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Das"swim & bike cross" am Werbellinsee lockte zahlreiche Hobbysportler und trainierte Athleten an

Moritz schwimmt allen davon

Auf der Cross-Strecke durch den Wald müssen die Teilnehmer des "swim & bike cross" auf der Hut sein, um auf den Waldwegen nicht zu stürzen.
Auf der Cross-Strecke durch den Wald müssen die Teilnehmer des "swim & bike cross" auf der Hut sein, um auf den Waldwegen nicht zu stürzen. © Foto: Ulrich Wessollek
Britta Gallrein / 06.09.2017, 07:40 Uhr
Joachimsthal (MOZ) Erst schwimmen, dann aufs Rad. Duathlon-Wettbewerbe sind beliebt. 82 Teilnehmer machten sich beim "swim & bike cross" am Werbellinsee auf die verschiedenen Strecken.

Moritz Haase quetscht sich in seinen Neoprenanzug. Sein Ziel für den Wettkampf: ambitioniert. "Ich will als Erster aus dem Wasser kommen", berichtet der Schüler, der für den Veranstalter, den Eberswalder Schwimmverein, an den Start geht. "Aber", fügt er lachend hinzu, "wie das dann mit dem Rad weitergeht, das weiß ich auch noch nicht." Moritz ist Schwimm-Spezialist, besucht die Sportschule in Potsdam. Den kombinierten Wettbewerb macht er nur zum Spaß.

Moritz Diekmann und Andreas Zimmer lauschen derweil noch ganz gespannt der Renneinweisung von Georg Herold, der den Kurs über das Wasser und danach per Rad durch den Wald erläutert. Früher war die Radstrecke als Straßenrennen konzipiert. Aber die nötige Vollsperrung könne ein kleiner Verein nicht stemmen, berichtet Georg Herold. Deshalb geht es jetzt auf einer Cross-Strecke durch den Wald am Werbellinsee. "Fahrt vorsichtig, oft liegen Borke oder Steine auf den Wegen, dann lieber etwas abbremsen", werden die Radfahrer gewarnt.

Andreas Zimmer freut sich auf die Strecke. "Ich fahre viel lieber Cross als Straße, aber es gibt in Berlin-Brandenburg leider einen Mangel an Veranstaltungen, wo das angeboten wird, deshalb hab ich mich hier angemeldet." Und er ist froh, dass kurzfristig Freund Moritz Diekmann den Part auf der Schwimm-Strecke übernahm. "Ich kann Schwimmen absolut nicht leiden", berichtet Andreas Zimmer lachend. Diekmann ist Triathlet, trainiert zweimal pro Woche im Wasser und war daher bereit, die Disziplin zu übernehmen.

Dann fällt auch schon der Startschuss und das bunte Feld, gemischt mit Profis in Neoprenanzügen und Sportlern, die einfach mit Badehose in das rund 19 Grad warme Wasser des Sees hechten.

Andreas Zimmer beobachtet das Rennen gespannt. "Ich glaube, er hält sich ganz gut", freut er sich, als er die goldene Badekappe seines Freundes nach der Hälfte der Strecke im guten Mittelfeld entdeckt."

Allen voran mit weitem Abstand macht Moritz Haase seine Ankündigung wahr und schwimmt mit lockeren Zügen vorneweg. Nach 2000 Metern steigt er als Erster aus dem Wasser. Sein Abstand ist riesig, schrumpft jedoch, weil er Schwierigkeiten hat, in seine Rad-Klamotten zu kommen. "Mensch Moritz, musst du dir erst noch die Haare machen oder wird das heute noch was?", ruft ein Vereinskollege schon lachend dem jungen Schwimmer zu.

Bezeichnend, denn beim swim & bike geht es eher familiär zu, nicht so verbissen wie bei den großen Veranstaltungen. "Wir wollen auch ganz normale Hobbysportler ansprechen, die sich mal bei einem solchen Wettkampf messen wollen", erklärt Georg Herold, der Vorsitzende des Eberswalder Schwimmvereins. Mit 82 Startern ist er sehr zufrieden. "Wir hatten früher zwischen 150 und 200 Teilnehmer. Aber dann mussten wir mit der Radstrecke in den Wald ausweichen und zwei Jahre fiel die Veranstaltung ganz aus. Das hat viele Teilnehmer gekostet. Wir hoffen, dass wir die nun Stück für Stück wieder zurückgewinnen und vielleicht dann wieder auf unsere alten Zahlen kommen", erklärt er.

Einer, der auf jeden Fall wieder dabei sein wird, ist Jens Labenz. Der Triathlet vom Team Rocky Balboa strahlt, als er nach 2000 Metern aus dem Wasser kommt. Und nicht nur, weil er hier einen tollen zweiten Platz belegt. "Es hat Spaß gemacht. Das Wetter war super, das Wasser angenehm und sehr sauber. Dazu ist die Veranstaltung top organisiert - klasse", so sein Fazit. Auch Jens Labenz ist eigentlich Triathlet. Die Radstrecke hat er aber diesmal nicht genannt. "Ich wollte mir die Strecke erstmal ansehen, zumal ich auch kein richtig gutes Cross-Rad habe. Aber ich glaube, im nächsten Jahr mache ich wieder mit und nehme dann auch die Radstrecke mit", kündigt er an.

Und Moritz Haase? Der hatte recht mit seiner Einschätzung, dass ihn auf dem Rad dann doch so einige überholen würden. Am Ende wurde er über die 2000 Meter Schwimmen und 25 Kilometer Rad Vierter.

Ergebnisse unter: www.tollensee-timing.de

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