag im vollbesetzten Gotteshaus. Doch im Inneren werde das Übel sichtbar. Holzwürmer würden das Gestühl auffressen, das Dach sei undicht, so Helga Scholz. Die Orgel sei zwar repariert, dank Spenden, aber nicht restauriert. Und deshalb seien solche Benefizveranstaltungen wie die am Sonntag zugunsten der 1837 geweihten Kirche Altmädewitz wichtig. Dazu hatte die Ortsvorsteherin gemeinsam mit dem Förderverein Kirche und Dorf in und an die Kirche eingeladen.

Wie schön die Orgel tatsächlich klingen kann, das erlebten die Besucher am Sonntag live. Dank Sergej Sazonov-Forbrig. Der Leiter des Chors "Märkisch-Hoffnungsland" war kurzfristig eingesprungen und zog alle Register der Altmädewitzer Kirchenorgel. Die stammt aus dem Jahr 1845 und wurde in der Orgelbauwerkstatt Lang & Dinse Berlin gebaut. Andächtig lauschten die Gäste den Tönen. Sergej Sazonov-Forbrig gab sein Bestes. Er habe diese Orgel das erste Mal gespielt. Und sein Fazit fiel rundum positiv aus: "Sie spielt sich gut. Man spürt, dass die Register und die Pfeifen gestimmt wurden. Sie kann noch gut für die Zukunft genutzt werden." Ortsvorsteherin Helga Scholz bedankte sich mit herzlichen Worten bei Sergej Sazonov-Forbrig, vor allem dafür, dass er so schnell gekommen war. "Ich wurde aus dem Schlaf gerissen. Doch schon nach einem Lied war ich wach", scherzte der Bad Freienwalder.

Und während er sich wieder auf den Heimweg machte, begaben sich die Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit - ins Jahr 1947 und 1997, als das Oderbruch vom Oder-Hochwasser heimgesucht wurde. Eigens dafür hatte Ralf Biesdorf einen Videofilm vorbereitet, der den Gästen das Ausmaß der Flut noch einmal deutlich vor Augen führte. Auch das Gotteshaus in Altmädewitz stand unter Wasser. Das allerdings, so Ralf Biesdorf, lag viele Jahre weiter zurück. "Das war im Jahr 1838. Diese Marke hier erinnert noch daran", berichtete Biesdorf und verwies auf eine Markierung an einem der rechten Pfeiler. "Bis hier hat das Wasser gestanden. Da war die Kirche ein Jahr alt", so Ralf Biesdorf. Das wusste selbst Helga Scholz nicht.

Im Publikum hatte unter anderem Hartmut Meyer Platz genommen. Nicht zufällig. Der Ex-Bauminister war mit einer Auswahl seiner Bilder gekommen und gewährt so den Besuchern des Gotteshauses einen kleinen Einblick in sein Hobby, dem er seit seiner Pensionierung mit großem Eifer frönt.

Auch mit Kunst, allerdings mit musikalischer, sorgten die "Die Reetzer Sänger" und die Trommelgruppe "DJEMBE 77" für beste Unterhaltung.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG