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Wetterexperte Franz Kohler aus Güstebieser Loose blickt auf die vergangenen Monate zurück

Nasser Sommer mit wenig Sonne

Nur mit Regenschirm: Franz Kohler, Hobbymeteorologe aus Güstebieser Loose, macht in seinem Garten vor der technisch hochgerüsteten Wetterstation deutlich, was für ihn diesem Sommer geprägt hat: die höchste Niederschlagsmenge seit 2015
Nur mit Regenschirm: Franz Kohler, Hobbymeteorologe aus Güstebieser Loose, macht in seinem Garten vor der technisch hochgerüsteten Wetterstation deutlich, was für ihn diesem Sommer geprägt hat: die höchste Niederschlagsmenge seit 2015 © Foto: Tim Benesch
Tim Benesch / 29.08.2017, 19:10 Uhr
Güstebieser Loose (MOZ) Franz Kohler, Wetterexperte aus Güstebieser Loose, gewährt Zugang zu seiner privaten Wetterstation im Hinterhof seines Hauses. Für das Oderland Echo hat er den bisherigen Sommer im Oderbruch analysiert. Sein Ergebnis: sehr durchwachsen.

Am Himmel zeigen sich Schönwetterwolken. Die Sonne scheint. Ganz ungewöhnlich für die vergangenen Wochen, wo doch mehrmals starke Regenfälle das Oderbruch heimgesucht haben.

"Das Wetter spielte schon immer eine Rolle in meinem Leben" sagt Franz Kohler. Er wuchs auf dem Land auf, war schon früh an der Pflege des familieneigenen Gartens beteiligt und machte später einen Bootsführerschein. Immer wieder wurde er dabei mit dem Wetter konfrontiert. "Da liegen die Ursprünge meines Interesses", erklärt er.

Aber erst im Jahr 1999 wandte er sich dem Wetter genauer zu, begann es zu analysieren und zu dokumentieren, bis heute. Anfangs hatte er noch nicht die technische Ausrüstung, die er jetzt besitzt. Dennoch war er eifrig dabei und hielt zunächst Temperaturen und Niederschläge mit unzähligen Kugelschreibern in Listen und Tabellen fest, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

2006 kam dann eine semi-professionelle Wetterstation dazu und fortan war er im Besitz aller möglichen Wetterdaten für das Oderbruch: Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Wind, Windböen, Regenniederschlag und vieles mehr.

Die Wetterstation besteht aus einem Bodentemperaturmesser - einem mit einer Vielzahl an technischen Apparaturen verkleideter Stab, der in die Höhe ragt - sowie einem Windmesser, der der Registrierung der Windstärke beziehungsweise der Strömungsgeschwindigkeit dient, und einem Solarmesser auf dem Dach, der die Sonnenstunden pro Tag verzeichnet. Per Funk werden die gewonnenen Daten an den Computer des 71-Jährigen gesendet, wo er sie, gemütlich auf der Veranda sitzend, auswerten kann.

Mittels dieser technischen Einrichtung hat sich Franz Kohler auch an die Auswertung des bisherigen Sommers gemacht: den Meteorologischen Sommer, der die Monate Juni bis August umfasst, erklärt er. Vor allem unter Berücksichtigung zweier Gesichtspunkte: Niederschlag und Anzahl der Sommertage sowie der Heißen Tage.

Bezüglich des Niederschlages im nördlichen Oderbruch, sagt der Wetterexperte, dass er in diesem Jahr die höchste Niederschlagsmenge in den Sommermonaten seit 2015 erfasst hat. Die Rede ist von 271 Millimetern pro Quadratmeter. Das ist der Grund dafür, dass die Menschen in der Region einen recht nassen Sommer erlebt haben, so Franz Kohler.

Was die Sommertage und die Heißen Tage betrifft, stellt er Folgendes fest: Sommertage, also Tage mit Tageshöchsttemperaturen über 25 Grad Celsius, gab es 32. Dagegen nur zwei heiße Tage, also Tage mit Tageshöchsttemperaturen über 30 Grad Celsius. "Das ist extrem wenig dieses Jahr", so seine Einschätzung der Daten.

Im Vergleich zu den Jahren davor zieht der ehemalige Pflegedienstleiter die Schlussfolgerung: Die Trockenheit hat seit 2013 nachgelassen, die Feuchtigkeit hat zugenommen. Ein weiterer Indikator ist das Nachlassen erhöhter Waldbrandstufen in den vergangenen Jahren.

Letztendlich war der Meteorologische Sommer nicht nur nass, er war auch von wenig Sonnenschein bestimmt. Bleibt nur zu hoffen, dass Franz Kohler im nächsten Sommer Daten vorlegen kann, die von besserem Wetter zeugen.

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