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Kobbeln präsentiert sich bei Dorfrundgang für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" / Sieger wird am Sonnabend verkündet

Viel mehr als nur ein großer Stein

Ein weiterer Hingucker am Kobbelner Stein: Diese Eule wurde im Sommer aus einer alten Kiefer von einem polnischen Künstler geschaffen. Der Baum sollte nach einem Windbruch eigentlich gefällt werden
Ein weiterer Hingucker am Kobbelner Stein: Diese Eule wurde im Sommer aus einer alten Kiefer von einem polnischen Künstler geschaffen. Der Baum sollte nach einem Windbruch eigentlich gefällt werden © Foto: MOZ/Hubertus Rößler
Hubertus Rößler / 08.09.2017, 06:45 Uhr
Kobbeln (MOZ) Mit großem Einsatz hat sich Kobbeln bei dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" präsentiert. Auf einem Dorfrundgang zeigten die Kobbelner der Bewertungs-Kommission, dass der 177-Einwohner-Ort weit mehr als nur seinen berühmten Findling zu bieten hat.

Die Kobbelner legen Wert darauf, dass sie in einem lebendigen Dorf wohnen. Dies wird bereits bei der Präsentation deutlich, in der Ortswehrführer Maik Lehmann den Neuzeller Ortsteil vorstellt. "Bei uns sind alle Bürger mit in das Dorfleben einbezogen, gleichzeitig haben wir auch zahlreiche Kooperationen mit unseren Nachbardörfern. Wir wollen unser Ortsbild erhalten und immer weiter verschönern. Kobbeln liegt inmitten wunderschöner Natur, diese wollen wir für sanften Tourismus noch stärker nutzen", berichtet Lehmann der Bewertungs-Kommission am Mittwochnachmittag und verkündet auch gleich das Motto in Kobbeln: "Das Leben zu gestalten macht mehr Spaß, als es zu bejammern."

Derzeit leben in dem Dorf 177 Menschen. "Die Entwicklung geht dabei in den letzten Jahren nach oben. Wir haben 19 Kinder und 31 Rentner - also eine gesunde Mischung. Fast alle Bürger engagieren sich im Dorfleben und gestalten ihren Ort aktiv mit." Das knapp 500 Hektar große Dorf wurde 1316 erstmals erwähnt, der Name könnte auf Stutendorf zurückgehen. Einst stand in Kobbeln ein Weinberg, daran erinnert auch heute noch die Weintraube im Wappen. "Außerdem hatten wir früher hier Braunkohleförderung, worauf heute noch eine Senke hinweist", erzählt Lehmann. Noch in Planung ist hingegen ein neuer Dorfplatz, auf dem auch ein einst existierender Brunnen errichtet werden soll. Kobbeln hofft für dieses Projekt auf Fördermittel, da man das Vorhaben alleine nicht stemmen kann.

Kräftig Hand legt hingegen der 2011 gegründete Verein "Kobbelner Steine" an. Die 40 Mitglieder verschönern fortwährend in Eigenregie das Waldgelände an dem berühmten Findling und sind auch darüberhinaus im Dorf aktiv. "Wir integrieren das Gelände in das Dorfleben mit ein. Selbst ein Polterabend hat hier oben schon stattgefunden", erzählt Maik Lehmann. Auch Fahrrad-Touristen und Schülergruppen würden regelmäßig das Gelände rund um den rund 256 Tonnen und 95 Kubikmeter großen Findling besuchen. In den vergangenen Jahren habe man dort unter anderem die Wege neu gestaltet, die Elektrik in den Gebäuden neu gemacht und eine Wetterplane über den großen Freisitz gespannt - größtenteils in Eigenarbeit sowie mit Geldern von Sponsoren und aus Spenden.

Auf diese Weise konnten auch Geräte für den Spielplatz am Teich errichtet werden, an dem jung und alt zusammenkommen. "Dieser Ort dient der Kommunikation im Ort, hier treffen die Generationen aufeinander. So ein Spielplatz bedeutet einfach mehr Lebensqualität für alle Einwohner", meint Steffen Müller, Vorstandsmitglied im Verein. Genau wie am Spielplatz steht daher auch auf dem Stein-Gelände eine kleine Metallfigur, in die Spenden geworfen werden können. "Wir haben für die Zukunft noch viele weitere Projekte geplant. So wird das Gemeindehaus bereits schrittweise erneuert, auf dem Gelände soll auch das Feuerwehrgerätehaus unterkommen. Und rund um den Stein soll ein Naturlehrpfad entstehen, der über die Geschichte des Findlings aufklärt", berichtet Ortsvorsteher Manfred Holzhey.

Die Bewertungs-Kommission will heute die fünf auf Kreisebene teilnehmenden Dörfer Neuzelle, Güldendorf, Schwerzko, Kobbeln und Pieskow (Friedland) auswerten. "Dabei geht es uns nicht primär um die Schönheit eines Dorfes, sondern was die Menschen vor Ort aus den Möglichkeiten machen und wie die Zusammenarbeit funktioniert", erklärt Jana Fischer, die den Wettbewerb im Landkreis organisiert. Insgesamt sind 5500 Euro zu vergeben, außerdem qualifiziert sich der Kreissieger für den Landeswettbewerb. Der Gewinner soll am Sonnabend gegen 12 Uhr im Rahmen des Neuzeller Erntefestes verkündet werden.

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