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Musikalische Euphorie in der Luft

Gemeinsamer Auftritt: Bei einem Lied durfte Hohen Neuendorfs Chor Cross Over der berühmten Sängerin stimmstärkend beispringen.
Gemeinsamer Auftritt: Bei einem Lied durfte Hohen Neuendorfs Chor Cross Over der berühmten Sängerin stimmstärkend beispringen. © Foto: MZV
Aileen Hohnstein / 24.09.2017, 20:34 Uhr
Hohen Neuendorf (MZV) Musik verbindet: Das hat Jocelyn B. Smith am Sonnabend in Hohen Neuendorf eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dort spielte sie zum 25. Geburtstag des Kulturkreises mit ihrer Band im ausverkauften Festzelt der Havelbaude ein Konzert, das spätestens nach dem zweiten Stück das Publikum in den Bann zog. Dass der Abend die Konzertbesucher schnell zu einer Einheit verschmolz, hatte unter anderem mit der überragenden Stimmgewalt der zierlichen Sängerin zu tun - gemeinsam wurde, manches Mal überwältigt von der Darbietung, ihr Gesang genossen. Jocelyn B. Smith überzeugte mit tiefer, samtig-weicher Stimme in ruhigen Stücken, schraubte diese nur Augenblicke später einige Oktaven höher zu glockenhellen, zarten Tönen und röhrte danach wieder voll Inbrunst und Kraft ins Mikrofon.

So abwechslungsreich wie die Stimme und das Klavierspiel der amerikanischen Sängerin war das musikalische Repertoire, das sie präsentierte. Der Mix aus Soul, Gospel, Jazz und Pop brachte die Zuschauer schnell zum Mitwippen und Hüftwackeln.

Wer sich nicht vom Rhythmus der Musik zum Tanzen überzeugen ließ, den ermunterte schließllich Jocelyn B. Smith persönlich dazu. Immer wieder hielt sich die 57-Jährige keck die Hand ans Ohr, wenn das Publikum ihr zu zurückhaltend erschien und vermochte es sogar, die Leute zum Mitsingen zu animieren. Ihrer mit breitem Lachen vorgebrachten Aufforderung "I wanna see you dance" und den aufpeitschenden "Oh Yeah"-Rufen konnte sich letzten Endes kaum jemand entziehen. Fast alle im Festzelt sprangen von ihren Sitzen, es lag musikalische Euphorie in der Luft und wer Platz fand, tanzte für den Rest des Abends weiter. Raum dafür war allerdings spärlich, die vielen Bänke und Tische schränkten den Bewegungsradius doch sehr ein. Jocelyn B. Smith ließ sich davon aber nicht stören. Kurz vor Konzertende verließ sie die Bühne und kletterte auf einen der Bierzelttische, suchte den Kontakt zum Publikum, genoss den Jubel und die Kraft der Emotionen, die sie und ihre Musik hervorriefen.

Der Chor Cross Over des Kulturkreises Hohen Neuendorf unterstützte beim Stück "Shine A Light" die Sängerin, die sich innerhalb einer gleichnamigen Initiative sozial engagiert. Über "Shine A Light" werden Spenden gesammelt, die der Berliner Kältehilfe zugutekommen.

"Wir können nicht immer voraussetzen, dass alle das Gleiche denken und empfinden wie wir", erläuterte Smith ihre Motivation für das Projekt. In einem spirituellem Exkurs erklärte sie, warum das Licht einer Kerze eine wichtige Rolle dabei spiele - bei den australischen Ureinwohnern bedeute es, dass darüber das eigene Licht, die Weisheit an andere weitergegeben werde und dass es in heutigen Zeiten auf Toleranz ankomme.

Schnell wurde die Stimmung wieder aufgelockert, indem sich Smith selbst auf die Schippe nahm. Seit 30 Jahren lebt sie in Berlin - von Hohen Neuendorf hatte sie aber noch nie etwas gehört. "Neu Heuendorf" taufte sie es anfangs um und brachte "Hohen Neuen - Neuen Hohendorf" immer wieder als Running Gag im Konzert unter. Zum Abschluss schaffte es Smith, dass sich alle an den Händen fassten und gemeinsam tanzten. "Schaut euch in die Augen, dann erkennt ihr in den anderen viel von euch selbst", rief sie auf Englisch. Gänsehautstimmung, selig lächelnde Gesichter. Es herrschte friedvolle Stimmung und Eintracht im Festzelt, und bevor Jocelyn B. Smith dieses verließ, verteilte sie noch viele Umarmungen.

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