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Zum Tag des offenen Denkmals in Alfriedland und Falkenhagen unterwegs

Macht und Pracht auf dem Lande

Ulf Grieger / 10.09.2017, 19:29 Uhr
Altfriedland/Falkenhagen (MOZ) Vielerorts waren am Sonntag werden Denkmal öffentlich zugänglich, fanden Veranstaltung unter dem Motto "Macht und Pracht" statt. Die MOZ hat die Angebote in Altfriedland und Falkenhagen besucht.

Ins Jahr 1731 konnte reisen, wer sich am Sonntagvormittag auf dem Altfriedländer Dorfplatz zum Rundgang eingefunden hatte. Ortsvorsteher Dieter Arndt begrüßte die Gäste dort als an Markgraf Karl Friedrich Albrecht von Brandenburg-Schwedt. Angetan mit historischem Kostüm, wusste Arndt Interessantes über Fischerkietz, Dorf und Kloster zu berichten. Die Figur des Markgrafen war vor einigen Jahren für die Fischerfeste ausgesucht worden. Der Markgraf war tatsächlich häufiger im Amt Friedland, wo einige Dörfer zunächst nach ihm benannt worden waren. Unter anderem: seit 1754 Carlshoff (heute Grube), seit 1757 Carlsburg (heute Wuschewier) und Carlsfelde (heute Sietzing), seit 1760 Carlswerder (heute Kiehnwerder) und Carls Fleiß, ein ehemaliges Vorwerk auf der Quappendorfer Feldmark.

Dieter Arndt kennt aber auch seinen Fontane und die bei dessen Wanderung im September 1862 gemachten Studien. Einiges, was Fontane erzählt, war zum Denkmaltag ausnahmsweise zu bewundern: Einer von einst drei Kelchen, von denen Fontane schreibt, "Was aber nicht nach Hunderten anzutreffen ist, und was in der Tat eine Sehenswürdigkeit der Friedländer Kirche bildet, das sind drei reich vergoldete Abendmahlskelche, die noch, als Wert- und Erinnerungsstücke aus der vorlutherischen Zeit her, im Pfarrhause aufbewahrt werden." Und das Taufbecken, von dem Fontane allerdings meint, dass es so etwas zu Hunderten in der Mark gebe.

Zur selben Zeit herrschte auf dem Falkenhagener Gutshof bereits ein reges Markttreiben. Der Kultur- und Kunstverein hatte zum Trödelmarkt geladen und der zog das Publikum an. Quasi als Erweiterung des Trödelmarktes - denn dabei geht es ja auch um die Weiternutzung von Gebrauchtem, bot der Verein eine sehenswerte Ausstellung im kleinen Speicher, dem so genannten Mühlenspeicher. Das zum denkmalgeschützen Gutshof-Ensemble gehörene Gebäude hatte Karin Bähler 2011 erworben und mit Hilfe der LAG-Förderung zumindest in der Hülle sanieren können. Eine Rettung im letzten Augenblick, wie sie auf Fotos zeigte. Die Ausstellung mit dem Titel "Upcycling", was so viel wie Wiederverwertung heißt, gibt zahlreiche Anregungen für die Umnutzung scheinbar nutzlos gewordener Dinge. Witz und Kreativität sowie kunsthandwerkliches Können beweisen solche Exponate wie die Raumteiler aus Gemüse und Kartoffelsäcken, ein "Sommerschlitten" auf Rädern, ein Sitz aus Schaufeln oder ein schmuckes Heimatbild auf einer Motorhaube, aufgesprüht von Inga Brandt. Der Künstler Martin Fortunato hat aus Schrott Kunstobjekte gemacht. Und Karen Wenzel zeigt, was sie alles aus Stoffen zaubern kann, die sonst weggeworfen würden. So hat sie aus Pattern, Stoffproben für Boutiquen, Kleider genäht und sogar ein buntes Schachbrett entstand aus Stoffüberzügen.

Den kleinen Speicher konnten die Gäste vom Geheimtunnel bis hinauf zur Dachbodenebene mit den Erntekronen bewundern. Und mit den sachkundigen Erzählungen von Katrin Bähler erwuchs bei vielen Besucher auch der Respekt vor dem handwerklichen Können und Kunstgeschmack der Erbauer des einst als Mühle errichteten Gebäudes, das ebenfalls noch nach einer neuen Nutzung, nach einem Upcycling, sucht.

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