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Am "Märkischen Hof" steht Schorfheides erste Schnellladesäule für Elektroautos

Altenhof macht's spannend

Bei der Einweihung der Säule geht Ortsvorsteher Wolfram Malkus (l.) dem Anbieter der Stromtankstelle, Fabian Blanda, zur Hand. Wer seinen Akku aufladen will, braucht einen Stecker der Marke Chademo - oder einen Adapter.
Bei der Einweihung der Säule geht Ortsvorsteher Wolfram Malkus (l.) dem Anbieter der Stromtankstelle, Fabian Blanda, zur Hand. Wer seinen Akku aufladen will, braucht einen Stecker der Marke Chademo - oder einen Adapter. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 14.09.2017, 07:50 Uhr
Altenhof (MOZ) Eines der Grundprobleme bei Elektroautos ist die Reichweite. Ohne Zwischenladen von Berlin an die Ostsee? Das schaffen die meisten Ausführungen nicht. Deswegen hat Unternehmer Fabian Blanda nun in Altenhof eine E-Schnellladestation eröffnet, die für alle nutzbar ist.

Doch was braucht der Fahrer eines Elektroautos, um am "Märkischen Hof" sein Vehikel aufzuladen? "Man muss den passenden Stecker haben, einen Chademo, sich anmelden und festlegen, zu wie viel Prozent man laden will", sagt Fabian Blanda. Außerdem ist ein Code vonnöten, den Interessierte telefonisch oder im Dorfladen vor Ort erfragen können.

Der 40-Jährige betreibt in der Altenhofer Dorfstraße 41 nicht nur den Laden, sondern auch ein Café und er vermietet den Festsaal für Veranstaltungen. Außerdem fährt er aus Überzeugung Elektroauto. "Ich bin schon 50 000 Kilometer elektrisch gefahren", sagt er. Vor jedem Start schaut er allerdings genau, wo er unterwegs den Akku laden kann. "Wenn man Elektroauto fährt, plant man seine Route noch."

Die Schar der E-Fahrer ist überschaubar: Anfang des Jahres gab es in Brandenburg nicht einmal 600 reine Elektroautos. "Da sagen wir: Okay, wir helfen uns gegenseitig", erklärt Fabian Blanda. "Wer hierher kommt, bezahlt nichts." Da übernehme er auch gern die Kosten für den Strom.

Für die Säule musste Blanda wiederum nichts bezahlen. Die hat der japanische Hersteller seines Fahrzeugs spendiert. "Die kostet neu mehr als 10 000 Euro", sagt der Unternehmer. Dem Automobil-Konzern ist daran gelegen, das Netz der Zapfsäulen auszubauen und damit auch die Reichweite seiner Produkte. "Die haben ein großes Interesse daran, dass Leute, die an die Ostsee wollen, das auch können", formuliert es Blanda.

Dabei hat der Landkreis durchaus Nachholbedarf, was Ladesäulen angeht. "Der Barnim ist noch nicht so gut ausgestattet", erklärt Ina Bassin von der Barnimer Energiegesellschaft. Sieben seien es bislang, mit der Altenhofer komme nun die achte dazu. Die Zapfstelle ist dabei die erste Schnellladesäule der Gemeinde Schorfheide. "Demnächst kommt noch eine in Groß Schönebeck dazu", sagt Bassin.

"Schnell" bedeutet in diesem Fall, dass laut Fabian Blanda nach maximal einer halben Stunde 80 Prozent des Akkus aufgeladen sind. Damit komme man rund 150 Kilometer weit. Zum Vergleich: Bei normalen Ladeanschlüssen, von denen am "Märkischen Hof" schon längere Zeit drei Exemplare hängen, dauere es vier Stunden.

Altenhof als Schnittstelle für E-Reisende - das gefällt natürlich auch dem Ortsvorsteher. "Das lockt vielleicht den ein oder anderen Elektrofahrer an", sagt Wolfram Malkus. Eine Rechnung, die aufzugehen scheint: "Ich habe schon fünf, sechs Anfragen nach dem Code", sagt Fabian Blanda.

Wer in Altenhof sein E-Auto aufladen will, kann Fabian Blanda anrufen: Telefon 0174 9873797.

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Hartmut Ginnow-Merkert 14.09.2017 - 09:42:03

7 Ladesäulen im Landkreis

Sieben Ladesäulen im Landkreis. Das hört sich doch schon ganz gut an, nicht wahr? Wenn man nun die einzige abzieht, die der Landkreis betreibt, und die seit Jahren nicht auf einen zeitgemäßen Stand gebracht wurde; wenn man ferner die zwei abzieht, die die Stadt und die Sparkasse allein für sich beanspruchen, und wenn man ferner die beiden Ladepunkte nicht rechnet, die die e-dis allein für ihre Mitarbeiter installiert hat, dann bleiben im Landkreis allein die beiden – vorbildlichen – Ladepunkte der Stadt am Zoo und am Familiengarten übrig. Zwei von angeblich sieben – das ist für einen sich "nachhaltig" titulierenden Landkreis ein erbärmliches Ergebnis. Schön, dass der Unternehmer in Altenhof die Initiative ergreift, obgleich der am meisten verbreitete Anschluss zur Zeit der so genannte "Typ 2"-Stecker ist.

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