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Totalausfälle bei Obsternte

Selbstpflücker auf der Plantage: Giesela und Peter Körner aus Berlin auf den Feldern des Obstbaubetriebs Ponoma
Selbstpflücker auf der Plantage: Giesela und Peter Körner aus Berlin auf den Feldern des Obstbaubetriebs Ponoma © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Patrizia Czajor / 15.09.2017, 07:00 Uhr
Blumberg (MOZ) In den Preisen spiegelt sich nach den Gesetzen der Marktwirtschaft nicht nur Nachfrage, sondern auch Angebot wider. Das bescheidene bis katastrophale Ergebnis der Obsternte wollte Reiner Matthes, Geschäftsführer des Obstbaubetriebs Ponoma im Blumberger Ortsteil Elisenau, hingegen nicht an seine Kunden weitergeben. "Wir möchten den Preis möglichst konstant halten", führt der Ahrensfelder aus, auch wenn sich das Motto seines Betriebs "Bei uns gibt's immer was zu pflücken" in diesem Jahr bei einigen Obstsorten definitiv nicht bewahrheiten wird. "Bei Kirschen haben wir einen Totalausfall."

Stark betroffen sind laut Matthes auch Birnen und Äpfel. Da der Spätfrost im April genau in die Blütezeit gefallen sei, habe sein Obstbaubetrieb ein Drittel der Äpfel gar nicht erst ernten können, schildert der Unternehmer. "Wenn die offenen Blüten erfrieren, gehen sie kaputt", erläutert er. Doch immerhin sei die Qualität des geernteten Obstes einwandfrei.

Einen Preisanstieg von bis zu 20 Prozent, wie er etwa bei Äpfeln in Supermärkten zu finden ist, mutet er seinen Selbstpflückern aber nicht zu - trotz ökonomischem Schaden. Diesen beziffert Matthes auf einen sechsstelligen Betrag. Bereits die Erdbeerernte im Juni sei nicht ohne Verluste verlaufen. Schützen könne man sich als Landwirt dagegen kaum, meint er. Bis zu einem gewissen Grad sei jedoch eine Frostschutzberegnung hilfreich.

Sinnvoller wäre es laut Matthes hingegen, die wirklichen Ursachen zu bekämpfen, die für ihn auch mit dem Klimawandel zusammenhingen. Man sei zum Beispiel unglaublich stolz darauf, eine Nation zu sein, in der Lebensmittel auf Schärfste kontrolliert würden, aber andersherum schaue man zu, wie das Klima nachhaltig geschädigt werde, kritisiert er. "Warum werden Urwälder entlang des Amazonas gerodet, um dort gentechnisch manipuliertes Soja anzubauen?", kann er nicht nachvollziehen. Man tue, findet er, niemand einen Gefallen, wenn man im Gegenzug ein paar Bäumchen in den Städten pflanze. "Das ist nur Makulatur."

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Karl Heinz Günther 15.09.2017 - 09:43:16

Trügerisches Foto

Leider ist das "t" bei Obsternte nicht zu sehen. Ich bitte um Nachsicht für meine Oberflächlichkeit.

Karl Heinz Günther 15.09.2017 - 09:39:09

Trügerisches Foto

Auf diesem Foto zum Artikel "Totalausfall bei Obsterne" kann ich keinen Totalausfall erkennen. Mitdenken ist auch bei den Redakteuren erwünscht.

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