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Naturcamp in Arensdorf bietet Platz für Veranstaltungen und Pilger / Tag der offenen Tür am Sonnabend

Feiern mit Hirsch und Wolf

Einige Schilder muss sie noch anbringen: Jana Hadjeus führt Besucher am Sonnabend durch ihre Herberge.
Einige Schilder muss sie noch anbringen: Jana Hadjeus führt Besucher am Sonnabend durch ihre Herberge. © Foto: MOZ/Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 20.09.2017, 07:53 Uhr
Arensdorf (MOZ) Acht Jahre lang haben Jana Hadjeus und ihr Partner am Ziegeleisee bei Arensdorf einen ehemaligen Hasenstall zur Herberge ausgebaut. Nach der Eröffnung im Juli gehen die Arbeiten weiter. Das Ziel: Drinnen soll es so aussehen wie draußen.

Der lebensgroße Hirsch auf der Terrasse - ist das Auslaufmodell eines auf Waldtiere spezialisierten Herstellers; die Trauerweide im Innenraum - stand einmal in einem Bad Saarower Autohaus; und der Fußboden - diente bis vor kurzem als Untergrund in einer Köpenicker Bowlingbahn. "Das komplette Baumaterial stammt aus zweiter Hand", sagt Thomas Wünschmann. Seine Lebensgefährtin Jana Hadjeus hat der 50-Jährige neben anderen bei der Errichtung des Naturcamps unterstützt.

Bis vor zwei Monaten die ersten Übernachtungsgäste und Partygesellschaften in dem 44 Meter langen Flachbau untergebracht werden konnten, war es ein langer Weg. "2008 haben wir das ehemals als Hasenstall genutzte und völlig verfallene Gebäude gekauft und mit der Kernsanierung begonnen", erzählt die Köpenickerin Jana Hadjeus, die schon länger raus aus Berlin wollte. Mit der Auflage, das inmitten eines Naturschutzgebietes am Ziegeleisee in Arensdorf gelegene Grundstück touristisch nutzbar zu machen, erhalten Jana Hadjeus und ihr Partner Wohnrecht. Nach einem Jahr bezieht das Paar einen Teil des Gebäudes; Stück für Stück schreitet die Sanierung voran.

"Wenn wir Geld hatten, ging es weiter", sagt die 46-Jährige, die im Internet einen Versandshop für personalisierte Urkunden zu den verschiedensten Anlässen betreibt. "Wir hatten mehrere Ideen, was wir mit dem Gebäude anstellen könnten", sagt Thomas Wünschmann. Dass es schließlich ein Camp mit Indoorhütten wurde, hat mit der unmittelbaren Lage am Oderbruchbahnradweg sowie an der Nordroute des Jakobsweges zwischen Frankfurt (Oder) und Bernau zu tun. "Wir sind offizielle Pilgerherberge", sagt Thomas Wünschmann. Insgesamt 16 Übernachtungsgäste haben in den drei Hütten im Innenraum Platz; mit Hilfe von Zelten kann Jana Hadjeus auch doppelt so viele Besucher beherbergen. "Wir hatten vor kurzem einen dreißigsten Geburtstag, da haben dreißig Leute hier geschlafen", sagt sie. Bettwäsche oder Schlafsäcke haben ihre Gäste im Idealfall im Gepäck, ansonsten können sie gegen Gebühr geliehen werden.

Auch einen Essensbereich mit Holztischen bietet der 230 Quadratmeter große Innenraum. In der vollausgestatteten Küche verpflegen sich Besucher selbst oder lassen sich die Zutaten fürs Frühstück von Jana Hadjeus bereitstellen. "Für Kita-Gruppen bieten wir auch Vollverpflegung an und für Veranstaltungen können sich die Gäste ein Buffet liefern lassen", sagt sie.

Vor allem als Veranstaltungsraum werde das Naturcamp sehr gut angenommen. "Erst heute Morgen war ein Arensdorfer hier, er möchte im nächsten Jahr seinen 90. Geburtstag bei uns feiern", sagt Thomas Wünschmann. Er betreut Festgesellschaften auch in Sachen Technik - neben einer Musikanlage, Beamer und Leinwand verfügt das Camp über diverse Beleuchtungselemente, die sich individuell steuern lassen. "Die wollen wir weiter ausbauen, ebenso die Dekoration mit Tieren und Pflanzen", sagt er. Damit es drinnen einmal so aussieht, wie am Ufer des Ziegeleisees: "Ein überdachtes Draußen", das wünscht sich das Paar.

Tag der offenen Tür am Sonnabend, 10 bis 16 Uhr, Falkenhagener Straße 14a.

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