Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

400 000 Euro für das Projekt "Heim(at)arbeit" / Altranfter Kulturstätte will mehr Schulen einbinden

Schweizer Stiftung fördert Museum

Kleinarbeit:An der Altranfter Erntekrone haben Renate Werner, Ilse Hartmann (verd.), Dörte Rieck, Hannelore Hoffmann, Merle Rieck, Joachim "Cäsar" Schmidt, Hannelore Schmidt, Bärbel Schwoch, Gudrun Kutzner, Isa David und Ursula Schulz mitgearbeitet
Kleinarbeit:An der Altranfter Erntekrone haben Renate Werner, Ilse Hartmann (verd.), Dörte Rieck, Hannelore Hoffmann, Merle Rieck, Joachim "Cäsar" Schmidt, Hannelore Schmidt, Bärbel Schwoch, Gudrun Kutzner, Isa David und Ursula Schulz mitgearbeitet © Foto: Renate Melz
Steffen Göttmann / 29.08.2017, 07:30 Uhr
Altranft (MOZ) Das "Oderbruch Museum Altranft - Werkstatt für ländliche Kultur" hat erstmals privates Fördergeld eingeworben. Die Schweizer Drosos-Stiftung unterstützt die Weiterentwicklung des Projektes "Heim(at)arbeit" bis Ende 2020 mit 400 000 Euro.

"Für uns ist es ein Meilenstein, dass uns eine private Schweizer Stiftung unterstützt, die in der Regel vorwiegend Projekte in Asien und Afrika fördert", sagt Kenneth Anders, Leiter des Programmbüros des Oderbruch Museums. Aus historischen Gründen bezuschusse die Stiftung in Mitteleuropa nur Projekte in der Schweiz und den fünf ostdeutschen Bundesländern.

Die Drosos-Stiftung unterstützt laut Satzung die schöpferische Tätigkeit von jungen Menschen. Sie sollen den Übergang von der Schule ins Berufsleben meistern und damit ihre soziale und wirtschaftliche Teilhabe sichern.

Das Büro für Landschaftskom-munikation in Schiffmühle hatte "Heim(at)arbeit" vor fünf Jahren mit schmalem Taler aus der Taufe gehoben. Die 50 000 Euro reichten kaum, um die einzige Mitarbeiterin zu finanzieren. Sie habe viel ehrenamtliche Arbeit einbringen müssen, blickte Kenneth Anders zurück.

Bei dem Projekt geht es um Leben und Arbeiten im Oderbruch. Dabei ist "Heim(at)arbeit" keineswegs romantisierend gemeint, indem es nur auf altes Handwerk wie Tischler oder Korbflechter blickt. "Dazu gehört heute auch die Ärztin, der Tierarzt und der Kfz-Mechaniker", so der Leiter des Programmbüros. Die Schüler sollen die Vielfalt des Berufslebens im Oderbruch kennenlernen. "Wir wollen die Schüler nicht auffordern, hier zu bleiben oder zurückzukehren, sondern zeigen, was alles möglich ist", so Anders. Das Projekt richte sich vor allem an Neuntklässler.

"Die Schüler lernen, dass diese Menschen nicht einfach nur einen Job machen, sondern sich neben ihrer Erwerbstätigkeit auch häufig ehrenamtlich engagieren und ein regionalwirtschaftliches Netzwerk bilden", erläuterte Kenneth Anders. Die Menschen im Oderbruch stellten nicht die Frage, wo sie am meisten verdienen, sondern, wo sie arbeiten und sich zudem wohlfühlen können. Bei einer Exkursion zur Milchviehanlage nach Neulewin trafen die Schüler Tierarzt Ulf-Michael Stumpe. "Sie waren erstaunt, dass er neben seiner Arbeit auch noch Volleyball spielt", so Anders.

Mit dem Geld solle das Projekt auf weitere Schulen ausgeweitet werden, erklärte Anders. Bisher läuft es an der Grund- und Oberschule "Salvador-Allende" und am Evangelischen Johanniter-Gymnasium in Wriezen. Von großem Vorteil sei, dass "Heim(at)arbeit" in den WAT (Wirtschaft/Arbeit/Technik)-Unterricht eingebettet sei. "Dann müssen wir die Lehrer nicht zusätzlich belasten", so der Programmdirektor.

Die Schüler beenden ihre jeweiligen Projektarbeiten mit Präsentationen, Ausstellungen, Theateraufführungen und anderen Ausdrucksformen. Diese schaffen wieder Verbindungen zum Oderbruch-Museum. Wegen der hohen Fördersummen werde "Heim(at)-arbeit" vom Museumsverein verantwortet. Für den Oderbruchpavillon sei der Aufwand zu groß geworden.

Die Laufzeit des Projektes sei auf Ende 2020 befristet, wenn auch die Förderungen der Stadt Bad Freienwalde, des Landkreises und der Kulturstiftung des Bundes auslaufen. "Stadtverordnete und Kreistagsabgeordnete müssen über das Museum befinden und sollen frei entscheiden können", begründete Anders. Sie sollen nicht unter dem Druck stehen, ob eine der Förderungen weiterläuft.

Neben Bildungsprojekten wie diesem betreut das Oderbruch-Museum auch noch handfeste Traditionen, wie das Binden der Erntekrone. Altranfter haben diese am Sonntagmittag am Fischerhaus geflochten und gebunden. Sie wird am 1. Oktober geweiht und beim Ernteumzug gezeigt.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG