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Feldspieler Rone Lorenz überzeugt beim BBC auch als Torwart

Neuzugang aus Glienicke: Rone Lorenz.
Neuzugang aus Glienicke: Rone Lorenz. © Foto: MZV
Steffen Kretschmer / 29.08.2017, 07:04 Uhr
Birkenwerder (OGA) Im Jugendalter war die Rollenverteilung klar. "Da ich zwei ältere Brüder habe, musste ich auf dem Bolzplatz immer ins Tor." Am vergangenen Sonnabend jedoch stand Rone Lorenz etwas überraschend zwischen den Pfosten des Birkenwerder BC 08.

Denn der 28-Jährige Neuzugang - kam vom Kreisligisten SVGlienicke - ist ein gestandener Feldspieler. Dass er nun beim Vertreter aus der Landesklasse im Kasten aushelfen und die etatmäßige Nummer 1 ersetzen musste, "war überhaupt kein Problem. Jede Woche muss das aber auch nicht sein."

Mit seinen 1,72 Metern Körpergröße hat Lorenz nicht das Gardemaß eines klassischen Keepers. "Das Tor ist bei mir schon etwas größer als bei anderen, die darin stehen", sagt er süffisant. Doch Aufregung vor dem Spiel gegen Victoria Templin war bei ihm Fehlanzeige. Denn der Spieler weiß, dass er sich auf seine "ganz ordentliche Sprungkraft" verlassen kann.

Rone Lorenz machte am Sonnabend seine Sache gut. Lange Zeit sah es sogar danach aus, als würde es ihm gelingen, in dieser Begegnung keinen Gegentreffer zuzulassen. 3:0 hatte der BBC bis vier Minuten vor dem Ende geführt, ehe es die Gäste mit einem Doppelschlag noch einmal spannend machten (87., 88.).

"Rone ist zwar klein, aber er hat das schon in den Trainingseinheiten im Tor wirklich gut gemacht", erzählt Birkenwerders Trainer Jürgen Bogs, der deshalb wenig Bauchschmerzen in Bezug auf diese Nominierung hatte. "An den Gegentoren kann er nichts machen. Ich war gerade beim Schreiben, als die Templiner auf einmal schon wieder jubelten. Das darf nicht passieren." Bis zu diesem Zeitpunkt sei die Viererkette um Martin Wassmann, Steven Weigel, Christoph Barth und Felix Käding eigentlich hellwach und sehr präsent gewesen, meint der Coach.

Die über weite Strecken gute Abwehrarbeit half auch Rone Lorenz im Gehäuse der 08er. Die Sicherheit seiner Vorderleute strahlte auch auf ihn aus. Nur zweimal sei zu spüren gewesen, "dass er kein Torwart ist", sagt Florian Glitza. Dabei will der Co-Trainer seine Aussage aber überhaupt nicht als Kritik verstanden wissen. Denn in genau diesen beiden Momenten löste Rone Lorenz seine Aufgabe mit Bravour. "Er kam in zwei Situationen herausgelaufen, in denen ein Stammtorhüter wohl nicht rauskommt. Da hat man seine Feldspieler-Mentalität gespürt", so Glitza. Darauf angesprochen, erklärt Rone Lorenz: "Auch wenn ich im Tor stehe, bin ich jemand, der mitspielt. Wenn ich den Ball sehe und es passt, dann komme ich eben raus."

Dass der Ausfall des etatmäßigen Schlussmannes, Kyrill Kuhl, durch den Einsatz von Lorenz nicht ins Gewicht fiel, ist aus Sicht des Birkenwerder BC ein positives Zeichen. Denn: Fällt Kuhl aus, muss auf dieser Position improvisiert werden. Eine Nummer 2 gibt es aktuell nicht. "Für das Spiel gegen Templin hatte Kyrill rechtzeitig angekündigt, dass er nicht da ist", erklärt Jürgen Bogs. "Im Normalfall haben wir auch die Option, Feldspieler Karsten Schmidt ins Tor zu stellen. Er fiel jetzt aber lange aus, und war am Wochenende noch nicht soweit, dass er hätte spielen können."

Der entscheidende Tipp kam von Florian Glitza, der Rone Lorenz bereits beim SV Glienicke als Trainer betreute. "Ich wusste, dass er sehr gut im Tor ist." Bei einem Testspiel des Kreisligisten hatte Lorenz bereits einmal überzeugt.

Dass der BBC überhaupt nur über einen "echten" Keeper verfügt, liegt daran, dass vor Saisonbeginn die Verpflichtung eines zweiten Schlussmanns scheiterte. "Einen Torhüter zu finden, ist das Schwierigste, was es gibt. Wir wollten noch jemanden holen", berichtet Glitza. "Doch dieser hat sich das Kreuzband und den Meniskus gerissen. Er ist erst im nächsten Jahr wieder fit." Bis dahin wird in Birkenwerder gehofft, dass Kuhl verletzungsfrei bleibt.

Noch einmal, das steht schon jetzt fest, wird der Stammtorhüter fehlen. Wer dann im Kasten steht, ist offen. Doch Sorgen, dass es Probleme mit der Besetzung geben könnte, macht sich in Birkenwerder nach dem letzten Spiel in der Landesklasse ohnehin niemand.

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