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Felchower sprechen in der Bürgerversammlung zur Eingemeindung nach Schwedt über ihre Wünsche

Probleme mit dem Verkehr

Gesprächsangebot im Gutshaus: In der Bürgerversammlung zur Eingemeindung zeigten sich die Felchower zufrieden mit dem Stand der Verhandlungen.
Gesprächsangebot im Gutshaus: In der Bürgerversammlung zur Eingemeindung zeigten sich die Felchower zufrieden mit dem Stand der Verhandlungen. © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 09.09.2017, 06:33 Uhr
Felchow (MOZ) "Herzlich willkommen in Schwedt"- mit diesem Gruß des Schwedter Bürgermeisters Jürgen Polzehl endete unter Beifall die Bürgerversammlung zur geplanten Eingemeindung Schönebergs im Ortsteil Felchow.

Ganz so weit ist es allerdings noch nicht. Die Vertragsunterlagen müssen noch einige Instanzen durchlaufen. Am Donnerstagabend fand die zweite von drei Bürgerversammlungen statt. Diesmal hatten die Felchower Einwohner die Möglichkeit, ihre Meinung und Vorschläge zum ausgearbeiteten Gebietsänderungsvertrag zu machen. Knapp 25 Interessenten waren aus dem Ort gekommen. Die vordere Stuhlreihe füllten Vertreter aus Schwedt. Das Präsidium war fast das gleiche wie vor zwei Tagen in Schöneberg, mit Amtsdirektor und Schwedter Bürgermeister, Vertretern der Amtsverwaltung und Gemeindevertretung.

Wie in Schöneberg gab es erst einmal keine Wortmeldungen. Nach und nach wurden aber Dinge angesprochen, die sich weniger auf den Vertrag als vielmehr auf die Probleme im Ortsteil bezogen. Kritisiert wurden der Zustand von Straßen und vor allem das Fehlen von Gehwegen. Gefordert wird eine Verkehrsberuhigung in der Crussower und Pinnower Straße. Man habe Angst um die Kinder. Mit 70 km/h hier lang bretternde Fahrzeuge seien keine Seltenheit. Auch auf der alten B 2 müsse im Ortsbereich die Geschwindigkeit auf 50 km/h gesenkt werden. Die Situation sei mehrmals Thema auch in der Gemeindevertretung gewesen, sagte Amtsdirektor Detlef Krause. Auf Anträge sei immer eine Ablehnung gekommen. Schwedt habe eine eigene Straßenverkehrsbehörde. Vielleicht gäbe es dann einen anderen Abwägungsspielraum.

Die Straßen seinen ohnehin durch mehrere Baumaßnahmen ein Flickenteppich und müssen erneuert werden, bemerkte der Schöneberger Bürgermeister Wilfried Schramm. In den bisherigen Verhandlungen mit Schwedt, so der Amtsdirektor, habe das noch keine Rolle gespielt. Darüber müsse man reden.

Vielleicht reiche auch die eine oder andere Verkehrskontrolle mehr, meinte Karsten Rösler. "Wenn die Straße hier gebaut wird und Anliegerbeiträge werden fällig, werden die Gehwege auch ganz schnell reduziert", schmunzelte er. Der Felchower dankte den Beteiligten für die kontinuierliche Arbeit, damit der Wille, den die Leute kund getan haben, auch durchgesetzt werden.

Ein Einwohner erklärte sein Unverständnis, dass nicht darauf hingearbeitet werde, dass die neue B 2 mehr genutzt wird. "Jetzt fahren schon wieder die Lkw hier durch", meinte er

Ob denn alles, was Schwedt verspricht, nachher auch so kommt, warf ein Bürger skeptisch in die Runde. "Ich will ihnen die Angst nehmen", entgegnete Bürgermeister Jürgen Polzehl als Fazit der Diskussion. Wir bieten der Gemeinde Schöneberg einen Neustart und übernehmen die Schulden. Wenn es um Investitionen geht, müssen auch wir uns um Fördermittel bewerben." Die Prioritäten werden mit den Vertretern der Ortsteile festgelegt. "Dass überall noch Wünsche bestehen, ist auch klar. Wir machen einiges anders. Probiert es aus!", empfahl er.

Am 13. September beschäftigt sich die SVV Schwedt mit dem Vertragswerk, Mitte Oktober der Amtsausschuss Oder-Welse. Dann entscheidet das Land. Die Kommunalaufsicht des Kreises hat schon einige Hinweise gegeben, über die das Amt und die Stadt Schwedt sich noch verständigen müssen.

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