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Drahtmatten schützen den Anschlussdamm des Neuen Deiches / Land und Bund investieren 260 000 Euro

Biber beißt künftig auf Stahl

Stahldrahtgitter mit Plasteteppich: Der Verbinder von Altem und Neuem Deich in Nieschen wird gegen Bibergrabungen geschützt
Stahldrahtgitter mit Plasteteppich: Der Verbinder von Altem und Neuem Deich in Nieschen wird gegen Bibergrabungen geschützt © Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 29.08.2017, 07:30 Uhr
Genschmar (MOZ) Das Landesamt für Umwelt (LfU) lässt derzeit an der Verbindung des Alten und des Neuen Deiches im Genschmarer Ortsteil Nieschen Biberschäden beseitigen. Auf insgesamt 1050 Metern werden bis Oktober Bibermatten in und am Deichfuß eingebaut.

Die Teilnehmer der Tour de MOZ staunten am Sonnabend nicht schlecht, als sie auf den Neuen Deich fuhren. Die rund einen Kilometer lange Baustelle der vor 20 Jahren gegründeten Ingenieur Wasser und Tiefbau GmbH Frankfurt (IWT) machte ihnen schlagartig deutlich, welchen Aufwand der Schutz der Hochwasseranlagen im Oderbruch vor der Zerstörung durch Biber macht. Und wer wollte, konnte von Sophienthals Ortsvorsteher Botmar Mischke oder Bleyen-Genschmars Bürgermeister Dirk Hundertmark die entsprechenden Kommentare bekommen.

Das Verbauen von Stahldrahtmatten in den Deich ist eine Methode, die das Amt für Umwelt bereits an mehreren Abschnitt des Deiches angewendet hat - etwa am Kienitzer Polder bei Sophienthal oder am Abschnitt bei Zollbrücke. Die Anfang August begonnene Arbeit in Nieschen dauert bis Oktober.

Eigentlich gilt am Deich ganzjährig die Ausnahmeregelung, dass Biber von der Hochwasserschutzanlage ferngehalten werden dürfen. Aber das Bejagen der Wühler direkt am Deich ist bislang noch nicht praktikabel. Der Einbau von Stahldrahtmatten gilt daher als Mittel der Vergrämung. Im Falle eines Deichbruchs auf Grund von Biberröhren in der Dammkrone würde sonst das Mittelbruch überflutet werden.

Ein grünes Baustellen-Schild informiert an der Deich-Abfahrt Genschmar über das Gemeinschaftsprojekt von Land und Bund. Aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" sowie aus einem Landestopf fließen 260 000 Euro, so das Amt für Umwelt, das die Bauoberleitung inne hat.

Bei etwas höheren Wasserständen stehen die Polder unterhalb des Fährweg-Dammes unter Wasser. Dann wühlen sich die Biber in den Deich, um sich Fluchtröhren zu bauen. Auch deren Eingang liegt gewöhnlich unter Wasser, der Wohnkessel dann unter der Dammkrone.

Deshalb haben Bernd Köppen und Wolfgang Zimmermann von der Firma IWT den Stahldraht vertikal und horizontal verbaut. Der vertikale Draht, der 1,50 Meter tief in den Deichfuß ragt, soll verhindern, dass die Biber sich von dort unterirdisch Zugang zum Deichkörper verschaffen. Zudem werden mehrere 1,50 Meter breite Lagen des Drahtes horizontal auf der wasserseitigen Deichböschung mit Erdnägeln befestigt. Diese Drahtrollen tragen einen "Wirrgelege" genannten Teppich aus Plastefasern. Der soll es künftig ermöglichen, dass der Bereich auch mit der Technik des Deichverbandes gemäht werden kann. Das Gras soll sich mit dem Plasteteppich verbinden und so eine dichte Oberfläche bilden, erläuterte Sybille Thum vom Bad Freienwalder Planungsbüro Schure&Thum. Diese Matten werden nicht bis ganz hoch zur Dammkrone verlegt, informiert Günter Wartenberg von der Bad Freienwalder LfU-Dienststelle. Im nächsten Jahr wird die Sicherung in dem Bereich fortgesetzt, in dem jetzt noch Bäume stehen.

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