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Anerkennung für Ekkehard Hinke

1939 bis 2017: Ekkehard Hink.e
1939 bis 2017: Ekkehard Hink.e © Foto: MZV
Markus Kluge / 22.09.2017, 18:24 Uhr
Linum (MZV) Die Verdienste von Kranichrastplatzbetreuer Ekkehard Hinke sind am Donnerstagabend in der Naturschutzstation "Rhinluch" des Landes Brandenburg in Linum gewürdigt worden. Hinke ist im Juni nach kurzer und schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren gestorben (RA berichtete).

"Ekkehard ist viel zu früh gestorben. Er war für uns ein wichtiger Mitstreiter und ein ganz besonderer Mensch", würdigte ihn Dr. Eberhard Henne, ehemaliger Umweltminister des Landes Brandenburg und Vorstandsvorsitzender von Europaparc Deutschland, der Dachorganisation der deutschen National- und Naturparks sowie der Biosphärenreservate. Beide kannten sich von Tagungen zum Thema Kranich. Hinke sei nicht nur ein hervorragender Naturschützer, sondern auch ein exzellenter Statistiker gewesen. "Immer, wenn er versucht hat, mir die Kranichzählung zu erklären, habe ich gesagt: Lass es sein, ich verstehe es sowieso nicht", so Henne. Ekke, wie ihn seine Freunde nannten, sei ein Pragmatiker im Naturschutz und immer zur Stelle gewesen, wie es Studenten an einer Universität nicht lernen könnten. Es sei einfach in ihm gewesen, so Henne. Grundehrlich und mit den richtigen Worten habe Hinke auch Krisensituationen gemeistert. Beispielsweise dann, wenn die Ziele der Landwirte mit dem des Kranichschutzes nicht immer einhergingen und die Vögel die neue Saat von den Äckern pickten. "Er hat es dann geschafft, von den Landwirten sogar noch Mais für die Ablenkfütterung zu bekommen", so Henne.

Hinke hat mit seiner jahrzehntelangen Arbeit in Linum den Grundstein für den Kranichschutz gelegt, so Karl-Heinz Sass, Vorstandsmitglied des Landschaftsfördervereins (LFV) Oberes Rhinluch. Hinke habe es verstanden, "Menschen an die Hand zu nehmen" und für die Sache zu begeistern, auch wenn der Weg manchmal lang war. "Ich habe große Achtung vor ihm", so Sass.

Für Hinke, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Linum aufgewachsen ist, war die Naturschutzstation während der Kranichsaison stets sein zweites Zuhause. In seiner Kindheit ging er in diesem Gebäude auch von der ersten bis zur achten Klasse zur Schule, erzählte sein Bruder Dr. Siegfried Hinke. Stolz war sein Ekke auch auf ein riesiges Panorama-Foto, das in der Station hängt und eine große Gruppe Kraniche zeigt.

Ekkehard Hinke sollte in diesem Jahr mit der Medaille des Landtags Brandenburg und einer Urkunde "als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für seinen über 30-jährigen Einsatz für die einst vom Aussterben bedrohten Kraniche und sein Engagement im Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch" ausgezeichnet werden. Diese Ehre, über die er sich laut seinem Bruder sehr gefreut hätte, konnte Hinke nicht mehr entgegennehmen. Urkunde und Medaille wurden ihm aber postum verliehen und sind nun im Rahmen einer Fotoausstellung in der Naturschutzstation zu sehen. Später sollen sie einen Platz im Büro des LFV in Kremmen finden. In Linum hinterlässt Ekkehard Hinke eine große Lücke - als Naturschützer und als Mensch. "Immer, wenn heute unsere Hoftür quietscht, denken wir: Jetzt kommt Ekke", sagte Dr. Norbert Schneeweiß, Leiter der Naturschutzstation.

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