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Brassens auf Italienisch

Originelle Arrangements: Pauline Depuy und Michael Wookey tragen Chansons von Georges Brassens vor.
Originelle Arrangements: Pauline Depuy und Michael Wookey tragen Chansons von Georges Brassens vor. © Foto: Renate Meliß
Renate Meliß / 18.09.2017, 06:30 Uhr
Basdorf (MOZ) "Hier ist ein historischer Ort, an den viele Leute von weither kommen, so wie unsere Künstler!". Damit stellte Isabel Neuenfeldt die nächsten Sänger vor: David und Maria Moch - die Mochitos. Das Brassens-Festival in Basdorf ist immer etwas Besonderes - was sich auch diesmal zeigte.

Nachdem der "singende Bürgermeister" Peter Liebehenschel aus Basdorf das Programm mit einigen Songs eröffnet hatte, spannten die Mochitos den musikalischen Bogen mit dem Titel "Unter den Toren - im Schatten der Stadt ..." bis zurück ins Mittelalter. Dem folgte der "Schlechte Ruf", denn es sei ja so, dass die Leute glauben, alles zu verstehen, ohne genau hinzusehen - jeweils auf Deutsch und Französisch gesungen. Als Kontrast dann eine kleine französische Schnulze, in der "er" für "sie" alles - sogar sterben - würde. Und schließlich warfen die beiden Künstler spanisches Feuer auf die Bühne. Wie zum Antraben die Zügel leicht gespannt, griff David Moch beherzt in die Seiten, dann tanzten die Finger schneller, schneller und schneller... Die Besucher wiegten sich im Rhythmus. Tee und Rotwein auf den Tischen - die Welt blieb draußen bei soviel Temperament.

Brassens gibt es auch auf italienisch. Franco Pietropaoli und Andrea Belli zeigten echten italienischen Charme und viel Liebe. Deux chansons a Napoli - man konnte die Augenblicke förmlich sehen, die für Zwei ein ganzes Leben lang reichen. Mit Mandoline und Gitarre versetzten die Musiker die Besucher an eine Bucht in Neapel. Dort wo die Sonne nach einem langen heißen Tag das Meer berührt und sie ihm über die Piazza del popolo entgegeneilt. Vielleicht hat man dies schon mal gehört, aber vielleicht auch nie so intensiv. Der Beifall, der den beiden Italienern entgegenbrandete, war mehr als verdient - so klingen nur italienische Liebeslieder.

Auf dem Festivalprogramm standen weitere Konzerte mit vielen Künstlern wie zum Beispiel am Sonntag im Eventcafé Petticoat - hier mit einem speziellen Vortrag zu Georges Brassens "Zwölf Silben für die Ewigkeit" - sowie in den Dorfkirchen in Prenden, Zühlsdorf, Schönwalde und Basdorf. Heute, am Montag, findet um 19 Uhr die Abschlussveranstaltung im Eventcafé Petticoat in der Fontanestraße 7 in Basdorf statt.

Georges Brassens kam im März 1943 mit 21 Jahren als Zwangsarbeiter nach Basdorf gekommen. Er komponierte dort über 20 Chansons. Zehn Jahre später wurde er ein beliebter Chansonnier in Paris.

Der Verein Brassens in Basdorf wurde am 7. März 2004 gegründet und  veranstaltet jährlich Georges Brassens zu Ehren das Chanson-Festival in verschiedenen Spielstätten in Basdorf, im Barnim und auch in Berlin.

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