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Anträge auf Schutzgebiete abgelehnt

Markus Kluge / 11.09.2017, 17:58 Uhr
Fehrbellin (RA) Zwei mögliche Argumente gegen das neue rund 250 Hektar große Windeignungsgebiet bei Manker und Protzen sind nichtig. Die von der Gemeinde Fehrbellin beantragte Erweiterung des Vogelschutzgebietes und der angrenzenden Denkmalschutzzone sind von den Landesbehörden abgelehnt worden.

Die Sorgen vor neuen Windrädern in diesem Gebiet sind groß. Der Entwurf des Regionalplans "Freiraum und Windenergie" der Regionalen Planungsgemeinschaft weist eine Fläche zwischen Protzen, Manker, Stöffin und Küdow aus, auf der etwa 18Windräder mit einer Gesamthöhe bis zu 220Meter gebaut werden können.

Dagegen regt sich in den Dörfern Widerstand. Betroffene gründeten die "Interessengemeinschaft Gegenwind Manker". Die Gemeinde Fehrbellin und die Ortsbeiräte sammelten Argumente, die das Ausweisen des Windeignungsgbietes dort erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen. Zwei Ideen dafür waren, das südlich angrenzende Europäische Vogelschutzgebiet auszudehnen. Wie Fehrbellins stellvertretender Bürgermeister Rasmus Krebs den Gemeindevertretern bei ihrer jüngsten Sitzung mitteilte, hat das brandenburgische Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft diesen Antrag abgelehnt. "Die Auswahl und Meldung der Schutzgebiete sei bereits abgeschlossen, lautete die Begründung", so Krebs.

Beantragt worden war außerdem beim Landesamt für Denkmalpflege die Erweiterung der benachbarten denkmalgeschützten "gärtnerisch gestalteten Feld- und Wiesenflur der ehemaligen Güter von Vichel, Garz, Rohrlack" bis hin nach Walchow. Ein solches Areal gilt selbst bei den Planern als sogenannte Vorbehaltsfläche. Diese sollen vor einer "großflächigen und raumbedeutsamen Inanspruchnahme geschützt werden, welche die bestehenden Qualitäten der Landschaft entwerten oder stark überprägen könnte." Anfang 2015 waren etwa 700 Hektar Land unter Denkmalschutz gestellt worden. Einer Ausdehnung des Gebietes über die drei Temnitztaler Dörfer hinaus hat das Landesamt aber eine Absage erteilt. Wie Rasmus Krebs sagte, ist nach dem Dafürhalten der Behörde der Schutzstatus eng mit den ehemaligen Gütern der Familie von Quast verbunden, der im 19.Jahrhundert fast vollständig die Dörfer Vichel, Garz und Rohrlack gehörten. Bei der Gestaltung der Umgebung verfolgten sie ästhetische und wirtschaftliche Interessen gleichermaßen. Das reichte vom Anbau von Obst- und Nutzhölzern über die Ertragssteigerung auf den Feldern durch Hecken, die das Kleinklima verbessern und Rückzugsmöglichkeiten für Wild bieten. Das geben die Flächen darüber hinaus aber nicht her.

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