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Spur der Steine

Teamarbeiter: Christine und Johannes Mommert feiern 30-jähriges Betriebsjubiläum.
Teamarbeiter: Christine und Johannes Mommert feiern 30-jähriges Betriebsjubiläum. © Foto: MZV
Jürgen Liebezeit / 03.09.2017, 08:56 Uhr
Borgsdorf (OGA) Fast zwei Jahre hat es gedauert, bis Johannes Mommert vom Staat die Genehmigung bekam, einen eigenen Betrieb aufzubauen. Das ist jetzt 30 Jahre her. Am Freitag feierte er mit Geschäftsfreunden, Mitarbeitern, Nachbarn und seiner Familie das Jubiläum. Einen Tag zuvor hatte er seine Mitarbeiter zu einem Angelausflug nach Polen eingeladen. "Wir haben 38 Forellen gefangen", berichtete er von einem Tag ohne Arbeit.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat der Maurermeister mit seinen Mitarbeitern wahrlich eine Spur der Steine geschaffen. Nicht nur in seinem Heimatort Borgsdorf, sondern auch in den Nachbargemeinden sowie in Berlin war er mit seinen Männern im Einsatz. So hat er den maroden Turm der denkmalgeschützten Pinnower Kirche wieder aufgebaut, den Altar der evangelischen Kirche in Birkenwerder rekonstruiert oder die Hinterlandmauer an der Gedenkstätte Bernauer Straße in Berlin restauriert. Aber auch zahlreiche private Bauherren konnte Mommert zufriedenstellen. "Wir leben von unserer Qualität. Zufriedene Kunden sind die beste Werbung fürs Geschäft", ist der 63-Jährige überzeugt.

Qualität spielt für den gebürtigen Lausitzer schon das ganze Berufsleben eine wichtige Rolle. Denn es bildet mit großer Leidenschaft Lehrlinge in seinem Betrieb aus. Zurzeit lernt ein 22-jähriger Flüchtling aus Afghanistan bei ihm das Handwerk des Maurers. "Das ist ein kluger und geschickter Junge. Der wird seinen Weg machen", ist Mommert überzeugt.

Trotzdem macht er sich Sorgen um sein Handwerk. "Es gibt immer weniger junge Leute, die den Beruf erlernen wollen." Zurzeit gebe es im Landkreis Oberhavel nur zwölf Auszubildende, bedauert Mommert, der bei der Handwerkskammer Vorsitzender der Prüfungskommission für Maurer ist. "Mit jungen Leuten zu arbeiten, liegt mir", so Mommert, der 1979 seinen Meister machte und vier Jahre später in Magdeburg sein Studium als Ingenieurpädagoge abschloss. Seitdem bildet den Nachwuchs der Branche aus.

Der Zufall hat den Handwerker nach Borgsdorf verschlagen. Als er endlich gut zwei Jahre vor der Wende seinen Betrieb gründen durfte, wollte ihm der Rat der Gemeinde in Schmachtenhagen , wo er lebte und seine Frau in der Schule arbeitete, kein Gewerbegrundstück zur Verfügung stellen. In Borgsdorf wurde er dagegen mit offenen Armen empfangen. "Ich habe sofort gute Partner gefunden, um an Material zu kommen", erinnert sich Mommert an die Gründungsjahre. Das war auch bitternötig. Denn auf seine erste Materialbestellung - Dachziegel- und Drahtgewebe - sollte er mehr als ein halbes Jahr warten. "Das ist heute zum Glück nicht mehr so", kann der Maurer heute über die damalige Planwirtschaft lachen.

Zeitweise hatte der Innungsbetrieb bis zu zwölf Mitarbeiter. Als die Konjunktur abflaute, wurde "abgespeckt".

Heute hat Johannes Mommert neben dem Lehrling noch vier Angestellte, die schon in der Gründerjahren bei ihm beschäftigt waren.

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