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Eisenbahnersiedlung: Bürgermeister sieht guten Kompromiss

Michael Zahn
Michael Zahn © Foto: Jana Jung
Patrik Rachner / 31.08.2017, 22:12 Uhr
Elstal (MOZ) Es war eine emotionale und teils latent aggressive Sitzung: Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Wohnen, hat am Mittwochabend die Pläne zur Nachverdichtung der Eisenbahnersiedlung in der Aula der Oberschule Elstal vorgestellt. Bereits zuvor war ein Kompromiss ausgehandelt worden, wonach statt ursprünglich 13, später neun und nun vier Häuser in massiver Holzbauweise neu gebaut werden sollen. 28 Wohnungen sollen auf einer Fläche von knapp 3.000 Quadratmetern entstehen. Knackpunkt war bekanntermaßen eine 2014 von der Verwaltung positiv beschiedene Bauvoranfrage an der Gemeindevertretung vorbei. Deshalb hagelte es erneut Kritik, die in Summe durch das Entgegenkommen der Deutschen Wohnen allerdings abgefedert werden konnte. Zahn lobte dazu das Engagement von Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos).

Es herrschte eine gewisse Unruhe. Rund 150 Elstaler kamen. Die Polizei war vor Ort, auch Personenschützer. Zum Einsatz gelangten sie indes nicht. Doch musste Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) zumindest beschwichtigen. "Ich habe berechtigte Kritik eingefangen. Das muss ich zugeben, aber ich denke, der gefundene Kompromiss ist gut. Damit können alle leben", sagte er im Nachgang zur Sitzung. Dass etwa die Nebengelasse erhalten bleiben und saniert werden sollen (3.000 Euro je Quadratmeter Kosten), dort ist ersten Plänen zufolge im Sinne der Bevölkerung auch eine kommunale Nutzung angedacht, Stichwort Ateliers, wertete er als Erfolg - genauso die Tatsache, dass die Gärten unangetastet bleiben beziehungsweise nicht bebaut werden. "Die größte Sorge ist damit vom Tisch. Die Verdichtung fällt deutlich geringer aus als zunächst geplant. Insofern können wir nun zufrieden sein, dass die Deutsche Wohnen sich kompromissbereit gezeigt hat", so Schreiber.

Zahn selbst betonte, dass das Unternehmen inklusive der vier neuen Häuser rund 30 Millionen Euro in die Sanierung der Eisenbahnersiedlung gesteckt haben wird. Und: Als Eigentümerin sei die Deutsche Wohnen an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Mietern und der Gemeinde weiterhin hochgradig interessiert. Kritik musste indes auch Zahn einstecken, doch war er im Prinzip nicht der richtige Adressat. Denn: Die Reihenhäuser, die Privatpersonen vom Amt für Bundeseisenbahnvermögen erstanden haben, sind mit Blick auf Denkmalschutz offenbar mit zweierlei Maß behandelt worden. Das heißt: Hauseigentümer werteten die Auflagen im Gegensatz zu denjenigen, die die Deutsche Wohnen von der kreislichen Denkmalbehörde erhalten hatte, Stichwort Balkonanbau etwa, als problematisch. Zahn bot dazu indes seine Unterstützung an. Dennoch scheint eine gewissen Unzufriedenheit weiterhin zu bestehen. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Oliver Kreuels, sagte etwa: "Vor dem Hintergrund der positiv beschiedenen Bauvoranfrage ist die Vorgehensweise der Verwaltung ein Unding. Trotz des Kompromisses werde ich mich wohl bei einer Abstimmung zur Änderung des Bebauungsplanes mit Blick auf die Veränderungssperre enthalten. Sonst würde ich das Handeln der Verwaltung nachträglich legitimieren."

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