Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Einrichtungsleiterin möchte Menschen mit Migrationshintergrund stärker auf palliatives Angebot aufmerksam machen

Bundesfamilienministerin besucht Lazarus Hospiz

Zum 150-jährigen Jubiläum: Pastorin Friederike Winter (links) und Marin Wulff (rechts) überreichen Katarina Barley den Jubiläumsband der von Bodelschwinghschen Stiftung.
Zum 150-jährigen Jubiläum: Pastorin Friederike Winter (links) und Marin Wulff (rechts) überreichen Katarina Barley den Jubiläumsband der von Bodelschwinghschen Stiftung. © Foto: MOZ
Patrizia Czajor / 08.09.2017, 20:50 Uhr
Lobetal/Berlin (MOZ) Über den Besuch von Bundesministerin Katarina Barley in ihrem Haus freute sich Anette Adam besonders. Denn die Hospizleiterin im Lobetaler Lazarus Hospiz in Berlin möchte die Öffentlichkeit stärker auf die eigene Arbeit aufmerksam machen. "Wir müssen frühzeitig über unsere Angebote aufklären", meint Adam, die sich mit der Bundesfamilienministerin etwa über die Betreuung von Menschen mit Migrationshintergrund austauschte.

In diesem Zuge schilderte Adam, dass die Hospizarbeit in anderen Kulturen nicht so stark verankert sei wie in Deutschland oder in nordeuropäischen Ländern. "Im stationären Bereich erleben wir immer wieder, dass das Verständnis für unsere Arbeit und für die Hospizidee fehlt", so ihre Erfahrung. Die Folge sei, dass Menschen mit Migrationshintergrund palliative Angebote deutlich seltener wahrnehmen würden. Die Hospizleiterin vermutet, dass Sprachbarrieren, Unkenntnis oder Berührungsängste Gründe dafür seien.

In der ehrenamtlichen Arbeit setzt sich diese Problem laut Adam fort. "Auch ehren- und hauptamtliche Hospizkräfte mit Migrationshintergrund fehlen", sagt sie. Vor diesem Hintergrund weist Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, darauf hin, dass es wichtig sei, Mitarbeitende mit entsprechendem kulturellen und religiösen Hintergrund auch in der Diakonie zu beschäftigen. "Wenn wir Menschen mit islamischen oder anderen religiösen Wurzeln betreuen, dann braucht es die entsprechenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", äußerte Wulff.

Während ihres Besuchs würdigte Bundesministerin Katarina Barley das ehrenamtliche Engagement der Hospizhelfer und betonte, den Ausbau einer Hospiz- und Palliativarbeit zu unterstützen, die auch auf die Herkunft der Patientinnen und Patienten eingehe. "Gleichzeitig wollen wir den Zugang und die aktive ehrenamtliche Beteiligung in der Hospizarbeit verbessern", teilte Barley während des Rundgangs am Mittwoch mit.

Das Stationäre Lazarus Hospiz ist ein Angebot der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, die dem Verbund der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zugeordnet ist. Die Hospizmitarbeiter unterstützen Patienten und deren Angehörige in der letzten Lebensphase.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG