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Bürger fragen: Wer hat eigentlich ein Interesse an der Veränderung eines funktionierendes Systems?

Gelber Sack kontra Gelbe Tonne

Irina Voigt / 06.09.2017, 06:30 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) Gelbe Säcke oder Gelbe Tonne? Diese Entscheidung will der Landkreis treffen und hat die Gemeinden aufgefordert, sich zu positionieren. Einige haben dies schon getan, andere werden das nun nach der Sommerpause besprechen. Die Märkische Oderzeitung hat ihre Leser ermuntert, ein Votum abzugeben. Hier einige Zuschriften.

Obwohl die Fredersdorf-Vogelsdorfer Gemeindevertreter ihre Entscheidung für die Gelbe Tonne getroffen haben, fühlen sich viele Bürger nicht mit einbezogen. Im Bürgerbeirat Vogelsdorf ist man der Meinung, dass die Ablehnung der Gelben Tonnen von Seiten einer Mehrheit der Bürger sich im Gemeindevertreterbeschluss so nicht widerspiegelt. Den Vogelsdorfern ist unklar, warum der Bürgermeister den Spielraum, den der Landrat eingeräumt hat, nicht genutzt hat. Der Bürgerbeirat werde diese Frage deshalb am 28. September auf der Einwohnerversammlung für den Ortsteil Vogelsdorf noch einmal zur Diskussion stellen, heißt es von Rainer Wallat.

Auch Bürger aus anderen Gemeinden beteiligen sich noch immer an der Diskussion Für und Wider Gelbe Säcke.

So schreibt Familie Fillinger: Die Säcke sind so dünn, so dass sie ganz schnell kaputt sind. Die Tiere gehen auch an die Säcke und reißen sie in Stücke, um an was Essbares zu kommen. Und sauber machen sollte man hin und wieder die Schwarze Tonne da würde es auch mit der Gelben klappen.

Mareen Buchholz aus Strausberg dazu: In Strausberg bekommt man, wenn man Glück hat, eine Rolle. Oftmals sind keine Gelben Säcke vorrätig. Man muss manchmal regelrecht betteln. Wenn man für zwei Haushalte Gelbe Säcke holen möchte (z. B. für Großeltern), dann bekommt man als Antwort, dass jeder selbst kommen müsse, um sich seine Säcke zu holen. Mit Einführung der Gelben Tonne hätte die Bettelei endlich ein Ende.

Leider ist es jetzt auch immer so, dass die Gelben Säcke von Tieren angeknabbert werden und der Inhalt dann überall verstreut herum liegt. Das würde auch für die Einführung einer Tonne sprechen.

Familie Scheier aus Strausberg hält dagegen: Wir bevorzugen den Gelben Sack. Da wir ein kleines Grundstück haben, würde die Gelbe Tonne bei uns ein Platzproblem bedeuten. Außerdem ist der Sack hygienischer, da er nach Abholung durch einen Neuen ersetzt wird.

Familie Gebert-Müller aus Neuenhagen: Wir sind ein Sechs-Personen-Haushalt mit einem großen Hund. Im Schnitt füllen wir  sechs Säcke in den 14 Tagen. Diese stellen wir abends vor dem Termin der Abholung am Gehwegrand raus. Und das bereits seit über zehn Jahren problemlos. Hauptbestandteile sind Tetrapaks, Einweg PE-Flaschen, die unsinnigerweise vom Handel nicht zurückgenommen werden, Eierpackungen und Büchsen für Hundefutter. Müssen wir dann eine zweite Gelbe Tonne privat kaufen? Wer hat eigentlich Interesse an der Veränderung eines funktionierenden Systems? Die Gelben Säcke werden uns bislang kostenlos bereitgestellt. Sie sind so transparent, dass nicht sachgerechte Gegenstände von außen erkennbar sind. Für die Tonne werden bestimmt Leihgebühren erhoben. Es sind für die Leerung Spezialfahrzeuge nötig. Diese pressen die Wertstoffe bereits während der Fahrt zum Schreddern zusammen und werden dann sicher verbrannt? Der Landkreis spart dabei bestimmt die personalintensive Sortierung der Wertstoffe.

Familie Rysse aus Rehfelde hat in 17 Jahren keine negativen Erfahrungen mit dem Gelben Sack gemacht und rechnet vor: Ein Gelber Sack wiegt ca. 14 Gramm, eine Gelbe Tonne angenommen ca. zehn Kilo, also entspricht eine Tonne ca. 715 Säcken. Bei 14-täglichem Abhol-Rhythmus und einem Sack (bei uns zutreffend), brauchen wir rund 30 Säcke im Jahr. Wir können vermutlich mehr als 20 Jahre mit dem Gelben Sack entsorgen, bevor wir an den Materialaufwand für eine Tonne kommen. Und: Hält eine Tonne 20 Jahre? In Bezug auf Hygiene, Energie, Rohstoffe heißt es: "Eine Tonne sollte nach jeder Leerung ausgewaschen werden, dieser Zeit- und Rohstoffaufwand (Wasser, Reinigungsmittel) entfällt bei der Sack-Lösung." So spräche alles für die Beibehaltung der jetzigen Lösung.

Familie Birkigt und Hildegard Ludwig haben sich schon oft über Gelbe Säcke geärgert. Man könne sie wegen der Tiere erst morgens rauslegen und oft würden sie vom Wind durch die Gegend getrieben. "Wir würden auf jeden Fall eine Gelbe Tonne besser finden. Woanders hat sie sich bewährt. Auch das Sammeln der Materialien auf dem eigenen Grundstück in einer Tonne (so wie schon Müll und Papier) finden wir zweckmäßiger."

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