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Königlicher Klang mit neuem Glanz

Justierung ist Handarbeit: Orgelbauer Hans Scheffler stimmt die sanierte Orgel in der Britzer Kirche.
Justierung ist Handarbeit: Orgelbauer Hans Scheffler stimmt die sanierte Orgel in der Britzer Kirche. © Foto: Matthias Wagner
Matthias Wagner / 16.09.2017, 07:10 Uhr
Britz (MOZ) Die Orgelsanierung in der Britzer Kirche ist abgeschlossen. Die Firma Schuke Orgelbau musste viele Teile austauschen, andere reparieren. Die sanierte Orgel wird am 15. Oktober mit einem Konzert wieder in Betrieb genommen.

Die Orgel wird gemeinhin als Königin der Instrumente bezeichnet. Die royalen Weihen waren der 1846 von Carl August Buchholz errichteten Kirchenorgel in Britz in den vergangenen Jahrzehnten allerdings ein wenig abhanden gekommen.

Die ursprünglich auf der Westempore montierte Orgel mit sieben Registern, verteilt auf Manual und Pedal, wurde 1895 nach hinten an den Turm versetzt, um mehr Platz im Kirchenschiff zu realisieren. 1917 wurden die Prospektpfeifen aus Zinn zu Rüstungszwecken entfernt und später durch Zinkpfeifen ersetzt. Ein Material aus dem auch gewöhnliche Dachrinnen bestehen. Das ging natürlich alles zu Lasten des Klanges, war aber aufgrund der Umstände der Zeit nicht vermeidbar.

Die letzte dokumentierte Überholung des Instrumentes fand im Jahre 1942 statt. Im Laufe der Restaurierungsarbeiten fand sich im Innern der Orgel noch ein Gottesdienstablaufplan aus dieser Zeit. Dennoch wurde sie bis vor Kurzem noch gespielt und funktionierte laut Pfarrer Martin Lorenz "noch erstaunlich gut".

Vor dem Hintergrund der langen Wartungspause und der mittlerweile deutlich zu Tage tretenden Mängel, stellte der Gemeindekirchenrat Britz bei der zuständigen Denkmalsbehörde einen Antrag auf Genehmigung der Orgelrestaurierung, dem stattgegeben wurde. In der Folge konnte der Restaurierungsauftrag im Rahmen einer Vergabeempfehlung an die Firma Schuke Orgelbau aus Werder an der Havel vergeben werden. Und so begannen die Mitarbeiter des Unternehmens Hans Scheffler und Klaus-Michael Schreiber im August mit den umfangreichen Arbeiten im Britzer Gotteshaus.

Es stellte sich unter anderem ein starker Wurmbefall der Holzpfeifen heraus, bei denen alle Deckel und Böden ersetzt werden mussten. Die Prospektpfeifen wurden vollständig erneuert und bestehen nun wieder aus hochwertigem Zinn, was dem Klang zuträglicher ist. Die gesamte Technik erwies sich als überholungsbedürftig, die Manual- und Pedalklaviatur wurde überarbeitet und der Balg musste repariert werden. Die veraltete Elektrik wurde auch ersetzt. Nach der Fertigstellung erfolgten eine Nachintonation und eine entsprechende Stimmung, sodass das Instrument nun wieder mit königlichem Wohlklang glänzen kann.

Die am vergangenen Wochenende abgeschlossenen Arbeiten belaufen sich auf einen finanziellen Aufwand von insgesamt 22 000 Euro. "Besonderer Dank gilt dem Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke (SPD), der sich für eine Unterstützung durch Bundeskulturmittel sehr engagiert hat", betont Lorenz.

So konnten 10 000 Euro der benötigten Investitionssumme mit Bundeshilfe abgedeckt werden. Weitere 4000 Euro hat die Kommune Britz zugesteuert. Der restliche Betrag wurde durch private Spenden und Eigenmittel der Kirchengemeinde getragen.

"Anlässlich der Wiederindienststellung wird es am 15. Oktober ein Konzert mit Siegfried Ruch und Gästen geben", verrät Pfarrer Lorenz, der sich über die frisch ertönende Orgel freut.

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