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Verein Pépinière führt in Friedland Erste-Hilfe-Projekt durch / Heute Prüfung

Schüler in stabiler Seitenlage

Jörg Kühl / 15.09.2017, 06:08 Uhr - Aktualisiert 15.09.2017, 15:22
Friedland (MOZ) 136 Schüler haben in Friedland Kenntnisse in Erster Hilfe erhalten. Heute müssen sie zeigen, was sie in den drei Projekttagen mit Mitgliedern des Vereins Pépinière gelernt haben. Am Ende gibt es für jeden Schüler ein "Helden-Diplom".

In Friedlands Grundschule sieht man überall verletzte Kinder: Verbände an Kopf und Handgelenken, Fixierbinden am Oberarm, gepflasterte Finger, manche humpeln durch das Schulhaus. Nur an den lächelnden Mienen erkennt man, dass es so ernst nicht sein kann: Die Verbände sind nur zum Training angelegt worden - von Mitschülern. Die wiederum haben ihr Wissen von zehn jungen Erwachsenen erhalten, die derzeit an der Schule einen dreitägigen erste-Hilfe-Projekt durchführen. Federführend ist der Verein Pépinière mit Sitz in Frankfurt (Oder), der 2016 gegründet wurde.

Pépinière hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Schüler, vorrangig auf dem Land in besonders bevölkerungsschwachen Regionen, in Erster Hilfe zu trainieren. 2800 seien es bereits, berichtet Mitbegründer von Pépinière, Philipp Humbsch, der beruflich als Rettungssanitäter für den Landkreis Oder-Spree arbeitet. Allein im Kreis seien bereits 1300 Schüler in erster Hilfe ausgebildet worden. Erst im April hatte der Verein alle Schüler der Grundschule an der Stadtmauer in Beeskow ausgebildet. Finanziell unterstützt wird das Vorhaben durch die Unfallkasse Brandenburg und durch private Spenden.

Heute bekommen die Schüler in Friedland ihr "Heldendiplom" überreicht. Dies sei keine offizielle Erste-Hilfe-Bescheinigung, sondern lediglich der Nachweis, an einer Einführung teilgenommen zu haben, stellt Humbsch klar.

Die Aktion ist bei den Schülern gut angekommen. Sie merkten, wie anstrengend es ist, die Reanimationspuppe ganze sieben Minuten lang mit pumpenden Bewegungen zu bearbeiten. Im Ernstfall würde das Durchhaltevermögen möglicherweise über Tod oder Leben entscheiden.

Emma Friedrich aus der sechsten Klasse findet das Projekt wichtig. Sie selbst hat einmal erlebt, welche Folgen eine unzureichende medizinische Behandlung haben kann: "Ich hatte mal einen rostigen Nagel im Fuß." Später habe sich alles entzündet. "Gut, das wir hier lernen, richtig zu reagieren", so die 11-Jährige.

Für Schulleiterin Elke Lange passt das Projekt gut zum Schulprofil: "Soziale Kompetenzen zu fördern, sei dort festgelegt. "Zu lernen, wie man sich gegenseitig helfen kann, gehört eindeutig dazu."

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