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Niedersächsisches Oberndorf hat sich dem Niedergang seiner Strukturen erfolgreich widersetzt

Starthilfe für Dörfer im Aufbruch

© Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 31.08.2017, 06:00 Uhr
Alt Mahlisch/Briesen (MOZ) Was wird aus den Dörfern im Zuge der weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft? Dieser Problematik stellt sich ein Projekt, das jetzt in Briesen startet und das zum Ziel hat, dass sich die Einwohner der Dörfer selbst auf den Weg machen, die Zukunft des ländlichen Raums zu gestalten. Für Monia Ben Larbi aus Alt Mahlisch ist dieses Projekt, das vom Städte- und Gemeindebund sowie vom Familienministerium gefördert wird, ein weiteres Feld mit bereits erprobten Mitteln. Denn mit Prof. Gerald Hüther, Prof. Stephan Breidenbach und Margret Rasfeld hatte sie das Projekt "Schule im Aufbruch" mitgestaltet, bei dem es darauf ankam, dass in Schulen die Kräfte trainiert werden, die eine Veränderung des Althergebrachten gewagt haben.

Vorreiter ist dabei das Beispiel des Dorfes Oberndorf in Niedersachsen: Als in dem vergleichsweise größeren Ort die Schule geschlossen werden sollte, regte sich Widerstand. Die Bürger trafen sich in der ehemaligen Gaststätte, um einen Plan zu entwickeln, wie sie dem steten Zerfall der Strukturen entgegenwirken können. Mit Hilfe einer Beraterfirma wurde ein Konzept für eine Bürger-Aktiengesellschaft erstellt. Was es in der Gegend besonders viel gibt ist Gülle. Die Bürger-AG errichtete eine Biogasanlage, in der die Gülle verarbeitet wurde. Das spülte Geld in die AG, das weiter investiert werden konnte: in eine Fischzuchtanlage. Dank der Abwärme aus der Biogasanlage werden dort jetzt afrikanische Welse gezüchtet. Inzwischen gedeiht Obst und Gemüse in Gewächshäusern. Die Produkte sind gefragt. Es zogen wieder Familien ins Dorf. Die Schule wurde unter freier Trägerschaft wiedereröffnet. Auch die Gemeinde steht jetzt voll hinter der AG. Die Gaststätte ist wieder offen. Irgendwann, so die Träume der Oberndörfler, werden dort Bananen geerntet. Der Dokumentarfilm "Von Bananenbäumen träumen" beschreibt diesen Weg. "Es geht aber nicht darum, es genauso zu machen, sondern die Potentiale vor Ort zu entdecken", betonte Monia Ben Larbi. Den Dokumentarfilm kann man sich schicken lassen, um einen Einstieg zu bekommen. Von dem Projektbüro im Gemeindezentrum Briesen aus werden ein Online-Kurs und eine Konferenz vorbereitet, so Monia Ben Larbi weiter. Bei der Initiative können sich alle Orte beteiligen, die ein gelbes Ortseingangschild haben. Es geht nicht in erster Linie um Gemeinden. Die Akteure müssen (noch) keine Kommunalpolitiker sein.

Kontakt: Mail: info@doerfer-im-aufbruch.de; Internet: http://www.doerfer-im-aufbruch.de/

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