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Mosterei Buwemo muss die Frucht bei Bauern in Region zukaufen / Birnensaft für Kunden rationiert

Apfelmenge für die Katz'

Lässt sich nicht unterkriegen: Peter Skottki von der Mosterei Buwemo im Buckow hat in diesem Jahr weniger zu tun.
Lässt sich nicht unterkriegen: Peter Skottki von der Mosterei Buwemo im Buckow hat in diesem Jahr weniger zu tun. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Tatjana Littig / 18.09.2017, 18:42 Uhr
Buckow (MOZ) Wegen Nachtfrösten während der Blüte im Frühjahr fällt die Apfelernte in diesem Jahr gering aus. In der Folge landen nur wenige der süß-sauren Früchte in der Saftpresse von Peter Skottki in Buckow. Auch Birnen sind in diesem Jahr Mangelware.

Peter Skottki und seine Frau Marita von der Mosterei Buwemo in Buckow lassen sich nicht unterkriegen. Strahlend begrüßen sie Besucher auf ihrem Hof. Für gewöhnlich hätten sie jetzt viel zu tun, doch in diesem Jahr kommen nur wenige Kunden, um Äpfel oder - wie am Montag - auch Birnen abzugeben. Die meisten, die erscheinen, kaufen neue Säfte oder geben Leergut ab. Vor den Getränkekisten mit den abgefüllten Birnensaft-Flaschen im Hofladen weist ein Schild darauf hin, dass der Saft Kunden vorbehalten ist, die zuvor ebensolches Obst gebracht haben. "Wenn ich herausfinde, wo ich Birnen kaufen kann, dann wird die Rationalisierung aufgehoben", erklärt Peter Skottki.

In der letzten Augustwoche hat das Ehepaar mit der Verarbeitung von Äpfeln begonnen. Seitdem wurden sechs Tonnen der süß-sauren Frucht abgegeben und gepresst. Das macht etwa 3300 Liter Apfelsaft. "Unter normalen Umständen bekommen wird sechs Tonnen an einem einzelnen Tag", erklärt Marita Skottki. "An einem schwachen Tag", fügt ihr Ehemann an. Laufe es gut, würden bis zu 17 Tonnen Äpfel täglich gebracht.

Etwa 17 Tonnen sind in der Mosterei der Familie auch das Tagesmaximum. Mehr Äpfel könnten zwar verarbeitet werden, doch dafür müsste die Presse länger laufen. Darauf verzichten die zwei, die die Mosterei in Buckow seit 1985 betreiben. In diesem Jahr stellt sich die Frage ohnehin nicht, die Saftpresse noch öfter anzuschmeißen.

Mit dem geringen Zulauf in dieser Saison, die noch bis Ende Oktober geht, haben sich die beiden arrangiert. "Wenn du abhängig bist von der Natur, dann ist es eben so", sagt Marita Skottki und zuckt mit den Schultern. "Jammern hilft da auch nicht." Peter Skottki sieht es ähnlich gelassen: "Es ist schön, wenn man Urlaub auf der Arbeit machen kann", lacht er. "Wir haben gut gehaushaltet", ergänzt seine Ehefrau. Ein schlechtes Apfeljahr bringe die beiden nicht in Bredouille. Wenn es im kommenden Jahr wieder ein schwaches Jahr würde, dann sehe die Sache womöglich anders aus.

"Das Problem ist: Du musst immer da sein", findet Peter Skottki. Der Hofladen des Ehepaars hat ganzjährige montags und sonnabends geöffnet. In der Woche werden an drei Tagen Äpfel angenommen, für die Annahme der Birnen wurden drei Termine festgelegt, offen ist nur noch der am 2. Oktober. Am ersten Tag kam niemand, auch beim zweiten Termin war wenig los. Bei den Äpfeln gilt: Es werden Äpfel bei Obstbauern in der Region dazugekauft. "Wenn wir das nicht machen würden, könnten wir nichts anbieten", erklärt Peter Skottki. Das große Glück der Familie in der Situation ist: Sie sind nicht durch Verträge an Handelsketten gebunden. "Die großen Mostereien, die das sind, die müssen liefern, egal wie", so der 62-Jährige. Doch auch Buwemo hat feste Abnehmer und muss die Nachfrage bedienen. "Wir müssen unsere Lager vollkriegen, sonst sind die Kunden weg", sagt Peter Skottki.

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