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Der Alte Fritz und sein Müller greifen kabarettistisch in den Wahlkampf ein

"Kapitalismus mit weiblichem Antlitz"

"Wahlkampf" der anderen Art: André Nicke als "Friedrich II." und Andreas Flügge als sein "Müller Grävenitz.
"Wahlkampf" der anderen Art: André Nicke als "Friedrich II." und Andreas Flügge als sein "Müller Grävenitz. © Foto: Cornelia Mikat
Ingo Mikat / 05.09.2017, 06:00 Uhr
Friedersdorf (MOZ) Im ausverkauften Kunstspeicher erlebten am Sonntagnachmittag begeisterte Gäste einen besonderen "Wahlkampfauftritt": André Nicke präsentierte mit seinem Kollegen Andreas Flügge ein aktuelles Programm ihrer satirischen Kunstfiguren: "Friedrich II. - der Große - und sein Müller Grävenitz". Aus Anlass der Bundestagswahl entdeckt der "Alte Fritz" seine herrschaftlichen Ambitionen neu. In einer humorvollen Analyse gesellschaftlicher Befindlichkeiten, die vom Diesel-Skandal über die Flüchtlingskrise, von Steuerungerechtigkeit bis zum "Gesundheits- und Bildungsunwesen", dem "Rentenklau", der Hartz-IV-Praxis oder drohenden Lebensmittelvergiftungen reichte, kam der König zu dem Fazit: "Demokratische Republiken enden immer im Chaos. Nur eine Alleinherrschaft sichert auf Dauer Ruhe, Ordnung und Frieden!"

Deswegen wolle er mit seiner Kandidatur zum Bundeskanzler den seiner Meinung nach: "wie eine Einheitspartei CDFSUDP agierenden Parteien" - das Wasser abgraben. Doch diese Idee konterkarierte immer wieder Müller Grävenitz. Mit witzigen Einsprüchen und Widerworten verriss er, mehr oder weniger absichtlich, nicht nur die manchmal liebenswerten, aber im praktischen Leben natürlich völlig untauglichen monarchischen Ideen seines Königs, sondern formuliert auch kritische Denkanstöße zu aktuellem Wahlkampfgeschehen. Seine Vorschläge für Veränderungen reichten von einer geforderten Stiftung "Phrasentest", über ein einklagbares Umtauschrecht für Politiker bis zu einer Garantie für Wahlversprechen.

Monarch und Müller diskutierten zudem Vor- und Nachteile von Gesellschaftssystemen, wie einer "Bürokratischen Demokratie" oder einem "Kapitalismus mit weiblichem Antlitz". Schließlich stellen sie angesichts vieler Funktionswechsel bekannter Regierungspolitiker die Frage: "Welche Qualifikation müssen eigentlich Kandidaten für Ministerämter oder die Funktion des Bundeskanzlers besitzen?" Als der Alte Fritz sich schließlich an einen "gewissen russischen Uljanow" erinnert, der gesagt habe: "Auch jede Köchin soll den Staat regieren können", fühlte sich der Müller ebenfalls zum Bundeskanzler berufen. Beide Kandidaten begannen, um die Gunst der Wähler zu wetteifern. Dazu stellten sie kühne Wahlprogramme auf, hielten leidenschaftliche Wahlkampfreden und machten dem Publikum die tollsten Wahlversprechen.

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