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Bei Familien- und Kinderfest mit Tanzabend ist Bruchmühle vereint zu 112 Jahren Freiwillige Feuerwehr

Ein Wehr-Jubiläum für alle

Gabriele Rataj / 11.09.2017, 07:14 Uhr
Bruchmühle (MOZ) "Unsere Freizeit - Ihre Sicherheit" - als Motto stehen diese Worte über dem ganzen Festwochenende 112 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bruchmühle. Sie sind gleichzeitig Bekenntnis und Information.

In dem Ortsteil von Altlandsberg, dessen Einwohnerzahl sich nach 1990 fast verdoppelt hat, wüssten Zugezogene oft nicht, dass bei Not- und Unfällen ihre Mitbürger auf schnellstem Wege Arbeitsplatz oder heimischen Herd verlassen, um professionell Hilfe zu leisten, sagen die Blauröcke. Deshalb feiern sie mit allen Bruchmühlern zusammen, klären dabei über Irrtümer wie Berufswehr auf, gestalten das Jubiläum zum Treffpunkt für Jung und Alt, Alteingesessene und Zugezogene, Akteure und perspektivisch Aktive.

So trifft sich am Sonnabend das Volk rund ums Bürger- und Kreativhaus "Zur alten Mühle" zum bunten Familien- und Kinderfest mit Disko und Tanzabend, toben lustig geschminkte Kinder auf dem Spielplatz nebenan, schwingen Linedancer die Beine und die Mini-Disco unterhält. Dazwischen die Jugendfeuerwehr, die auch schon 50 Jahre "auf dem Buckel" hat, die Alters- und Ehrenabteilung, der Förderverein und alle irgendwie vereint in den eigens zum Jubiläum bedruckten grauen T-Shirts mit dem selbst entworfenen Logo.

Als es fast ernst wird und die Freunde von der Partnerwehr aus dem polnischen Krzeszyce vor aller Augen zu einem "Unfall" eilen, mit schwerem Gerät und voller Montur das Auto zerteilen, in dem zwei "schwer verletzte" Bruchmühle Kameraden sitzen, wird manchem die Größe und Schwierigkeit dieses Spagats zwischen "Hobby" Feuerwehr und anspruchsvollsten Aufgaben erst so richtig bewusst. In elf Minuten ist alles vorbei - Jens Beyer hat mitgefilmt und kann es bis hin zur Lebensrettung erklären.

Zwischen Zuckerwatte, Grill und Mitmach-Spaß-Parcours, den Partyshakers und Lasershow gerät der historische Anlass für die Öffentlichkeit beinahe ins Hintertreffen. Es sei denn, der Interessierte sucht die relative Stille des Bürgerhaus-Inneren, um sich Feuerwehruniformen im Wandel der Zeiten oder die zahlreich errungenen Pokale im Feuerwehrsport anzusehen, die schweren Kupplungen mal anzuheben, einen Blick auf die Modellanlagen von Ortskern mit Feuerwehr und Bürgerhaus zu werfen oder in den akribisch geführten Chroniken zu blättern.

Davon ist am Abend zuvor die Rede, als das Jubiläum im Kreis der Feuerwehr und ihrer Angehörigen begangen wird. Alexander Winkler erinnert "an den Spritzenwagen von Herrn Kiesel", die Einsätze der Vorväter im Stadtwald, wo es oft brannte, an die Unterbesetzung der Wehr 1956, die AG Junge Brandschutzhelfer 1964. Er tut das stellvertretend für Löschgruppenführer Daniel Bergemann, der zu dem Zeitpunkt noch auf dem Rückweg vom Empfang beim Bundespräsidenten ist und später unter großem Hallo dazustößt.

Steht er doch auch für den Jugend- und Kulturverein und den Ortsbeirat, für den Ellen Dämpfert zu Herzen gehende Worte an die Kameraden von der Feuerwehr richtet. Keinen Arbeitseinsatz, kein Fest könne sie sich vorstellen, bei dem die Feuerwehrleute nicht ihre Hände mit im Spiel gehabt hätten, sagt sie. Und nennt die Pflanzaktionen rund ums Bürgerhaus, den Bau der Fließmauer, das Gruselkabinett für die Kinder zu Halloween, das Betreuen der Mammutmarsch-Teilnehmer.

Ob Bürgermeister Arno Jaeschke, Hartmut Sommer, der Grüße des Landrats überbringt, oder Stadtbrandmeister Christian Markhoff - vielfältiger Dank und Gratulationen wechseln sich ab.

Als dann Horst Hoffmann, mit 81 Jahren der dienstälteste und älteste Kamerad in Bruchmühle, seiner Feuerwehr einen Umschlag mit einem Euro für jedes Jahr Feuerwehr-Existenz überreicht und die polnischen Kameraden "Daniels Traum"-Geschenk von einem Pavillon mit Seitenwänden übergeben, sind viele glückliche Gesichter zu sehen.

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