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Weiße Flecken in der Liebenthaler Kirche

Der weiße Fleck bleibt: Wo der Putz wegen der Wasserschäden abgeschlagen werden musste, zeigt die weiß getünchte Fläche an. Zuerst war überlegt worden, die Flächen zu streichen, doch wurde darauf bewusst verzichtet.
Der weiße Fleck bleibt: Wo der Putz wegen der Wasserschäden abgeschlagen werden musste, zeigt die weiß getünchte Fläche an. Zuerst war überlegt worden, die Flächen zu streichen, doch wurde darauf bewusst verzichtet. © Foto: MZV
Volkmar Ernst / 20.09.2017, 07:39 Uhr
Liebenthal (GZ) Besser könnte das Datum nicht passen: Am 29. Oktober wird in der Liebenthaler Kirche wieder ein Festgottesdienst stattfinden. Gleich drei Gründe zum Feiern gibt es.

Der Wichtigste ist natürlich, dass das Gotteshaus nach den Sanierungsarbeiten nun wieder nutzbar ist. Dann ist da noch die Weihe des Gotteshauses vor mittlerweile 120 Jahren. Niemand Geringerer als Kaiser Wilhelm II. nahm damals daran teil. Das ist auch der Grund dafür, dass die Kirche von vielen noch heute als Kaiserkirche bezeichnet wird. Wilhelms Gattin, Kaiserin Auguste Victoria, überreichte damals den Liebenthalern ein Abendmahlgeschirr aus Silber, das bis heute bei den Gottesdiensten benutzt wird.

Der dritte Grund zum Feiern ist die Gründung des Pfarrsprengels Liebenwalde vor zehn Jahren, als Liebenthal, Liebenwalde und Hammer-Kreuzbruch miteinander fusionierten.

Der Vorgängerbau der heutigen Kirche stand einst am Rande des Dorfes. Er war einem Brand zum Opfer gefallen. Drei steinerne Gedenkplatten erinnern an ihn. Sie wurden in die Außenwände des Neubaus eingelassen.

Das Aussehen des neuen und stattlichen Gotteshauses haben die Liebenthaler durchaus seiner Majestät zu verdanken. Denn der lud gleich nebenan, in der Schorfheide, zur Jagd ein, und deshalb sollte die Kirche eben auch auf seine Gäste Eindruck machen. Das kann sie sehr wohl, denn sowohl die Klinkerfassade mit angebautem Turm als auch der Innenraum der Kirche mit seiner dunklen Holzverkleidung und der bunten Ausmalung beeindrucken.

Der große Kronleuchter im Kirchenschiff soll der Kaiserkrone nachempfunden sein. Die wuchtigen Kirchenbänke, die Kanzel, das Taufbecken und auch die Bleiglasfenster sind noch im Original erhalten.

Noch allerdings sind Altarkreuz und Taufbecken in Plastikbahnen eingehüllt. Die Bänke wurden zur Seite gerückt, um Platz für die Sanierung der Wasserschäden zu schaffen. Sowohl in der Apsis als auch in der linken Seite des Kirchenschiffes in Blickrichtung auf den Altar war Wasser ins Gemäuer eingedrungen, hatte den Putz verfärbt und schließlich sogar abplatzen lassen. Insofern mussten die bröselnden Teile des Putzes abgeschlagen werden.

Wo gearbeitet wurde, das ist an den weiß getünchten Flächen im Inneren der Kirche klar zu erkennen. Sie werden auch noch eine Weile - vermutlich noch zwei Jahre lang - sichtbar bleiben, wie Pfarrer Matthäus Monz erklärt. Denn so lange braucht das Mauerwerk zum Austrocknen. Erst dann könne der neue Putz aufgetragen werden, sagt Monz. Der Gemeindekirchenrat habe sich aus zwei Gründen dafür entschieden, die Flächen weiß zu lassen. Zum einen, um zu dokumentieren, was noch gemacht werden muss. Zum anderen, um Geld zu sparen. "Warum Geld für Farbe ausgeben, wenn die nach zwei Jahren sowieso wieder unter dem Putz verschwindet", fragt Monz rhetorisch. Denn im zweiten Bau- beziehungsweise Sanierungsabschnitt wird dann auch die Innenbemalung wieder hergestellt, so sehen es die mit dem Denkmalschutz abgestimmten Planungen vor.

Damit das Mauerwerk gut austrocknen kann, wurden zudem Dach und Außenwände der Kirche ausgebessert. Neue Dachrinnen und Fallrohre sorgen dafür, dass das Wasser abgeleitet wird. An der einen Fassadenseite wurde ein Baum abgenommen, damit Licht und vor allem Luft an das Gemäuer kommen. Die Zwischenräume der Feldsteine wurden zudem neu verfugt.

Der Festgottesdienst in der Liebenthaler Kirche am 29. Oktober beginnt um 10 Uhr. Die Predigt wird Probst Dr. Christian Stäblein halten.

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