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Wahlverhalten von Lesben und Schwulen - "deutliche Absage" an die AfD

Matthias Puddig / 19.09.2017, 14:57 Uhr
Berlin (MOZ) Trotz der Eheöffnung und der damit verbundenen rechtlichen Gleichstellung spielen Themen wie Homophobie bei der Wahlentscheidung von Lesben und Schwulen weiterhin eine große Rolle. „Die Themen sind juristisch erledigt, aber gesellschaftspolitisch nicht“, erklärte Dorothée de Nève von der Universität Gießen am Montagabend bei der Vorstellung einer zum Wahlverhalten von Vertretern sexueller Minderheiten bei der Bundestagswahl.

Aus der Studie geht hervor, dass Diskriminierungserfahrungen und Homophobie jeweils für mehr als 90 Prozent der Befragten Einfluss auf die Wahlentscheidung haben. Befragt nach dem wichtigsten Thema sind die beiden Punkte gemeinsam mit der Migrationspolitk, der Bildungspolitik und dem Umweltschutz auf den ersten fünf Rängen. Wichtig ist ihnen zudem, dass sich Politiker solidarisch mit Lesben und Schwulen zeigen und eine homo- und bisexuellenfreundliche Politik vertreten. Ob Politikerinnen und Politiker selbst als lesbisch oder schwul geoutet sind, ist für die Wahlentscheidung nachrangig.

Die Studie der Universitäten Gießen und Wien ist nicht repräsentativ. Insgesamt wurden aber mehr als 5000 Fragebögen ausgewertet, sodass sie einen aussagekräftigen Einblick in das Wahlverhalten der nicht-heterosexuellen Wähler gibt. Daraus geht hervor, dass Schwule und Lesben linker wählen als die Gesamtbevölkerung. 29 Prozent der Befragten gaben an, die Grünen zu wählen, 22,6 Prozent die Linkspartei. In etwa gleichauf mit aktuellen Umfragen sind die SPD (21,2) und die FDP (9,5). Deutlich schlechter schneiden die CDU/CSU (6,9) und die AfD (2,7) ab. „Die Ergebnisse zeigen deutlich: Lesben, Schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen lassen sich nicht von einer lesbischen Spitzenkandidatin täuschen“, folgert Henny Engels, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD). Der AfD-Wert sei „eine deutlich Absage“.

Kommentare

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Frank Schneider 20.09.2017 - 09:23:29

Das ist nicht schlüssig

die einzige Partei, die gegen die Islamisierung dieses Landes ist, als Feindbild? Sollten diese Leute daher nicht lieber mal einen Blick in jene Länder werfen, wie dort verfahren wird? Beispiel Tansania, Urlaubsinsel Sansibar https://www.welt.de/politik/ausland/article168748500/Polizei-auf-Sansibar-will-Homosexuelle-jagen.html

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