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Sanierung der Marwitzer Straße wird teurer

Es läuft nicht alles glatt: Die Sanierung der Marwitzer Straße wird teurer.
Es läuft nicht alles glatt: Die Sanierung der Marwitzer Straße wird teurer. © Foto: MZV
Roland Becker / 27.09.2017, 20:15 Uhr - Aktualisiert 28.09.2017, 14:17
Hennigsdorf (HGA) Die stark angezogenen Preise der Baubranche wirken sich auch auf die Sanierung der Marwitzer Straße aus. Die von der Kommune zu tragenden Kosten erhöhen sich gegenüber der ersten Schätzung um 57 Prozent auf 1,038 Millionen Euro.

Für die gesamte Baumaßnahme steigen die Kosten, die mit 2,9 Millionen Euro angesetzt waren, nur um sechs Prozent. Das wirkt auf den ersten Blick nicht dramatisch, auf den zweiten schon. Denn die gestiegenen Kosten gehen allein zu Lasten der Stadt, während das Land billiger davonkommt. Das hat damit zu tun, dass für den Bau der Fahrbahn der Landesbetrieb Straßenwesen zuständig ist, während die Stadt die Kosten für alle Nebenanlagen zu tragen hat. Und gerade der Preis für Pflasterarbeiten soll laut Rathaus auf dem Markt drastisch gestiegen sein. Da der Auftrag im Gesamtpaket ausgeschrieben und vergeben wurde, hatte die Stadt - im Gegensatz zur vorerst abgeblasenen Sanierung des Postplatzes - keine Chance einzugreifen.

Da die Stadtverordneten dem höheren städtischen Budget zustimmen müssen, liegen vom Rathaus genaue Zahlen über die Verteilung der Kosten vor. Daraus lässt sich auch ablesen, dass das Land keinen Grund hatte, die Ausschreibung zu annullieren. Der Landesbetrieb kommt nämlich preiswerter als gedacht davon. Von der anfänglich veranschlagen Bausumme von 2,915 Millionen Euro sollte das Land 2,256 Millionen Euro übernehmen. Für Grünstreifen, Zufahrten und Gehweg waren der Stadt 659 000 Euro zugeschrieben worden. Das Ergebnis der Ausschreibung ergibt nun, dass die gesamte Sanierung 3,099 Millionen Euro kosten wird, von denen die Stadt 1,038 Millionen Euro zu zahlen hat. Zieht man die von den Gesamtkosten ab, bleiben fürs Land noch 2,061 Millionen Euro. Der Landesbetrieb spart also rund 200 000 Euro, während die Stadt fast 380 000 Euro drauflegen muss.

Die Leidtragenden dabei sind die, die ein Grundstück an der Marwitzer Straße besitzen. Denn die Stadt kann die Baukosten umlegen. Bei einer Hauptverkehrsstraße sind das laut städtischer Beitragssatzung 100 Prozent für Zufahrten und Zuwegungen, für alle anderen Nebenanlagen beträgt der Satz 55 Prozent. Konkret heißt das für jeden Hausbesitzer: Pro anrechenbarem Quadratmeter werden nicht die angekündigten 1,95 Euro, sondern 2,65 Euro fällig. Unterm Strich heißt das: Von den Mehrkosten müssen die Stadt 130 000 Euro, die Grundstücksbesitzer aber fast 250 000 Euro tragen.

Mancher Hausbesitzer dürfte bei solchen Summen ganz schön schlucken. Nicht direkt betroffen sind hingegen die Mieter der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB). Das meint jedenfalls deren Mitarbeiter Jörg Ramb. Zwar muss auch die HWB die höheren Anliegerbeiträge bezahlen. Aber: "Wir können die gar nicht auf die Mieter umlegen", so Ramb. Solche Ausgaben würden weder als umlagefähige Modernisierungskosten gelten, noch seien sie irgendwie über die Betriebskosten abrechenbar. "Jeder Eigentümer muss so etwas in seinen Kalkulationen berücksichtigen", sagt Ramp.

Natürlich könnte die HWB im Rahmen der rechtlich möglichen Mietsteigerungen versuchen, diese Ausgaben zumindest teilweise zu kompensieren. Laut Ramb müssen sich die jetzigen Mieter davor aber nicht fürchten. "Was die Anpassung der Miete bei laufenden Mietverträgen betrifft, sind wir extrem zurückhaltend", erläutert er die Geschäftspolitik der HWB. Diese Aussage impliziert aber auch, dass bei einer Neuvermietung der Mietzins durchaus steigen kann.

Das Stadtparlament soll am 18. Oktober darüber beschließen, ob es die gestiegenen Kosten für die Marwitzer Straße akzeptiert. Dann allerdings sind die Bauarbeiten schon längst im Gange. Der Baustart ist für den 4. Oktober angekündigt.

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Jürgen Schuldt 29.09.2017 - 11:46:40

Sanierung der Marwitzer Straße wird teurer....

Das war zu erwarten. Es wäre schön zu wissen, wie weit Födergeldanträge ( durch Stadt/Landratsamt/ Bundesland/ Bund und EU ) gestellt wurden oder noch werden.... Den Schock für die Anwohner/ Eigentümmer ist doch erheblich... Weiterhin ist noch aufzuklären, das notwendige Zufahrten (Rettungfahrzeuge, Anwohner usw. ) zu den betroffenen Grundstücken im Baustellenbereich, behelfmäßig Erstellt werden. Eine Duldung von Stunden oder eine Tages- Sperrung könnten wir Anwohner hinnehmen, aber über Wochen und Monate ist unzumutbar. Es besteht nun große Aufregung unter uns Anwohner (Zufahrten, Sammelgaragen wie in der Alte Fontane Str. , wo und wie wir ausweichen könnten. Die Fontane Str. ist dicht. Die Sache ist nun " heiß " gelaufen.....

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