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Mirko Dachroth (FDP) wirbt für ein Hinterfragen und Neudenken in Sachen Bildung und innere Sicherheit

Mirko Dachroth (FDP): Schauen, wie Dinge sein müssten

Kritischer Hinterfrager: Mirko Dachroth (42) aus Hönow möchte für die FDP in den Bundestag ziehen.
Kritischer Hinterfrager: Mirko Dachroth (42) aus Hönow möchte für die FDP in den Bundestag ziehen. © Foto: MOZ/Margrit Meier
Margrit Meier / 14.09.2017, 07:15 Uhr - Aktualisiert 18.09.2017, 17:23
Hönow (MOZ) September wählen die Märkisch-Oderländer ihren Favoriten für den Bundestag. Im Wahlkreis 59 (Märkisch-Oderland/Teile des Barnim) bewerben sich acht Direktkandidaten. Die MOZ stellt sie vor. Heute: Mirko Dachroth (FDP).

"So eine Entscheidung, für den Bundestag zu kandidieren", sagt Mirko Dachroth, "reift nicht über Nacht." Bis zum BWL-Studium, gesteht der 42-jährige Familienvater, habe er sich wenig für Politik interessiert. Doch dann fand er Gefallen an den liberalen Ideen der FDP. Gern hätte er sich damals schon politisch engagiert. "Aber, wenn man als Bundeswehroffizier im Durchschnitt alle zwei Jahre durch die Republik von Idar-Oberstein über Köln bis nach Strausberg/Hönow tingelt, dann ist es schwer, dauerhaft Netzwerke aufzubauen." 2012 zogen Mirko, Karina, Lukas (12) und Tim (8) nach Hönow und der 42-Jährige nutzte die Chance des Sesshaftwerdens, sich nun tatsächlich einbringen zu können. Er trat in die FDP ein, arbeitete als sachkundiger Bürger im Bildungsausschuss, ist seit rund einem dreiviertel Jahr als Nachrücker Gemeindevertreter. Er ist Mitglied im Bildungsausschuss und im zeitweiligen Ausschuss für den Schulneubau. Und er trommelt für seine Partei. "Ich bin in die FDP eingetreten, als die komplett brach lag. Weil für mich die Ideen dieser Partei richtig sind. Doch wir haben uns in der Bundestags-Koalition mit der CDU unterbuttern lassen. Wenn etwas gut lief, dann schmückte sich die CDU, lief etwas schlecht, dann war die FDP schuld", resümiert er.

Doch seit etwa einem Jahr, beobachtet er mit Freude, wächst der Ortsverband wieder. Und das hat ihm auch Mut gemacht, für den Bundestag anzutreten. Doch Dachroth bleibt realistisch: "Da würde ich schon Geschichte schreiben, wenn ich als FDP-Kandidat ein Direktmandat im Osten erringen würde." Doch warum bindet er sich dann so viel Zeit ans Bein? Tritt bei Wahlkampfveranstaltungen an, ist bei Diskussionsrunden vor Ort? "Ich kann den Menschen zeigen, dass es die FDP hier vor Ort gibt und bei allen Veranstaltungen und auch bei Gesprächen mit der Presse kann ich für die Ziele und Ideen der FDP werben."

Eine der wichtigsten für Dachroth ist, dass die FDP die Abkehr vom "Weiter so!" verfolge. "Der Wahlspruch ,Denken wir neu', ist absolut ernst gemeint. Wir wollen Dinge nicht nur verbessern, sondern schauen, wie sie eigentlich sein müssten", sagt er. Und nennt als Beispiel die Bildung. Da müsse nicht geschaut werden, wie die Kompetenzen zwischen Bund und Ländern verteilt seien, sondern wie Bildungspolitik in Deutschland aussehen muss, um in Europa bestehen zu können. Kritisch hinterfragen will seine Partei deshalb das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern. Dieses Hinterfragen ist aus seiner Sicht auch übertragbar auf die innere Sicherheit. Es gäbe in der Bundesrepublik 16 Landeskriminalämter und 16 Landesverfassungsschutzämter. "Der Fall Amri hat gezeigt, dass das nicht immer hilfreich ist bei der Suche nach Gefährdern", sagt Dachroth. Und das könne eben auch bedeuten, dass Landeskompetenz abgegeben werde.

Welche Themen will er hier vor Ort in seinem Wahlkreis Märkisch-Oderland, Barnim II angehen? Da nennt Dachroth die erneuerbaren Energien. Im Land gäbe es die meisten Windkraftanlagen, aber müssten die Bürger auch die teuersten Strompreise bezahlen. Könnte er entscheiden, dann würden die Subventionen für Windkrafträder gestrichen und der Bürgerwille, wenn es etwa um Abstände zwischen Wohnbebauung und Windrad geht, gestärkt. Wichtig sei ihm auch ein Energiemix. So wäre es unsinnig, Braunkohlekraftwerke, die auf dem neuesten technischen Stand sind, abzuschalten. Dies könne nur ein langfristiges Ziel sein. "Solche Entscheidungen dürfen nicht übers Knie gebrochen werden. Denn diese Kraftwerke sind auch meist die größten Arbeitgeber vor Ort", gibt er zu bedenken. Auch die ärztliche Versorgung auf dem Land sei ein Riesenthema. Es müsse wieder mehr Anreize für den Landarzt geben, sich anzusiedeln, oder Alternativen bei der ärztlichen Versorgung.

Zur Person:


■ Geboren und aufgewachsen 1975 in Pritzwalk als jüngstes von drei Geschwistern.
■ Nach dem Abitur tritt er eine Offiziersausbildung bei der Bundeswehr an, dazu gehören ein BWL-Studium in Hamburg und ein Generalstabslehrgang. Er arbeitet jetzt in Strausberg.
■ Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seit 2012 lebt die Familie in Hönow.
■ Mirko Dachroth ist Gemeindevertreter, stellv. Vorsitzender der FDP in MOL, Elternvertreter und Mitglied der Schulkonferenz an der Grimm-Grundschule und arbeitet im Bildungsausschuss und dem zeitweiligen Ausschuss für den Schulneubau mit.

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