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Straßenverkehrsamt reagiert auf Beschwerden und Anträge von Bürgern und Verwaltung

Lieberose erhält eine Tempo-30 Zone

Jörg Kühl / 21.09.2017, 06:19 Uhr
Lieberose (MOZ) Lieberose erhält eine Tempo-30-Zone. Diese wird sich entlang der Ortsdurchfahrt Cottbuser Straße und Mühlenstraße vom Abzweig Münchhofer Straße bis zum Abzweig Jamlitz erstrecken. Die entsprechenden Schilder werden bis 15. Oktober aufgestellt. Darüber informierte Bürgermeisterin Kerstin Michelchen auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung am Dienstag. Mit der Tempo-30-Regelung reagiert das Straßenverkehrsamt auf Beschwerden gegen den zunehmenden Durchgangsverkehr in Lieberose. Seit der Mautregelung auf Autobahnen ist ein verstärkter Durchzug des Schwerlastverkehrs in Lieberose zu beobachten. Auch die Zahl der Pkw ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen.

Im Juni hat die Verwaltung des Amts Lieberose/Oberspreewald für die Stadt Lieberose eine Verkehrsmessung durchgeführt. Die ausgewerteten Daten ergaben, dass innerhalb von zweieinhalb Tagen 15 360 Verkehrsteilnehmer die Messstelle in der Cottbuser Straße passiert hatten, das sind mehr als 6000 pro Tag. Jeder vierte Fahrer überschritt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Der schnellste Raser war mit 111 km/h durch das Städtchen gefahren. Diese Daten hat die Amtsverwaltung dem Straßenverkehrsamt übermittelt.

Nach Einschätzung der stellvertretenden Amtsdirektorin Kerstin Chilla habe nun die Vielzahl an Beschwerden und Tempo-30-Anträgen aus der Reihe der Bürgerschaft und der Verwaltung nun mit dazu beigetragen, dass das Straßenverkehrsamt reagiert hat: "Manchmal lohnt es sich, zu kämpfen."

Dass das Problem nicht neu ist, zeigt das Beispiel der Lieberoserin Annemarie Gottschald, die direkt an der Straße wohnt, und den Verkehr als sehr belastend empfindet. "Ich habe vor mehr als zehn Jahren mal aus reinem Interesse von meinem Fenster aus den Verkehr gezählt", berichtet die 89-Jährige. Sie bedauert, die aufgezeichneten Daten, die damals schon eindrucksvoll gewesen seien, erst kürzlich weggeworfen zu haben. Die Einführung von Tempo 30 begrüßt sie: "Wir haben nur eine einzige gefahrlose Straßenüberquerung mit Ampel. An allen anderen Stellen muss man unter Lebengefahr die Straße überqueren." Der dichte und schnelle Verkehr führe dazu, dass immer häufiger Radfahrer auf den Gehweg ausweichen, beobachtet die Lieberoserin.

In Pfaffendorf wurde Tempo 30 vor gut vier Jahren eingeführt. Dort hat sich laut Ortsvorsteher Jürgen Wulff die Situation "leicht verbessert". Notwendig sei jedoch, das Tempo regelmäßig und an wechselnden Stellen zu kontrollieren: "Pendler und Ortskundige wissen ganz schnell, wo der Blitzer immer steht."

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