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Sanierung der Kieselwitzer Straße / Anliegerin kritisiert Amt und Bürgermeisterin

Ausbau kostet 188 000 Euro

Start der Bauarbeiten: Die Kieselwitzer Straße in Fünfeichen, Gemeinde Schlaubetal, wird in den nächsten Wochen grundhaft saniert. Mit den Bauarbeiten wurde in dieser Woche begonnen, sie sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Start der Bauarbeiten: Die Kieselwitzer Straße in Fünfeichen, Gemeinde Schlaubetal, wird in den nächsten Wochen grundhaft saniert. Mit den Bauarbeiten wurde in dieser Woche begonnen, sie sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Ralf Loock / 20.09.2017, 19:13 Uhr
Fünfeichen (MOZ) Am Dienstag wird die Gemeindevertretung Schlaubetal über den Ausbau der Kieselwitzer Straße beraten. Petra Werner aus Fünfeichen kritisiert dabei das Amt Schlaubetal und die Bürgermeisterin Monika Senzel, denn diese würden sich in "Schweigen hüllen".

Monatelang hatte man das Projekt vorbereitet, mehrfach wurde im Ort der Ablauf vorgestellt, nun wird es ernst. Am Montag starteten die Bauarbeiten, in den nächsten Wochen wird die Straße einschließlich des Gehweges erneuert. Die Bauarbeiten sollen laut Planung spätestens im Dezember abgeschlossen sein, erläuterte am Mittwoch Bürgermeisterin Monika Senzel auf Anfrage. Matthias Vogel, Amtsdirektor des Amtes Schlaubetal, teilte dazu mit, dass die Kosten auf rund 188 000 Euro veranschlagt werden.

Die Gemeindevertretung Schlaubetal wird am Dienstag um 18 Uhr in öffentlicher Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Fünfeichen, Förstereistraße, über das Bauprogramm des Ausbaus der Kieselwitzer Straße sprechen. Laut Beschluss-Vorlage soll das Gremium das Bauprogramm beschließen.

Auf einer Länge von etwa 180 Meter und einer Breite von fünf Meter soll im Zuge des "grundhaften Ausbaus" eine neue Asphaltdecke aufgebracht werden. In dieser Vorlage geht man davon aus, dass die Bauarbeiten noch im November beendet werden können.

Während sich viele im Ort über diese Sanierung freuen und die Bürgermeisterin immer wieder betont, dass damit auch die Sicherheit auf dem Schulweg verbessert werde, kritisiert die Fünfeichenerin Petra Werner das Vorhaben: "Ich fühle mich diskriminiert, weil ich in der Kieselwitzer Straße in Fünfeichen wohne. Wohnte ich zum Beispiel in der Ernst-Thälmann-Straße müsste ich nichts zahlen. Was für eine Gerechtigkeit?". Dabei erhebt sie Vorwürfe gegen das Amt Schlaubetal und gegen die Bürgermeisterin: "Niemand sprach von Anliegerbeteiligung." Ende August habe sich im Ort das Gerücht breit gemacht, "dass die Anlieger eventuell mit zur Kasse gebeten werden. Panik bricht aus", beschrieb Petra Werner ihre Wahrnehmungen. Ende August konnte die Bürgermeisterin "nichts genaues zu den Anliegerkosten sagen", so klagte Petra Werner weiter. Also ging sie zum Amt Schlaubetal in Müllrose. Sie sei zu einem öffentlichen Sprechtag erschienen, aber die zuständige Beamtin habe einen Auswärtstermin wahrgenommen. "Eine andere Mitarbeiterin konnte auch keine genaue Auskunft darüber erteilen. Mittlerweile sind die Kostenbescheide bei den Anliegern eingetroffen, die sich jetzt mit mehreren Tausend Euro - je nach Grundstücksgröße - beteiligen dürfen." Sie sei jetzt "voller Panik und voller Wut", beschrieb Petra Werner ihre Empfindungen, denn: "Weder das Amt noch die Bürgermeisterin hielten es für nötig, uns zu informieren." Ihr Fazit: "Ich frage mich, lebe ich wirklich in einem Rechtsstaat?"

Amtsdirektor Matthias Vogel und Bürgermeisterin Monika Senzel wiesen am Mittwoch auf Anfrage diese Anschuldigungen als unzutreffend zurück. Es habe bereits im Herbst 2016 eine erste Vorstellung im Ort gegeben, sagte er. Bei einer öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung im Juni 2017 habe man das Projekt ausführlich erläutert. Bei diesem Termin sei kein Angehöriger der Familie Werner dabei gewesen, sagte Monika Senzel. Es habe ein Gespräch mit dem Ehemann von Petra Werner gegeben, bestätigte die Bürgermeisterin. Sie habe ihm Fragen zu der Sanierung beantwortet, konnte aber zur konkreten Höhe der Umlage keine Antwort geben, denn: "Dies wusste ich damals nicht", sagte Monika Senzel.

Amtsdirektor Matthias Vogel versicherte dazu, dass bei dem Besuch von Petra Werner sehr wohl kompetente Ansprechpartner im Amt gewesen seien. Abschließend betonte Monika Senzel, dass eigentlich im Ort allgemein bekannt sei, dass die Kieselwitzer Straße saniert werden muss. Die meisten Einwohner würden sich über den Baustart freuen.

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