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Dörfer mit Zukunft

Olav Schröder / 21.09.2017, 07:15 Uhr
Birkholz/Ruhlsdorf (MOZ) Drei Orte nehmen in diesem Jahr aus dem Barnim am Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teil. Aus dem Niederbarnim sind dies Ruhldorf, Birkholz sowie aus dem Oberbarnim Lichterfelde. Der Gewinner tritt im kommenden Jahr auf Landesebene an.

Nachdem die zehnköpfige Jury zum Auftakt der Kreiswertung Lichterfelde bereits besucht hatte, standen nun die Ortstermine in Birkholz und Ruhlsdorf an. Bei diesem Wettbewerb geht es nicht allein um die Bewertung des Ortsbildes. Vielmehr sind aktive Dorfgemeinschaften gefragt, die die Entwicklung eines Ortes voranbringen, neue Projekte kreieren und sich den demografischen, wirtschaftlichen und klimatischen Veränderungen stellen. Im Blickfeld der Jury stehen dabei soziale, kulturelle, ökologische und bauliche Vorhaben.

Dementsprechend weit gefasst ist auch die Zusammensetzung der Jury. Das Spektrum reicht vom Barnimer Bauernverband über die Barnimer Wirtschafts- und Tourismusentwicklungsgesellschaft bis hin zur Bernauer Tafel.

Wer auch immer von den drei Bewerbern in die nächste Runde einziehen wird, er könnte Neuland betreten. Bislang, so Jessy Radtke-Herrmann, Projektkoordinatorin des Barnimer Strukturentwicklungsamtes, gab es in dem seit nunmehr zehn Jahren ausgetragenen Wettbewerb noch keinen Landessieger aus dem Barnim. Entsprechend motiviert vielen die Vorstellungsrunden in den einzelnen Orten aus.

Für die Ruhlsdorfer Ortsvorsteherin Annett Klingsporn ist die Teilnahme an dem Wettbewerb mehr als nur ein sportlicher Vergleich. Nach der überaus erfolgreichen 700-Jahrfeier vor zwei Jahren, an der sich nicht nur sprichwörtlich, sondern nahezu tatsächlich das "ganze Dorf" beteiligte, stellt der Wettbewerb auch einen "Blick in die Zukunft dar". Durch die Jahrhunderte hindurch lebten in Ruhlsdorf fast stets um die 500 Menschen. Eine starke soziale Beziehung der Bewohner sei die Voraussetzung für eine solche kontinuierliche Entwicklung.

Für die Gegenwart und Zukunft bedeute dies ein "Zuzug mit Augenmaß". Das Neubaugebiet sei nicht überdimensioniert und überlagere so nicht die historische Dorfstruktur, sondern werde integriert. Beachtlich sei auch die Zahl von 53 Gewerbetreibenden für den 450-Einwohnerort, die dazu beitragen, dass es praktisch keine Arbeitslosigkeit gibt.

Kontinuität gibt es auch in der Landwirtschaft. In dem ursprünglichen Bauerndorf Ruhlsdorf bestehen heute noch drei landwirtschaftliche Betriebe. Der Tourismus trete als zusätzliche Chance hinzu, so Annett Klingsporn. Allein 40000 Übernachtungen zählt das Dorado, das zusammen mit der Wasserskianlage das touristische Angebot ausmacht. Und nicht nur an Schlecht-Wettertagen führt der Weg in das Ruhlsdorfmuseum. Die Zahl von 1000 Besuchern im Vorjahr ist schon jetzt übertroffen worden.

Etwas kleiner als Ruhlsdorf ist Birkholz mit 300 Einwohnern. Auch wenn seine Potenziale in der Vergangenheit nicht voll ausgeschöpft wurden, habe sich dies vor einigen Jahren geändert, sagte Bernaus Bürgermeister André Stahl. Ein engagierter Ortsbeirat und viele Vereine hätten dies ermöglicht. Beachtlich sei der Veranstaltungskalender im neuen Dorfgemeinschaftshaus, in dem sich die unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammenfinden.

Birkholz sei ein kleiner Ort, der von vielen landwirtschaftlichen Flächen umgeben sei, charakterisiert Ortsvorsteher Dieter Geldschläger den Bernauer Ortsteil. Dennoch gebe es mehr als 100 Arbeitsplätze in Birkholz. Die Palette reicht von Handwerksunternehmen über Physiotherapien bis hin zur Töpferei und dem therapeutisch arbeitenden Reiterhof. Großen Zuspruch und eine Belebung für das Dorfleben stellen außerdem die beiden Kitas eines freien Trägers dar.

Mindestens in einem Punkt sind sich Ruhlsdorf und Birkholz sehr ähnlich und dies ist die Bereitschaft der Anwohner zu ehrenamtlichem Engagement in den Vereinen und der Feuerwehr. Der Feuerwehrnachwuchs in Ruhlsdorf ist "Spitze" und in Birkholz ermöglichte es die Feuerwehr über Jahre, dass sich die Anwohner zu Versammlungen treffen konnten. In beiden Orten macht sich das Einwohner-Engagement an zwei Gebäuden fest. In Ruhlsdorf ist es das Bürgerhaus mit dem Ruhlsdorfmuseum, in Birkholz die Dorfkirche, deren Turm 1972 gesprengt wurde und für dessen Wiederaufbau sich seit Jahren ein Förderverein einsetzt.

Die Auszeichnungsveranstaltung findet am 13. November statt.

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