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Auf einem Kartoffelacker zwischen Philadelphia und Groß Schauen deckten sich Hunderte mit einheimischen Knollen ein

Großes Buddeln mit Kind und Kegel

Großer Ansturm. Mit Kind und Kegel sowie viel Elan ging es auf den Kartoffelacker. Fünf Kartoffelsorten konnten die Besucher zwischen Philadelphia und Groß Schauen selbst ausbuddeln
Großer Ansturm. Mit Kind und Kegel sowie viel Elan ging es auf den Kartoffelacker. Fünf Kartoffelsorten konnten die Besucher zwischen Philadelphia und Groß Schauen selbst ausbuddeln © Foto: Frank Meyhoefer
Frank Meyhoefer / 25.09.2017, 07:03 Uhr
Groß Schauen (MOZ) Einen regelrechten Ansturm auf den Kartoffelacker des Landwirtschaftsbetriebes Peter & Co. GbR gab es am Wochenende. Zwischen Philadelphia und Groß Schauen buddelten sich hunderte Besucher ihre Kartoffeln selbst aus dem märkischen Sandboden.

Im Jahre1756 musste Friedrich der Große seine Untertanen per Befehl dazu auffordern, sich um den Anbau und die Nutzung der Kartoffel zu kümmern. Er hätte wohl freudig applaudiert, wenn er das Treiben zum diesjährigen Karfoffelfest gesehen hätte. Ganz freiwillig, mit viel Elan und Freude waren die ersten Buddler bereits lange vor der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung zwischen den Furchen unterwegs. Für viele Familien ist das Kartoffelbuddeln schon fast zur Tradition geworden. "Wir finden die Stimmung hier auf dem Fest toll", sagt Rosi Saack aus Storkow, die mit Kindern, Enkeln, Freunden und Bekannten nicht nur die Einkellerungskartoffeln ausbuddelt, sondern den Tag gemütlich gemeinsam bei Kaffee und Kuchen ausklingen lässt.

Auch Klaus Stertz aus Rostock ist in großer Runde dabei. "Wir haben hier in der Nähe ein Familientreffen und wollen das große Kartoffelbuddeln, von dem unsere Verwandten oft erzählt haben, mal selbst erleben. Wir sind dreißig Leute zwischen acht und neunzig Jahren und sammeln heute fleißig Knollen."

Säcke weise holten viele Besucher die Erdäpfel aus dem Boden. Viele nutzten auch das Angebot, bereits abgepackte Kartoffeln für den Winter zu bunkern. Ganz bescheiden wirkt dagegen die Ausbeute des Ehepaares Ringe aus Potsdam. Mit nur zwei, drei Kartoffeln verschiedener Sorten in ihrem Netz kommen sie vom Feld. "Wir wollen nur mal die einzelnen Sorten kosten. Vielleicht wird's beim nächsten Mal mehr. Wir finden es gut, direkt beim Landwirt kaufen zu können."

Unterhaltsam ging es auch neben dem Kartoffelacker zu. An zahlreichen herbstlich dekorierten Ständen boten Händler heimische Produkte an. Der beste Kartoffelschäler wurde gesucht. Ebenso die größte und besonders geformte Knolle. Ein Infostand informierte über die Geschichte der Kartoffel und zeigte deren Sortenvielfalt. Bei stimmungsvoller Musik ließen sich die Besucher die lukullischen Angebote schmecken. Kartoffelpuffer, vom Team der Schlepperfreunde zubereitet, gehörten zu den Rennern. Ebenso Kartoffelsuppe und Grillschwein der Fleischerei Peter & Co. Erschöpft, aber sichtlich zufrieden, zeigte sich Landwirt Fritz-Walter Peter zum Ende des Festes. "Wir freuen uns, dass wieder so viele Besucher gekommen sind. Das macht uns Mut, auch ein zehntes Kartoffelfest im nächsten Jahr vorzubereiten."

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