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Die Bilder werden wieder eingepackt

Ausstellung Rohkunstbau 2017 beendet: Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg packen im Lieberoser Schloss Werke des britischen malers Simon Englisch ein.
Ausstellung Rohkunstbau 2017 beendet: Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg packen im Lieberoser Schloss Werke des britischen malers Simon Englisch ein. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 14.09.2017, 06:20 Uhr
Lieberose (MOZ) Die Macher der 23. Rohkunstbau-Ausstellung, die am Sonntag in Lieberose beendet wurde, ziehen ein positives Fazit. 3500 Besucher haben die Werke internationaler Künstler im Lieberoser Schloss angesehen.

Im Lieberoser Schloss sind Arbeiter gerade dabei, die Exponate der Rohkunstbau-Ausstellung einzupacken. Die zehnwöchige Veranstaltung der Henrich-Böll-Stiftung war am Sonntag zu Ende gegangen. Mit den rund 3500 Besuchern der Ausstellung ist die Stiftung nach Ansicht ihrer Geschäftsführerin zufrieden. In dem Tagebuch seien fast ausschließlich freundliche Kommentare enthalten. Elf Künstler aus Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Iran, Afghanistan, Benin, Senegal, Russland, Deutschland, Portugal sowie Japan waren in der Ausstellung vereint. Motto war "Die Schönheit im Anderen". Kuratiert wurde sie von dem in Berlin lebenden Briten Gisbourne. Gezeigt wurden moderne Malerei, experimentelle Objektkunst und Videoinstallationen. Flankierend wurde in der Darre am Schloss eine Filmreihe gezeigt.

Die Ausstellung wurde von vielen Lieberosern mitgetragen. So sicherten der Förderverein, der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes sowie freiwillige Helfer der Feuerwehr die Öffnungszeiten an den zehn Wochenenden ab.

Bürgermeisterin Kerstin Michelchen sagte, die Rohkunstbau-Ausstellung, die von Gästen aus Berlin, Brandenburg und anderen Teilen Deutschlands besucht worden war, habe dazu beigetragen, die Bekanntheit Lieberoses zu steigern. In den Öffnungswochen sei "deutlich mehr los" gewesen, als sonst im Spätsommer. Für das Schloss seien Veranstaltungen, wie die Ausstellung der Böll-Stiftung, ein Segen: "Jede Belebung ist gut für das Schloss". Der ehemalige Herrschersitz derer zu Schulenburg ist seit mehr als 15 Jahren ohne Nutzung. Derzeit verwaltet die Brandenburgische Schlösser GmbH die Immobilie.

Wie die Heinrich-Böll-Stiftung bestätigt, gibt es mit der Schlösser GmbH eine Vereinbarung, das Schloss für weitere drei Sommer als Ausstellungsort der Rohkunstbau zu nutzen. Ob sie davon Gebrauch macht, müsse noch ausgewertet werden. "Wir müssen jetzt ersteinmal die Kosten und Einnahmen gegenüberstellen", teilt Inka Thunecke mit. Das Feedback sei jedoch so positiv, dass man auch für kommendes Jahr Lieberose im Auge behalte. Nachteilig sei die schlechte Anbindung der Schulenburgstadt an den öffentlichen Personen-Nahverkehr. Eine Bahn verkehrt seit Jahrzehnten nicht mehr, die Busverbindung ist, wie anderen dünn besiedelten Teilen Brandenburgs, lückenhaft. "Wir hatten Gäste aus Berlin, die mit Öffentlichen kommen wollten. Die hätten hin zurück 12 Stunden gebraucht", nennt Inka Thunecke ein Beispiel. "Hier müssen wir künftig Lösungen anbieten." Probleme habe es auch mit der Verpflegung gegeben. Der Caterer, der dafür vorgesehen war, sei von der schlechten Nachfrage am verregneten Eröffnungstag so sehr abgeschreckt worden, dass er für die anderen Veranstaltungs-Wochenenden nicht mehr zur Verfügung stand.

Laut Inka Thunecke wurde die Filmreihe in der Darre nach Anlaufschwierigkeiten immer besser angenommen. Besonders großen Zuspruch erhielt demnach "Trommeln auf Blech", ein Dokumentarfilm, der sich mit dem zu DDR-Zeiten ausgerichteten Musikfestival "Jazz-Werkstatt" im nahe gelegenen Peitz befasst.

Die Geschäftsführerin der Stiftung hebt besonders die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen hervor. "Toll, dass sie die Öffnungszeiten ermöglicht haben. Und das, obwohl alles so kurzfristig anberaumt war". Die erste Zusammenkunft von Vertretern der Stadt Lieberose und der Stiftung hatte erst im Mai stattgefunden, acht Wochen vor der Eröffnung. Die kurzfristige Kontaktaufnahme ist der einzige Kritikpunkt der Bürgermeisterin: "Für nächstes Jahr wünsche ich mir einen etwas längeren zeitlichen Vorlauf."

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