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Direktkandidat Winfried Dreger (Freie Wähler) will dafür sorgen, dass Wahlversprechen eingehalten werden

Winfried Dreger (Freie Wähler) will "Rechtsfrieden schaffen"

Kämpft um das Direktmandat: Winfried Dreger aus Fredersdorf-Vogelsdorf kandidiert für die Freien Wähler.
Kämpft um das Direktmandat: Winfried Dreger aus Fredersdorf-Vogelsdorf kandidiert für die Freien Wähler. © Foto: MOZ/Irina Voigt
Irina Voigt / 12.09.2017, 06:30 Uhr - Aktualisiert 12.09.2017, 09:47
Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) Am 24. September wählen die Märkisch-Oderländer ihren Favoriten für den Bundestag. Im Wahlkreis 59 (Märkisch-Oderland/Teile des Barnim) bewerben sich acht Direktkandidaten. Die MOZ stellt sie vor. In dieser Ausgabe: Winfried Dreger, Freie Wähler.

Wilfried Dreger bezeichnet sich als Exot in diesem Wahlkampf. Schon dass er seine 500 Wahlplakate eigenhändig aufhängte - ohne große Partei im Rücken -, spreche dafür. Dennoch ist sein Ziel ganz klar: Einzug in den Bundestag. "Es gibt zu vieles, was in der Politik im Argen liegt", habe er in seiner Zeit als Kreistagsabgeordneter und steter Gast der Fredersdorf-Vogelsdorfer Gemeindevertretersitzungen immer wieder feststellen müssen. Daher ist sein oberstes Credo für die Bundestagswahl: Zum Mittun animieren. "Die Leute gehen wählen und werden dann vier Jahre lang außen vor gelassen", sagt Dreger.

Er habe festgestellt, dass es mehrere Sorten Bundestagsmitglieder gebe: Die, die mit der Politik ihres Lebensunterhalt bestreiten; die, die vermögend sind und Politik als Hobby betreiben und einige wenige, die tatsächlich etwas bewegen wollen, die im Kontakt zum Wähler bleiben und die sich auch nicht in jeder Frage der Partei- und Fraktionsdisziplin beugen, wenn sie anderer Ansicht sind. Er wolle natürlich zu Letzteren gehören. Bei den Freien Wählern "schreibt mir keiner was vor", sagt Dreger.

"Es muss der Sachverstand vor der Politik rangieren", sagt Dreger. Das gelte für viele Fragen, denen er sich stellen wolle. So in der Flüchtlingspolitik. "Es wird als Erfolg verkauft, wenn sich ein ausgebildeter Arzt aus Syrien hier integriert, aber es wird zugleich vergessen, dass er in seinem Heimatland womöglich dringend gebraucht wird." Oder aber bei den Ärzten ohne Grenzen agieren Deutsche, und die Syrer sitzen in Asylbewerberheimen. "Flüchtlingsfragen müssen vor Ort geklärt werden, die Hilfe ist dort nötig." Sagt er. Und nicht hier, wo viel Geld - in Märkisch Oderland seien es 15 Millionen Euro, sagt der Kreistagsabgeordnete Dreger - für Integration aufwendig "verwaltet wird und nicht nachvollziehbar abrechenbar ist". Die Flüchtlingsfrage sei keine kommunale, keine Länder- oder Bundessache, sondern eine von ganz Europa. "Mit politischen Intentionen kann man da meiner Ansicht nach nicht viel erreichen. Man muss ein einheitliches System schaffen, das in ganz Europa funktioniert."

"Es gibt aber auch viele Dinge, bei denen ich mit anderen großen Parteien konform gehe", sagt Dreger. So sehe er wie der SPD-Kandidat die Bildung als Bundessache. "Es muss Flexibilität in der Bildung geben, so musisch ausgerichtete Schulen, solche mit sportlichem oder naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Aber Bildungsinhalte müssen vergleichbar sein." Bei der gegenwärtig geforderten Flexibilität der Bürger müsse der sich darauf verlassen können, dass seine Kinder in jeder Schule, welchen Bundeslandes auch immer, mithalten können.

Winfried Dreger ist in der Gemeindevertretersitzung ein nicht immer gern gesehener Gast. Dreger: "Die Freien Wähler setzen sich aus Wählergruppen zusammen, die sich einem Ziel verschrieben haben. Da geht es um ganz konkrete Themen, wie eine neue Umgehungsstraße oder auch gegen weitere Windräder." Und solchen Meinungen wolle er Gehör verschaffen.

Bis 2014 war Winfried Dreger Mitglied der AfD. "In der Partei ging es immer mehr um Personalien, weniger um Probleme", erinnert er sich. Da er sich aber außerhalb seines Jobs einbringen wolle, sei keine andere Partei für ihn in Frage gekommen. "Bei den Freien Wählern ist man dicht am Volk, kennt die Probleme, auch wenn sie anderen gering erscheinen." So sei es auch mit dem Vereinfachen des Steuerrechts, das schon viele und oft versprochen, aber noch nie realisiert hätten. Oder auch die Modalitäten der Straßenausbaubeitragssätze, aufgrund derer Anlieger bis zu 90 Prozent belastet würden, ohne die Kosten steuerrechtlich geltend machen zu können. "Rechtsfrieden schaffen - das geht nur mit Sachverstand und parteiübergreifend."

Mehr zu diesem Thema: www.moz.de/wahl

Zur Person


■ Winfried Hugo Dreger wurde 1954 in Ilmenau geboren, ist verheiratet, hat drei Kinder und fünf Enkel.
■ Nach Ingenieurstudium für Gebäudeautomation baute er unter anderem am Palast der Republik und dem Friedrichstadtpalast mit.
■ Dreger ist seit drei Jahren Kreistagsabgeordneter in der Fraktion BVB/Freie Wähler/FDP. Bis 2014 war er Mitglied der AfD.
■ Seit zehn Jahren Unterstützer der Handballfrauen des MTV Altlandsberg.

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