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Kuratorin Inge Gellert präsentiert die Fotoserie und Installation "Transitions" zum Tag des offenen Denkmals

Cöthener Kirche Teil der Kunst

Verwandlung durch Licht: Inge Gellert (l.), Kuratorin der Ausstellung vom Förderverein Cöthener Kirche, und Künstlerin Karin Kerkmann, Urheberin der Installation und Fotoserie „Transitions“ in der Kirche.
Verwandlung durch Licht: Inge Gellert (l.), Kuratorin der Ausstellung vom Förderverein Cöthener Kirche, und Künstlerin Karin Kerkmann, Urheberin der Installation und Fotoserie „Transitions“ in der Kirche. © Foto: Tim Benesch
Tim Benesch / 12.09.2017, 06:45 Uhr
Cöthen (MOZ) Zum Tag des offenen Denkmals gab es in diesem Jahr eine Besonderheit in Cöthen: Im Rahmen der Kunstausstellung "Transitions", zu Deutsch etwa "Veränderungen" oder "Übergänge", wurde die Architektur der Cöthener Kirche selbst zum Teil des Kunstwerkes.

Karin Kerkmann, die bildende Künstlerin hinter der Installation und Fotoserie "Transitions", hat sich schon immer für Übergänge und Verwandlungen interessiert. "Es ist ein grundsätzliches Thema in meiner Arbeit. Immer wieder versuche ich mich von verschiedenen Seiten diesem Gegenstand zu nähern", sagt die Berlinerin.

"Schon als Kind" erzählt sie weiter, "habe ich häufig mit Moos und Stöckern gespielt und innehalten müssen, weil ich so erstaunt über meine Fähigkeit war, die Welt mittels der Fantasie verändern zu können."

Noch heute verwandelt Karin Kerkmann die Welt und schafft neue Übergänge, so auch in der Cöthener Schinkelkirche: Für die Ausstellung "Transitions" fotografierte sie zunächst unterschiedliche Motive des Innenraumes der Cöthener Kirche - so zum Beispiel ein Kirchenfenster, durch das Tageslicht fällt. Variationen in der Einstellung des Blickwinkels oder aber in der Größe der Abbildungen nahm sie anschließend vor. In dieser Phase wurde das Bild des Kirchenfensters beispielsweise verkleinert.

"Hier schaffe ich eine erste Verwandlung", erklärt sie, ohne jedoch auf digitale Nachbearbeitung zu setzen. "Dieses Abbild einer analogen Realität verpflanze ich dann in den Innenraum der Kirche, womit ich eine erneute Verwandlung vornehme", sagt sie.

Dabei hängt es von Lichtverhältnissen und vielem anderem ab, wo genau das Bild seinen Platz finden soll. "Am Ende habe ich einen Raum in einer Raumsituation geschaffen oder eine Verschachtelung von Räumen quasi", schließt die 49-Jährige. Und tatsächlich, das an der Holzempore angebrachte Dia des Kirchenfensters lässt den Eindruck eines neu dazugekommenen Raumes entstehen. "Es ist ein bisschen magisch", bemerkt die bildende Künstlerin, von dem Ergebnis ihrer Arbeit begeistert.

Inge Gellert, Kuratorin der Ausstellung, begrüßt die Arbeit von Karin Kerkmann sehr. Neben der sich ohnehin anbietenden Verflechtung von Kirchenarchitektur und Kunstausstellung, "wollte ich die Gelegenheit nutzen, die Besucher am Tag des offenen Denkmals erneut auf die faszinierende Arbeit meiner Kollegin aufmerksam zu machen." Inge Gellert und Karin Kerkmann arbeiten im Zuge des jährlichen Cöthener Kultursommers bereits seit einigen Jahren eng zusammen. Der Veranstaltungsreihe begann am 20. Juni und endet in diesem Jahr mit dem Tag des offenen Denkmals.

Die Vorsitzende des Fördevereins Cöthener Kirche, Marlies Sydow, zeigt sich bei einer Begrüßung dankbar, "dass sich immer wieder Menschen aufmachen und Cöthen zum Tag des offenen Denkmals besuchen." Dies ermutige alle, die an der bisherigen Erhaltung der Schinkelkirche in Cöthen beteiligt waren. Die Gäste, von denen viele an der Sanierung der Kirche teilnahmen, wissen wovon Marlies Sydow spricht und nicken ihr zu.

Die Kirche wurde nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten 2013 neu eingeweiht. Im Verlauf der über Jahre andauernden Umbauten kam es kurz vor dem Abschluss zu einem kleinen Wunder: Beim Abkratzen der Farbschichten von den Innenwänden der Kirche stieß eine Restauratorin 2011 auf ein verdächtiges Blau. Anschließende Untersuchungen des Denkmalschutzamtes ergaben, dass es sich bei dem Kirchenbau um einen Entwurf des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel handeln muss, der im 19. Jahrhundert wirkte.

"Was für ein Glück, dass das entdeckt wurde. Es ist ein toller Fund und die Kirche lebt extrem davon," so Karin Kerkmann.

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