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Torhorstschüler werden in früherem Bundeswehr-Gebäude unterrichtet

Haben in Lehnitz mehr Platz und ihre Ruhe: Den Torhorstschülern Tom aus Germendorf (links) und Sebastian aus Nassenheide gefällt es in ihrer neuen Übergangsschule besser als gedacht. Nur die Mobilfunkversorgung könnte besser sein.
Haben in Lehnitz mehr Platz und ihre Ruhe: Den Torhorstschülern Tom aus Germendorf (links) und Sebastian aus Nassenheide gefällt es in ihrer neuen Übergangsschule besser als gedacht. Nur die Mobilfunkversorgung könnte besser sein. © Foto: MZV
Tilman Trebs / 14.09.2017, 19:09 Uhr
Lehnitz/Oranienburg (OGA) Seit knapp zwei Wochen wird die Abiturstufe der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule in einem alten Schulungsgebäude der Bundeswehr in Lehnitz unterrichtet. Ein Provisorium, das bei Schülern und Lehrern überraschend gut ankommt.

Groß war das Theater im Internet, als im Frühjahr bekannt wurde, dass rund 250 Schüler für zwei Jahre nach Lehnitz müssen. Zu weit draußen, Flüchtlinge in der Nachbarschaft: Bei Facebook machten Schüler und Eltern ihren Frust publik - und zwar reichlich. Der Zorn ist offenbar verraucht. "Uns gefällt hier es hier eigentlich ganz gut", sagt Tom aus der 13. Klasse. "Wir haben hier Platz und unsere Ruhe. Die Ausstattung und der Sportplatz sind besser als in der alten Schule in Oranienburg." Klassenkamerad Sebastian sieht es genauso. "Die Bedingungen, um sich aufs Abi vorzubereiten, sind hier wirklich gut." Sebastian reist jeden Morgen mit dem Motorrad aus Nassenheide an, Tom mit Bus und S-Bahn aus Germendorf. "Das klappt schon", sagt Tom. Und die Flüchtlinge? "Es gibt überhaupt kein Problem. Wir sehen sie aber auch kaum." Das Einzige, was die beiden monieren, ist der schlechte Mobilfunkempfang im Haus.

Zwei Millionen Euro hat der Landkreis in den sechs Monate dauernden Umbau des Gebäudes investiert. Entstanden sind 18 Klassenräume und Fachkabinette für die Naturwissenschaften auf drei Etagen. Acht interaktive Tafeln stehen ebenso zur Verfügung wie 32 Notebooks, mit denen die Schüler auch ins Internet gehen können. Der alte Bundeswehr-Sportplatz wurde auf Vordermann gebracht, die benachbarte Turnhalle auch.

"Uns fehlt es an nichts", sagt Schulleiterin Manuela Brüssow. "Wir sind positiv überrascht, wie gut wir hier aufgestellt sind." Die Lehrer hatten nicht unbedingt damit gerechnet, dass die Kreisverwaltung die interaktiven Tafeln im Übergangsbau installieren lässt. "Die Ausstattung ist wirklich gut", sagt Regina Prüter, Lehrerin für Deutsch und Englisch. Wie die Schüler lobt sie die Ruhe und die Abgelegenheit des Hauses, als sie in der großen Pause in der Caféteria ihren Kaffee trinkt. Bewirtet wird sie dort von Peter Hildebrandt. Am Donnerstag gibt es bei ihm Nudeln, Bolognese, Bockwurst und belegte Brötchen. Er ist zufrieden mit seinem Arbeitsplatz. "Ich musste mich zwar ein bisschen einfuchsen, aber die Küchentechnik hier ist vom Feinsten."

Bedingungen, von denen die Mitschüler an der Walther-Bothe-Straße zurzeit nur träumen können. Das Stammhaus wird in den kommenden zwei Schuljahren für knapp 16 Millionen umfassend modernisiert. In den Sommerferien wurde ein Zwischentrakt abgerissen, nun ist der Havelflügel an der Reihe. "Der Baulärm hält sich zum Glück noch in Grenzen", sagt Schulleiterin Manuela Brüssow. Aber die Verhältnisse sind beengt. "Wir müssen alle zusammenrücken." Jede Klasse hat noch einen Raum. Die Schulsozialarbeiter aber nutzen inzwischen den Tanzsaal, die Kopfstütze-Gruppe, in der schwächere Schüler zusätzliche Förderung erhalten, ist in bisher als Büros genutzte Räume umgezogen. Im Sommer hatte es Unmut unter Eltern gegeben, weil die Einrichtung zum neuen Schuljahr weniger Siebtklässler aufnahm als in früheren Jahren. "Ich kann den Ärger verstehen, aber es ist leider so: Wir haben im Moment nicht mehr Platz, als wir haben."

Trotzdem überwiege die Freude, dass die Modernisierung der Schule endlich begonnen habe. "Wir haben lange darauf gewartet. Bei der Gesamtelternversammlung war dann auch freudige Erwartung darüber, wie die Schule künftig aussehen wird." Größere Räume soll sie bekommen, eine richtige Caféteria, einen zentralen Eingangsbereich und einen Sportplatz, der den Namen auch verdient hat - neue Dreifeldhalle inklusive.

Bis es soweit ist, heißt es für Manuela Brüssow und ihre Kollegen: pendeln zwischen zwei Schulstandorten. "Wir haben die zwei großen Pausen auf 30 Minuten verlängert, um genügend Zeit zu haben. Das klappt ganz gut." Und bei aller Freude über das Provisorium in Lehnitz: "Es wird ein Provisorium bleiben." Es habe schon Befürchtungen gegeben, dass die Schüler für immer in Lehnitz bleiben würden. "Das wird nicht so sein", sagt die Schulleiterin. Was stattdessen dann aus dem Gebäude wird, ist noch unklar.

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