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Fans feiern den 2:1-Sieg des Brandenburgligisten Klosterfelde über die favorisierten Gäste aus Seelow

Union wirft Victoria raus

Britta Gallrein / 03.09.2017, 21:29 Uhr
Klosterfelde (MOZ) Für eine faustdicke Überraschung im Fußball-Landespokal sorgt die SG Union Klosterfelde. Das Team aus der Brandenburgliga wirft mit einem 2:1-Sieg den favorisierten Oberligisten SV Victoria Seelow aus dem Rennen.

Wer die Unioner am jüngsten Spieltag bei der 1:5-Klatsche gegen den MSV Neuruppin gesehen hatte, der rieb sich verwundert die Augen. War das wirklich die selbe Mannschaft? Denn diese hier, die sich am Freitagabend 213 zahlenden Gästen im Stadion an der Mühlenstraße präsentierte, zeigte von Anfang an keine Angst vor dem starken Gegner, dafür aber den unbedingten Willen zu gewinnen.

Ein frühes erstes Tor hilft ihnen dabei. Es ist die zweite Aktion im Spiel. Ein langer Ball segelt in den Seelower Strafraum, Morten Jechow ist schneller als Victorias Innenverteidiger Dawid Jankowski und köpft über den herausgeeilten Seelower Keeper zum 1:0 (2.).

Es entwickelt sich ein munteres Spiel, in dem die Seelower zwar spielerisch den besseren Fußball zeigen und rund 70 Prozent Ballbesitz haben, doch vor dem Tor endete die Herrlichkeit der Gäste. Gefahr drohte immer über Seelows linke Seite. Ronaldo Melo Cavalcante fegt wie ein Wirbelsturm die Außenlinie entlang und bedient die Seelower Stürmer. Doch Unions Abwehrchef Martin Wenzeck, der ein sehr gutes Spiel macht und seine Nebenleute Norman Jechow, Neuzugang Paul Fleischer und Benjamin Bluhm sind hellwach, verteidigten solide.

Eine gute Chance vergibt Unions Morten Jechow. Ein Abpraller des an diesem Tag zu eigensinnig agierenden Paul Röwer bekommt er vor die Füße und verzieht frei vor Seelows Schlussmann nur knapp. Victorias Defensivabteilung zeigt sich an diesem Abend alles andere als sattelfest. Trainer Sebastian Jankowski rauft sich verständlicherweise die Haare.

Kurz vor der Pause noch eine Riesenchance für Seelows Pierre Kruber. Die Fans haben den Torschrei schon auf den Lippen, doch gleich zwei Seelower versieben den ersten und den Nachschuss.

Die Seelower Fans sind in der Pause dennoch optimistisch, das Spiel noch zu drehen. Zumal die Heimelf in Hälfte eins viel investierte und hohes Tempo ging. Das müsste sich doch jetzt rächen, oder? Auch die Union-Anhänger sind skeptisch: Geht Klosterfelde jetzt die Puste aus?

Von wegen. Zu Beginn der zweiten Hälfte müssen die Unioner einen Sturmlauf der jetzt logischerweise stärker drängenden Seelower bestehen. Das Ecken-Verhältnis: gefühlt 20:0 für die Gäste. Doch die Führung hält.

Dann erneut eine "Hundertprozentige" für Unions Torschützen Morten Jechow. Florian Gerber erkämpft sich den Ball an der Mittellinie, von dort geht es zu Tobias Marz, der den im rechten Halbfeld sträflich frei stehenden Morten Jechow bedient. Der stürmt alleine auf Keeper Vitaliy Chizhykov zu - und verzieht rechts am Tor vorbei. "Da wollte ich es zu genau machen", ärgert sich Jechow später. "Den hätte ich machen müssen."

Satt dessen macht es jetzt Seelow. Tim Borchert kann Ronaldo Cavalcante nicht am flanken hindern und der Union-Abwehr fehlt kurz die Zuordnung. Rick Drews wirft sich in den Ball und trifft zum 1:1-Ausgleich.

"Dass das hier so schwer werden würde, hätte ich jetzt nicht gedacht", erklärt ein Seelower Fan - offensichtlich sicher, dass es doch jetzt aber noch was werden sollte mit dem Sieg. Doch dann die 74. Minute: Tobias Marz tanzt mit einem beherzten Sololauf über die linke Seite die Seelower Mittelfeld-Abteilung aus und kann nur regelwidrig auf seinem Weg in Richtung Tor gestoppt werden. Schiedsrichter Jonas Belke, der bis auf viele fragliche Abseitsentscheidungen auf beiden Seiten die Partie gut im Griff hat, entscheidet auf Freistoß. Tobias Marz schnappt sich den Ball. Seelows Keeper postiert derweil seine Mauer. "Mauer steht gut", rufen die Fans. "Denkste", denkt sich Marz und zieht aus gut 20 Metern ab. Wie an der Schnur gezogen pfeift sein Sonntagsschuss über die Mauer und schlägt im oberen linken Eck ein. Seelows Keeper macht hier nicht die beste Figur.

"Uuuuniioooooohooon. Uuuunnnioooohonnn", hallt es jetzt von der Tribüne. Klosterfeldes Fans sind hellwach und feiern ihr Team, das den Sieg nach Hause bringt.

Seelows Trainer Sebastian Jankowski zeigte sich im Anschluss sichtlich enttäuscht über das frühe Pokal-Aus."Spielerisch waren wir überlegen. Union hat nur gestellt und es mit langen Bällen probiert. Aber wir haben zwei, drei große Fehler gemacht und vor allem war unsere Chancenverwertung eine Katastrophe", so sein Resümee.

Union-Trainer Jan Hübner freute sich dagegen über die Wandlung seines Teams. "Vielleicht waren wir durch den höherklassigen Gegner heute motivierter. Durch das frühe Tor konnten wir gut stehen und mit langen Bällen Nadelstiche setzen. Mein Wunschgegener für die nächste Runde? Stahl Brandenburg."

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