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Schüler erkunden das Leben auf dem Bauernhof

Marco Winkler / 13.09.2017, 08:55 Uhr
Kremmen (OGA) "Es ist spannend, zu sehen, welche Kräuter man essen kann, und welche lieber nicht", sagte Lena (11) aus Germendorf. Ihr Schulkamerad Jakob konnte nur mit dem Kopf nicken. "Genau, obwohl die Colapflanze zum Beispiel echt gut riecht, schmeckt sie total bitter", so der Elfjährige. Die Sechtsklässler sind zwei von insgesamt 150 Schülern, die am Dienstag die Milchviehanlage in Kremmen besuchten und an verschiedenen Stationen landwirtschaftliche Luft schnupperten.

Organisiert hatte den Tag die Initiative Landaktiv, die in ganz Brandenburg aktiv ist. "Wir wollen vor allem Grundschulen erreichen, damit sie sich mit dem Thema Landwirtschaft mehr beschäftigen", erklärte Marina Maaß von der Initiative. Denn: Landwirtschaft sei viel mehr als Treckerfahren und Kühe melken. "Oft ist das leider nicht mehr präsent, selbst bei Kindern, die auf dem Land leben und aufwachsen." Ein möglicher Grund für Marina Maaß: Smartphones. Selbst im Schulbus würden Kinder nur auf ihre Handys starren und Wiesen mit Kühen und Felder voller Getreide gar nicht wahrnehmen. "Zumal sie die Landwirtschaft selten mit den Lebensmitteln, die sie essen, in Verbindung bringen." Doch nicht nur bei den Schülern müsse man ansetzen, auch bei den Schulen. "Die Grundschulen, die heute hier sind, aus Kremmen, Beetz, Germendorf und Hennigsdorf, haben sofort zugesagt. Leider haben sich Velten und Leegebruch zum Beispiel gar nicht zurück gemeldet."

Eine der Forscher-Stationen betreute Marcus Steffen vom Zehdenicker Imkerverein: "Man muss nur das Interesse der Kinder wecken." Sie sensibilisieren. "Früher hatte jeder Hof Hühner und andere Nutztiere. Das war normal." Heute sei das anders. "Viele kennen den Unterschied zwischen Biene und Wespe nicht mal mehr." Wobei Bienenvölker gerade wieder in Mode seien. "Aber bloß nicht online kaufen, immer vom Imker des Vertrauens beraten lassen." Und: "Honig aus der Region kaufen", so Steffen. Nur deutscher Honig werde auf Qualitätsstandards geprüft.

Auf die achtet auch Marcel Alpers, Geschäftsführer der Kremmener Milchviehanlage mit 50 Mitarbeitern und 1700 Milchkühen. Er hat oft Kita- und Schulkinder im Betrieb. "So sehen sie, woher ihre Lebensmittel kommen." Seine Milchkühe werden im Schnitt bis zu sieben Jahre alt. Futter baut er teils selbst an, Mist und Gülle kommen in die Biogasanlage. Er setzt auf "Kuh-Komfort", wie er sagt. "Deshalb wurde die Stallanlage modernisiert." Zweimal am Tag wird gemolken. Ganz entspannt und ruhig. "Stress wirkt sich negativ auf die Qualität aus." Die Milch geht zur bekannten Molkerei Müller. 150 Kinder streichelten also einige der Tiere, die ihre Milch für die Müllermilch hergeben.

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