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Berliner Gesellschaft lässt auf den Dächern der Milch-Agrargesellschaft 2777 Solarmodule installieren

Neues Solarkraftwerk in Criewen

Ein polnischer Monteur bereitet die Verlegung von Solarmodulen auf dem Dach eines Stalls der Criewener Milch-Agrargesellschaft vor.
Ein polnischer Monteur bereitet die Verlegung von Solarmodulen auf dem Dach eines Stalls der Criewener Milch-Agrargesellschaft vor. © Foto: MOZ/Michael Dietrich
Michael Dietrich / 31.08.2017, 07:55 Uhr
Criewen (MOZ) Solaranlagen lohnen sich wieder. Auf den Dächern eines Landwirtschaftsbetriebes in Criewen entsteht derzeit ein riesiges Solarkraftwerk, das 350 bis 400 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Auch in Schwedt gibt es neue Projekte für Fotovoltaik-Anlagen.

Ställe, Scheunen, Werkstätten, Büro, Unterstände - insgesamt zehn Gebäude der Milch-Agrargesellschaft Criewen haben in diesem Jahr neue Dächer erhalten. Auf denen montieren seit Wochen polnische Arbeiter einer sächsischen Industriemontagefirma Tausende Solarmodule. Bis Ende September soll es fertig sein, das riesige Solarkraftwerk. Es besteht genau aus 2777 Solarpanelen und hat eine Leistung von 750 Kilowatt. "Das würde den Strombedarf von 350 bis 400 Haushalten decken", erklärt Hermann Meemken, Projektentwickler für Fotovoltaik-Anlagen. Der Berliner hat ein Häuschen in der Uckermark und weiß, wovon er redet, wenn er behauptet: "Die der Uckermark gibt es noch viel Potenzial für die Nutzung vorhandener Dächer für die Solarstrom-Erzeugung." Er meint vor allem die vielen privatisierten ehemaligen Güter und LPG mit ihren Gebäuden aus DDR-Zeiten.

In Criewen stieß er bei Geschäftsführerin Cornelia Künkel auf offene Ohren. Dafür, dass der Betrieb seine Dächer an die Criewen Solar GmbH verpachtet, sanierte ihm diese zuvor alle diese Dächer. Die meisten davon waren aus Wellasbest, also jenen zu DDR-Zeiten üblichen Platten aus Asbestzement. Heute ist das Sondermüll und jeder Hausbesitzer ist froh, wenn er den entsorgt bekommt. Der Criewener Betrieb hat mit den neuen Dächern aus Profilblechen nun mindestens wieder 30 Jahre Ruhe. Ein Privatanleger, der in das Solarkraftwerk investierte, hat mindestens die nächsten 21 Jahre eine kleine aber solide Rendite und die Stadtwerke Schwedt, in deren Netz der Solarstrom eingespeist wird, kann mittlerweile mehr als 50 Prozent des Stromverbrauchs in Schwedt aus regenerativen Quellen wie Sonne und Wind decken. Im Schwedter Netz der Stadtwerke sind inzwischen Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 12,7 Megawatt installiert. Die decken bereits 15 Prozent des Gesamtstromverbrauchs. Angemeldet sind einschließlich der Criewener Anlage weitere Anlagen mit einer Leistung von 2 Megawatt.

Die Criewen Solar GmbH speist ihren Solarstrom komplett ein. Auch wenn es für die Kilowattstunde nach der deutlichen Abschmelzung der Förderung nur noch knapp 12 Cent gibt, rechnet sich das für Anleger wieder. Grund sind rapide gesunkenen Preise für Solarmodule, meist aus chinesischer Produktion sowie die stark gefallenen Zinsen für Kredite.

Auch in Schwedt wird gerade eine große Solaranlage vorbereitet. Die entsteht auf dem Dach des Betriebssitzes der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft in der Steinstraße.

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