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CDU lässt Hennigsdorfer kostenlos im Netz surfen

Vorbild Oranienburg: In der Kreisstadt gibt es bereits das öffentliche Wlan für die Bürger (im Bild: Josefin Roggenbuck). So etwas könnte in Zukunft auch auf dem Postplatz möglich sein.
Vorbild Oranienburg: In der Kreisstadt gibt es bereits das öffentliche Wlan für die Bürger (im Bild: Josefin Roggenbuck). So etwas könnte in Zukunft auch auf dem Postplatz möglich sein. © Foto: MZV
Roland Becker / 26.09.2017, 18:55 Uhr
Hennigsdorf (HGA) In einem der Cafés am Postplatz sitzen und per Handy die neuesten Nachrichten lesen. Oder schnell noch mal checken, wann der nächste Zug fährt: Das könnte in Zukunft in Teilen des Hennigsdorfer Zentrums kostenlos geschehen.

Vorsichtig hat die CDU/FDP-Fraktion im Stadtparlament agiert. Sie stellte jüngst keinen Antrag, dass es im Zentrum kostenloses Wlan geben soll, sie fragte höflich nach: "Wie hoch sind die Kosten für einen WLAN-Hotspot im Stadtzentrum?" Im Blick hat die Fraktion dabei den Post- und den Havelplatz, den Rathausplatz und den Park zwischen den Hochhäusern an der Fontanestraße. Die Anfrage resultiert daraus, dass das neue Telemediengesetz Kommunen dazu ermutigen soll, für drahtlosen Internetzugang im öffentlichen Raum zu sorgen. Den kommunalen Anbietern wird das Einrichten öffentlicher Hotspots auch dadurch erleichtert, dass sie per neuer Gesetzeslage nicht mehr dafür haftbar gemacht werden, wenn Nutzer beim Surfen im Netz Verstöße begehen.

Insofern hat die Stadtverwaltung auch sehr offen auf den indirekten Vorschlag von CDU und FDP reagiert. Grundsätzlich unterstütze man das Ziel, öffentliches WLAN anzubieten. Zumindest für den Post- und den Rathausplatz sei das auch relativ schnell und ohne enorme Kosten zu bewältigen.

Da unter dem Postplatz bereits Leitungen beziehungsweise Leerrohre vorhanden seien, könnten die Voraussetzungen fürs öffentliche Surfen bereits mit der für 2018 geplanten Sanierung geschaffen werden. Das kostenfreie Wlan würde dann auch vor dem Rathaus verfügbar. Die Kosten fürs Installieren setzt man im Rathaus mit 2 000 Euro an. Zudem würden monatliche Kosten von 120 Euro entstehen. Das Gratis-Surfen wäre auf eine Stunde begrenzt.

Zugeknöpft gibt sich die Stadt hinsichtlich desselben Angebots auf dem Havelplatz und an den Hochhäusern. "Hierzu kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden", heißt es, ohne dass es dazu eine tiefergehende Erklärung gibt.

Weniger Erfolg hatten CDU und FDP mit einer weiteren Anfrage, die die Förderung der Elektromobilität betrifft. Die Fraktion wollte wissen, ob es eine strategische Planung zur Ausstattung der Stadt mit Ladesäulen für E-Mobile gibt, in der bis zu 15 Jahre in die Zukunft geschaut wird? Antwort aus dem Rathaus: Es liegt keine solche Planung vor. Offensichtlich ist auch nicht geplant, daran in Zukunft zu arbeiten. Die Stadt, so wird argumentiert, dürfe nicht als Betreiber von E-Tankstellen auftreten. Auch die Stadtwerke hätten keine Erlaubnis zum Verkauf von Strom. Private Anbieter wiederum dränge es nicht auf den Hennigsdorfer Markt für Elektroladesäulen. Um die Unkosten zu decken, müsse pro Säule ein Jahresumsatz von 15 000 Euro erzielt werden. Der sei aber nicht in Sicht. Stadtentwicklungs-Chef Daniel Stenger argumentiert dabei mit der Ladesäule, die sich vor dem Winto-Gebäude am Blauen Wunder befindet. Diese werde kaum genutzt. Anders hat das der frühere Chef dieser Arbeitsfördergesellschaft gesehen. Dieser sagte einmal dieser Zeitung, dass der Parkplatz an der Ladesäule fast immer besetzt sei. Was er vergaß hinzuzufügen: Zumeist wurden dort widerrechtlich Autos abgestellt, die gar keinen Strom vertragen.

Selbst will das Rathaus übrigens Vorbild sein. 2018 sollen zwei alte Dienstwagen durch E-Mobile ersetzt werden. Auch die Politessen sollen auf E-Bikes auf die Suche nach Falschparkern gehen. Wo die Autos und Räder der Mitarbeiter aufgeladen werden, teilte das Rathaus allerdings nicht mit.

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