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Förderverein Naturpark Barnim plant zuversichtlich Sanierung des Hobrechtsfelder Denkmals

Schwungvoll in die Speicherzukunft

SPD-Landtagsabgeordnete Britta Stark, Panketals Bürgermeister Rainer Fornell, Architekt Stefan Woehrlin und Fördervereinsvorsitzende Petra Bierwirth (v.l.)
SPD-Landtagsabgeordnete Britta Stark, Panketals Bürgermeister Rainer Fornell, Architekt Stefan Woehrlin und Fördervereinsvorsitzende Petra Bierwirth (v.l.) © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Andrea Linne / 01.09.2017, 07:50 Uhr
Hobrechtsfelde (MOZ) Noch gibt es keine eigene Brauerei im Panketaler Ortsteil Hobrechtsfelde, deshalb musste ein Getränke einer Berliner Marke herhalten. Dennoch wurde viele Optimismus versprüht beim ersten Spatenstich für den Gastraum im Erdgeschoss des technischen Denkmals Alter Kornspeicher.

Der Förderverein des Naturparks Barnim hatte dazu eingeladen, viele Beteiligte folgten dem lang ersehnten Baustart. Denn längst waren Fördermittel dafür ausgereicht worden. Nun haben Landkreis Barnim und Förderverein Naturpark Barnim ihren Eigenanteil dazu gepackt.

Für 170 000 Euro soll im früheren Trichterraum im Erdgeschoss des beeindruckenden Gebäudes inmitten der Flächen der Stadtgüter Berlin ein Gastraum entstehen. Der wird flankiert von einem Container für die Küche und Medien sowie Toiletten für eine saisonale Bewirtschaftung des Raumes. Voraussichtlich ab Mitte 2018, hofft Vereinsvorsitzende Petra Bierwirth, sollen die ersten Gäste, die es sowieso zahlreich in den Naturpark zieht, bewirtet werden können.

Auch für einen Aufzug, der nötig ist, berichtet Architekt Stefan Woehrlin, werde alles baulich vorbereitet. In einem zweiten Abschnitt komme dieser dann in den Schacht, um Besucher barrierefrei in die oberen Ausstellungsflächen und Etagen bis zur Aussichtsetage zu bringen. Auch die einst vorhandenen Medien, die teilweise noch im Erdreich liegen, könnten dann in Kooperation mit den Stadtgütern, die laut Bierwirth der Sache offen gegenüber stehen, wieder ertüchtigt werden. Über das mittels Hochtechnologie dann sanierte Treppenhaus innerhalb des Speichers, das als Fluchtweg dienen muss, werde die öffentliche Nutzung gesichert. Doch für diesen zweiten Gesamtabschnitt sind laut Woehrlin noch einmal 400 000 Euro nötig. Doch dieses Geld fehlt, Fördermittelzusagen stehen aus.

Erst in einem dritten Abschnitt - die Zeitschiene liegt sehr weit in der Zukunft - erhalten Dach und Fassade samt Anbau für Küchentrakt und obere Konferenz-Räume den nötigen Schliff. Dann soll auch, berichtet Bierwirth, gemeinsam mit dem Müller aus dem Dorf Marzahn eine Visualisierung umgesetzt werden, die nachvollziehbar macht, wie der Getreidespeicher einst funktionierte. Als ein Aspirator noch die Spreu und den Staub abtransportierte und per Spiraltechnik alles in die Luft freigesetzt wurde. Bernd Hoffmann, der frühere Oberhaveler Dezernatsleiter, weiß viel zu erzählen. Viele Jahre hatte er den Vorsitz des Vereins inne. Der 70-Jährige weiß aus dem Stegreif viele Fakten. Das Grundstück wurde von Berlin 1898 erworben. 1910 entstand der Speicher für das Mustergut Hobrechtsfelde.

Drei bis fünf Millionen Euro sind für das gesamte Sanierungsvorhaben nötig. Die 65 Mitglieder, dazu zählen auch die Gemeinden Panketal und Mühlenbecker Land, müssen noch einiges leisten, um das Projekt umzusetzen. Dazu kommt, dass nicht alle Dorfbewohner die Belebung des Geländes wünschen. Für die Bürgerinitiative Hobrechtsfelde schaute Andreas Bossmann vorbei. Zuletzt hatte die BI fehlende Kommunikation beklagt, die Petra Bierwirth zurückwies.

Nun waren alle gemeinsam im Trichterraum und ließen sich auf den neuesten Stand bringen. Mit dabei war auch der Geschäftsführer der Hoffnungstaler Werkstätten Lobetal, Thomas Keller, der noch kräftig im Ortsteil nachlegen will. Geplant ist unweit des Speichers eine Orangerie, die der Zierpflanzenabteilung seiner Werkstätten als Winterquartier dienen soll. 1,2 Millionen Euro will die gemeinnützige GmbH investieren, noch fehlen 400 000 Euro Fördermittel. Keller aber ist optimistisch, wie alle an diesem Tag: "Wir hoffen sehr, dass mit den Arbeiten am Speicher auch in unser Projekt neuer Schwung kommt."

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