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Mahnfeuer am Freitag an der Osterquelle

Schäfer laden zur Wolfswache

Schäfer brauchen Hilfe: Mitglieder des Schäfervereins Kurmark, hier bei der Wolfswache im April am Libbenichener Birkenhof, fordern, dass die Politik etwas zum Schutz ihrer Herden gegen die Wölfe unternimmt. Sie hoffen am Freitag auf viele Unterstützer.
Schäfer brauchen Hilfe: Mitglieder des Schäfervereins Kurmark, hier bei der Wolfswache im April am Libbenichener Birkenhof, fordern, dass die Politik etwas zum Schutz ihrer Herden gegen die Wölfe unternimmt. Sie hoffen am Freitag auf viele Unterstützer. © Foto: Matthias Lubisch
Ines Weber-Rath / 13.09.2017, 06:00 Uhr
Libbenichen (MOZ) Am Freitag werden europaweit Mahnfeuer gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe lodern. Auch der Landesbauernverband und der Bauernbund Brandenburg laden an dem Tag gemeinsam zu so genannten Wolfswachen ein. "Wir wollen damit demonstrieren, dass der gesamte Berufsstand solidarisch hinter den Weidetierhaltern steht. Die seit Längerem angekündigte Wolfsverordnung muss zügig verabschiedet werden. Es muss künftig möglich sein, Wölfe zu erschießen, wenn sie unsere Tiere angreifen", sagen Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes, und Bauernbund-Präsident Marco Hintze.

Natürlich beteiligen sich auch die am meisten Betroffenen, die Schäfer, am Aktionstag. Der Schäferverein Kurmark lädt am Freitag, ab 19 Uhr, zur Wolfswache an die Libbenichener Osterquelle an der Oderbruchkante ein. Die Quelle liegt im Naturschutzgebiet an den Oderhängen. Dessen Pflege sichern die Schafe des Dolgeliner Schäfermeisters Wilfried Vogel. "Hier sieht man, dass unsere Tiere für den Naturschutz gebraucht werden", sagt der Vorsitzende des Kurmark-Vereins.

Vogel beklagt, dass seit der ersten Wolfswache im April am Libbenichener Birkenhof "nichts passiert" sei. Dabei hatte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) damals eine Wolfsverordnung fürs Land angekündigt und sich für "Regeln zur Entnahme" von Problemwölfen ausgesprochen.

Ein halbes Jahr später gibt es weder eine Definition für "Problemwölfe" noch die Wolfsverordnung. - Aber weitere Übergriffe der Räuber auf Weidetiere, wie Ende Juli auf eine Herde des Frankfurter Schäfers Udo Felgendreher bei Falkenhagen. Neun Schafe wurden angegriffen, vier starben. Die Folge: Der Schäfer hat seinen Tierbestand reduziert und seine beiden Falkenhagener Schäfer entlassen.

Wilfried Vogel sieht in dem historisch beispiellosen Wolfsschutz letztlich eine Art Enteignung der Schäfer. Er hofft am Freitagabend auf viele Teilnehmer, zum Beispiel Jäger, aber auch besorgte Eltern, Pilzsammler und andere Befürworter eines echten Wolfsmanagements.

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Jochen Schmidt 13.09.2017 - 21:40:39

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Zitat: "Er hofft am Freitagabend auf viele Teilnehmer, zum Beispiel Jäger, aber auch besorgte Eltern, Pilzsammler und andere Befürworter eines echten Wolfsmanagements." Als Pilzsammler und Vater bin ich eher weniger besorgt. Ich bemühe mich aber Rotkäppchen und die 7 Geißlein für die Teilnahme gewinnen. Die würden diese Kampange sicher unterstützen. Für ernsthafte Lösungsansätze hat sich der Bundesverband der Berufsschäfer schon mit anderen wichtigen Partnern für ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Siehe: http://www.taz.de/!5441332/

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