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Archäologe: Relief der ehemaligen Bischofsburg ist Glücksfall für Geschichtsinteressierte

Gebauter Machtanspruch in Lebus

Führung auf dem Turmberg: Christof Krauskopf vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege berichtete in Lebus über archäologische Entdeckungen und Erkenntnisse.
Führung auf dem Turmberg: Christof Krauskopf vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege berichtete in Lebus über archäologische Entdeckungen und Erkenntnisse. © Foto: Cornelia Mikat
Ingo Mikat / 11.09.2017, 19:57 Uhr
Lebus (MOZ) Anlässlich des "Tages des offenen Denkmals" bot der Heimatverein gleich mehrere Führungen an. Mittags begrüßte Stadtchronist Manfred Hunger Gäste zu einem Rundgang durchs Museum "Haus Lebuser Land". Vor- und nachmittags konnte man sich den Führungen von Christof Krauskopf vom Landesamt für Denkmalpflege anschließen. Auf dem Areal der früheren Lebuser Burg nahm der Historiker und Archäologe seine Gäste auf eine spannende Reise in die Vergangenheit mit.

Gerade auf dem Burgberg, dessen kleiner Bergrücken heute aus dem Turmberg, dem Schlossberg und dem Pletschenberg bestehe, ließe sich, wie er erläuterte, das diesjährige Motto des Tages des offenen Denkmals: "Macht und Pracht" gut erklären. Die einstige Pracht, der hier als Befestigung und später auch als Bischofssitz errichteten Gebäude und Anlagen, sei zwar nur noch auf der Grundlage von Ausgrabungsergebnissen nachzuempfinden.Dabei helfe aber heute eine vorbildliche plastische Nachbildung der Grundrisse der historischen Burg. Er lobte: "Der Bau von aus Cortenstahl gefertigten 70 cm hohen Reliefs der ehemaligen Burgmauern im Rahmen der Altstadtsanierung war ein Glücksfall."

Die Gebäude auf dem Burgberg seien in ihrer Zeit nicht nur prächtig, sondern auch mit direktem Machtanspruch verbunden gewesen. Nach einem anschließenden Ausflug in die Geschichte der Stadt Lebus informierte Christof Krauskopf über im Jahr 1938 bis 1944 und von 1960 bis 1971 von Prof. Dr. Wilhelm Unverzagt geleiteten Grabungen. Die archäologischen Arbeiten gingen nach dem Tod des renommierten Professors nur noch bis 1974 weiter. Erst ab 1999 brachten erneute Untersuchungen des Areals weitere historische Erkenntnisse über die große Bedeutung der Lebuser Burg in historischer Zeit. Ein Zufall führt zum Beispiel 2003 zur Entdeckung des mit über 22 Kilogramm größten Bronzehort-Fundes Brandenburgs. Zum Erstaunen aller Fachleute entdeckte schließlich im Rahmen von Baubegleitungsuntersuchungen eine Archäologengruppe um Kai Schirmer 2012 das Fundament eines bis dahin unbekannten gewaltigen Bergfrieds. Das Bauwerk mit einst gut elf Metern Durchmesser könnte nach Schätzungen zwischen zwanzig und dreißig Meter Höhe erreicht haben.

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