Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fällungen im Schlosspark Lichterfelde / Abgeordneter beklagt Informationspolitik

Streit um Bäume und mehr

Weichen Parkplätzen: Neun Bäume im Schlosspark Lichterfelde sind gefällt worden. Dort geplante Stellflächen sollen Ortsvorsteher Matthias Gabriel zufolge auch das morgendliche Verkehrschaos vor der gegenüberliegenden Schule entschärfen.
Weichen Parkplätzen: Neun Bäume im Schlosspark Lichterfelde sind gefällt worden. Dort geplante Stellflächen sollen Ortsvorsteher Matthias Gabriel zufolge auch das morgendliche Verkehrschaos vor der gegenüberliegenden Schule entschärfen. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Ellen Werner / 20.09.2017, 06:10 Uhr
Lichterfelde (MOZ) Sieben Robinien, zwei Spitzahorne - die Neugestaltung des Lichterfelder Schlossparkes hat mit Baumfällungen begonnen. Der Schorfheider Gemeindevertreter Andreas Steiner wirft der Gemeindeverwaltung in diesem Zusammenhang eine Politik von Fehlinformation vor.

Die Information ist erst wenige Tage alt: In der Oderberger Straße in Lichterfelde, gegenüber der Schule, sollen neun Bäume gefällt werden. Die zwei Spitzahorne und sieben Robinien würden einem neuen Parkplatz weichen. Andreas Steiner, Lichterfelder und im Schorfheide-Parlament Fraktionschef der Freien Wähler, hört davon am Mittwochabend zum ersten Mal. "Mit einer gewissen Fassungslosigkeit", wie er nach der Sitzung des Hauptausschusses, ans Bauamt der Gemeinde schreibt.

"Weshalb ist das Vorhaben nicht im Bauausschuss behandelt worden?" Offenbar sei das Gremium außen vor gelassen worden, beklagt er in der E-Mail. Steiner richtet sie an Manuela Brandt, die bis Juli Bauamtsleiterin der Gemeinde war, sowie ihren Nachfolger Bert Siegel. Der Kommunalpolitiker, bekannt dafür, sich für den Schutz von Bäumen und Alleen einzusetzen, lässt sie auch der Presse zukommen.

Steiner sieht Parallelen zum "Lichterfelder Heckenmassaker". 2016 waren an der Joachimsthaler Chaussee zahlreiche Gehölze komplett gestutzt worden. Baumschützer Steiner blieb außen vor. Er mutmaßt, dass ihm nun erneut Informationen vorenthalten worden sind. Bürger und Kommunalpolitiker würden bei kritischen Fragen übergangen. Auch in anderen Fällen gebe es unzureichende oder Fehlinformationen von der Verwaltung, erhebt er grundlegende Kritik.

Er weise Steiners Vorwürfe, bewusst übergangen worden zu sein, "auf das Entschiedenste zurück", teilt Bauamtsleiter Bert Siegel auf Anfrage mit. Über das Projekt Schlosspark Lichterfelde habe die Verwaltung seit dem 6. Dezember 2016 regelmäßig informiert. Unter anderem soll der Park neue Wege, eine Tanzfläche und eine Bühne erhalten. 13 Parkplätze an der Oderberger Straße sollen zudem auch die Verkehrssituation an der Grundschule verbessern, 42 Rhododendronpflanzen die dafür legal gefällten Bäume ersetzen.

Darüber hinaus habe der Lichterfelder Ortsbeirat die Schlossparksanierung in mehreren Sitzungen behandelt, so Siegel. Und ab Juni sei eine Planungszeichnung im Schaukasten der Gemeinde in Lichterfelde ausgehängt worden. Darauf beruft sich auch Lichterfeldes Ortsvorsteher Matthias Gabriel. Steiner habe, "wie jeder Bürger" die Möglichkeit gehabt, Einblick zu nehmen, so Gabriel.

Er habe mehrmals angefragt, ob Baum-Altbestände von der Parksanierung betroffen seien, nimmt Steiner nun Bezug auf Siegels Antwort. Sowohl Bauamtsleiterin Brandt als auch der Ortsbeirat hätten dies verneint.

In den im Internet veröffentlichten Sitzungsprotokollen von Bauausschuss und Ortsbeirat steht von alldem wenig. Planungsunterlagen sind dort nicht zu finden. Und von Bäumen ist nur einmal die Rede: Im Bauausschuss fragt Andreas Steiner am 9. Mai an, ob bei der Neugestaltung des Schlossparks Bäume gefällt werden. Er möge sich in der nächsten Ortsbeiratssitzung dazu informieren, antwortet Bauamtschefin Brandt.

Die neun Bäume sind inzwischen gefällt worden.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG